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Technik-Trick in Jerez: Mercedes testet F-Schacht im Frontflügel

Mercedes GP Frontflügel F-Schacht 2011 Piola-Zeichnung

Mercedes hat bei den Testfahrten in Jerez erneut den revolutionären F-Schacht im Frontflügel eingesetzt. Wir erklären Ihnen noch einmal im Detail wie das System funktioniert und zeigen die neusten Bilder des geheimen Technik-Tricks.

Man kann Mercedes nicht vorwerfen, dass die Ingenieure keine Ideen hätten. Der Mercedes MGPW02 war ein ungewöhnliches Auto. Mit mutigen Ideen in vielen Teilbereichen: der kurze Radstand, des Konzept mit den gefalteten Kühlern und das revolutionäre Fahrwerk, das die vier Aufhängungen hydraulisch miteinander vernetzt. Doch die Technik-Tricks hatten 2011 nicht das gebracht, was man sich erhofft hatte.

Mercedes testet Frontflügel-Trick in Suzuka

Für den neuen Mercedes W03 plant man einen neuen Technik-Geniestreich - den F-Schacht im Frontflügel. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte man das System schon im Vorjahr ganz heimlich ausprobiert. Im ersten Freitagstraining von Suzuka. Die Ingenieure nutzten das Training, um Daten zu sammeln. Im Windkanal ist die F-Schacht Problematik nur schwer darstellbar.

Bei den Jerez-Testfahrten hatte das System nun den zweiten Testeinsatz. Während alle Experten auf die neuen Autos der Konkurrenz schauen, erprobte Mercedes die neue Technik im Gebrauchtwagen. Michael Schumacher fuhr am Mittwoch (8.2.) damit. Nico Rosberg war am Donnerstag damit unterwegs. Um den F-Schacht zu erkennen, muss man allerdings ganz genau hinschauen.

Normalerweise ist das ovale Loch in der Nasenspitze des MGPW02 zugeklebt. Beim aktivierten System ist es offen, das Loch wird kurz nach dem Eingang in zwei Gänge geteilt. Hier wird Luft in den Frontflügel eingeleitet. Vorbild für das System ist der F-Schacht im Heckflügel, der in der Vorsaison in Mode kam.

Bessere Anströmung des Unterbodens und mehr Top-Speed

Die Luft wird dann über ein Leitungssystem durch die Frontflügelstelzen in den rechten und linken Teil des Hauptblatts geführt. Übersteigt der Staudruck ein gewisses Maß, bläst die Luft an der Unterseite des Flügels über insgesamt vier Schlitze ab. Der Fahrer muss das System also nicht wie beim F-Schacht 2010 manuell aktvieren.

Durch den Trick wird die Strömung unter dem Flügel Richtung Unterboden beruhigt. Und es dient dem Top-Speed. Um wie viel, darüber sind sich die Experten uneinig. McLaren-Chef Martin Whitmarsh schätzt zwischen fünf und acht km/h. Er verweist jedoch darauf, dass diese Technik schwer in den Griff zu bekommen sei.

Nur passiver F-Schacht am Frontflügel erlaubt

Eigentlich ist der F-Schacht verboten. Aktiv sowieso. Der Fahrer darf nicht mehr eingreifen. Auf einen passiven F-Schacht im Heckflügel, bei dem der Staudruck bestimmt, wann die Strömung abreißen soll, verzichten die Teams freiwillig. Dafür schenkte ihnen die FIA den DRS-Flügel. Es bringt deutlich mehr Top-Speed, wenn man den Heckflügel-Flap auf Knopfdruck flachstellen darf.

Für den Frontflügel gibt es keine Regularien. Da ist ein passiver F-Schacht legal.  Mercedes fährt nicht nur personell eine aggressive Strategie. Man will auch technisch Trends setzen. 2012 sind Podestplätze Pflicht.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen ganz genau, wie der Trick funktioniert.

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Michael Schmidt

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