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Fünfter Ausfall im siebten Rennen

Mercedes entschuldigt sich bei Schumi

Michael Schumacher GP Kanada 2012 Foto: xpb 63 Bilder

Michael Schumacher klebt das Pech weiter an den Rennfahrerstiefeln. Der Mercedes-Pilot kam nur bei zwei von sieben Rennen ins Ziel und bleibt auf seinen zwei WM-Punkten sitzen. Keiner hat weniger Rennkilometer zurückgelegt als er. Teamchef Ross Brawn entschuldigte sich bei ihm.

11.06.2012 Michael Schmidt

Das sind Rekorde, auf die Michael Schumacher verzichten kann. Mit 1.195,5 Rennkilometern liegt er an letzter Stelle. In Montreal hat ihn auch noch das bisherige Schlusslicht Romain Grosjean überholt. Teamkollege Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Kimi Räikkönen und Montreal-Sieger Lewis Hamilton legten dafür in den ersten sieben Grand Prix die Maximaldistanz von 2.104,8 Kilometern zurück. Fast die doppelte Laufleistung von Schumacher.

Erste Panne schon im Qualifying

Der GP Kanada brachte dem Rekordsieger bereits den fünften Ausfall. Selbst ankreiden muss er sich nur den Crash mit Bruno Senna in Barcelona. Ansonsten ist Schumacher ein Opfer der Technik oder von anderen Pannen. In Montreal erwischte es ihn gleich doppelt. Die Misere ging schon im Training los.

Als er auf die entscheidende Qualifikationsrunde ging, kreuzte er die Ziellinie um 0,04 Sekunden nach dem Fallen der schwarzweiß karierten Flagge. Das Timing war verrutscht. Schumacher musste in der Aufwärmrunde Platz zum Vordermann Rosberg schaffen, und er bekam zu spät von seinem Renningenieur die Warnung, dass es eng werden könnte. Die Quittung war Startplatz neun.

Das Rennen dauerte für Schumacher nur 43 Runden. Dann ging zum zweiten Mal in diesem Jahr die DRS-Verstellung des Heckflügels kaputt. In Bahrain riss der Seilzug, der den Flap verstellt. In Montreal war es eine Mischung aus einem Hydraulikproblem und einer defekten Steckverbindung am Seilzug. Was Mercedes vorher außer Haus fertigen ließ, macht man jetzt selbst. Es ist keine Garantie, dass es nicht auch kaputtgehen kann.

Unheimliche Pannenserie für Schumacher

Schumachers Pannenserie liest sich schon ein bisschen unheimlich. Ein Getriebeschaden in Australien. Ein loses Rad als Folge eines missglückten Boxenstopps in China. Eine defekte Heckflügelverstellung in Bahrain. Die Benzinpumpe in Monaco. Jetzt wieder DRS. Ein bisschen viel in einem Sport, in dem Defekte die Ausnahme und Zielankünfte die Regel geworden sind.

Der Betroffene selbst sieht es immer noch gelassen. "Es bringt nichts, mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen. So etwas passiert im Motorsport. Am Ende trifft es das Team härter als mich. Wir werden versuchen, es in Valencia besser zu machen."

Teamchef Ross Brawn entschuldigte sich bei seinem Fahrer. "Es tut mir leid, dass es Michael schon wieder erwischte. Als der Flügel sich in der offenen Stellung verklemmte, mussten wir Michael aus dem Rennen nehmen." Brawn kann keinen logischen Grund erkennen, warum es ausgerechnet immer Schumacher trifft und Rosberg von Defekten verschont bleibt.

"In meiner Zeit bei Ferrari war es umgekehrt. Da mussten wir uns den Vorwurf gefallen lassen, wir würden Michael bevorzugen und den Teamkollegen mit schlechterem Material versorgen. Das war natürlich Unsinn. Ein Team versucht immer, beiden Fahrern gleichwertiges Material zu geben. Keiner schwächt sich freiwillig. Wenn es so einseitige Defektserien gibt, dann ist das allein dem Schicksal geschuldet."

Kein Muster in Ausfallserie

Die Analyse der Schäden lässt kein gemeinsames Muster erkennen. Mercedes kann weder der Qualitätskontrolle noch der Fertigung die Schuld geben. Die Getriebemisere von Australien hat ihre Vorgeschichte im überraschend hohen Reifenverschleiß an der Hinterachse. Mit Sebastian Vettel im Nacken verzichtete Schumacher auf die Wahl einer weniger aggressiven Schaltstrategie. Beim Zurückschalten blockierten einige Male die Hinterräder, was das empfindliche Schnellschaltgetriebe übel nahm.

Die Panne beim Boxenstopp in China war ein Beispiel dafür, dass zu viel Technik ein Fluch sein kann. Mercedes machte 2011 Felgen mit integrierten Radmuttern salonfähig. Der Trick bringt pro Stopp drei Zehntel Zeitgewinn, birgt aber die Gefahr, dass der Mechaniker nicht merkt, wenn sich die Radmutter verkantet. Was dann prompt passierte. In Bahrain brach das DRS-Seil, das bis dahin ein Zulieferer herstellte. Seitdem nicht mehr

Der Ausfall in Monte Carlo ist noch nicht hundertprozentig geklärt. Man weiß zwar, dass ein Filter im Benzinsystem verstopft war, aber man weiß nicht warum. "Dieser Filter hat uns in den letzten zweieinhalb Jahren nie Ärger gemacht. Bis wir wissen, was genau zu der Verstopfung geführt hat, wechseln wir die Filter in kürzeren Abständen als üblich aus", verrät Brawn. Der Filter machte in Montreal keine Probleme.

Nico Rosbergs sechster Platz hat gezeigt, wo Schumacher bei einem fehlerfreien Wochenende hätte landen können. Dazu Brawn: "Nico war schneller als es sein Platz vermuten lässt. Er hat Plätze verloren, weil er zur falschen Zeit hinter Massa lag. Da erwies sich der fünfte Startplatz als Handikap. Die Lehre daraus ist, dass wir uns nicht mehr so viele Fehler erlauben dürfen und in der Qualifikation das Maximum aus dem Auto holen müssen."

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