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Mercedes startet mit neuem Motor

Bleiben 8 Motor-Token für Honda?

McLaren-Honda - Formel 1 - Test - Abu Dhabi - 26. November 2014 Foto: xpb 21 Bilder

Honda darf aufatmen. Die FIA erlaubt den Japanern ihren Motor nach Homologationsschluss am 28. Februar aufzurüsten. Der Umfang richtet sich danach, wie viel Entwicklungsarbeit sich die Wettbewerber für die Saison aufheben. Mercedes wird deshalb nicht mit dem alten Motor in die 2015er Saison gehen.

20.01.2015 Michael Schmidt

In den Streit um die Motorenentwicklung ist Bewegung geraten. Wegen eines Formfehlers im 2015er Reglement gestand die FIA Mercedes, Ferrari und Renault zu, ihre Motoren auch nach dem Homologationsschluss am 28. Februar nachzurüsten. Nur der Umfang bleibt gleich.

32 so genannte Token dürfen verwendet werden. Das entspricht 48 Prozent aller Motorkomponenten. Neuzugang Honda wäre damit der Verlierer gewesen. Ursprünglich sollte für die Japaner am 28. Februar Schluss mit der Entwicklung für dieses Jahr sein. Weil sie bis dahin an ihrer Antriebsquelle ohne Limits entwickeln dürfen.

Die FIA hat nun einem Einspruch von Honda stattgegeben. Die Japaner dürfen wie ihre Konkurrenten während der Saison nachrüsten. Der Umfang richtet sich danach, wie viele Token sich Mercedes, Ferrari und Renault für später aufheben. Honda bekommt den Mittelwert dieser übrig gebliebenen Token zugestanden.

Damit liegt es nun aber auch an der Konkurrenz, wie viel Honda nachbessern darf. Würde einer der Wettbewerber mit einem Vorjahresmotor in die Saison einsteigen, wäre das ein Geschenk an die Japaner. Weil dann schon einmal 32 Token in den Durchschnitt der drei Hersteller eingehen.

Mercedes hält ein paar Token in Reserve

Schon allein deshalb wird Mercedes nicht mit einem alten Motor in die Saison einsteigen, wie von einigen Medien berichtet. Ein Sprecher von Mercedes bestätigt, dass der Titelverteidiger die Saison mit der neuen Antriebsquelle beginnt. Es wird aber nicht ausgeschlossen, dass sich Mercedes die ein oder andere Entwicklung in der Hinterhand hält.

Auch unter dem Gesichtspunkt, dass man in der zweiten Saisonhälfte schon eine 2016er Entwicklung vorzieht, um dann für das Folgejahr mehr Luft zu haben. Dann dürfen nämlich nur 38 Prozent der Motorkomponenten angefasst werden, was 25 Token gleichkommt. Noch wichtiger: 2016 sind Eingriffe am Ventiltrieb und am Stirnradsatz tabu. Wer da noch korrigieren will, muss das 2015 tun.

Wir hören von 6 Token, die Brixworth sich für später aufhebt. Renault will ungefähr 25 Token zu Saisonbeginn einsetzen, je nachdem welches Konzept sich beim Verbrennungsmotor durchsetzt. Das von Renault oder von Ilmor. Blieben also 7 offen.

Und Ferrari? Präsident Sergio Marchionne hatte in seiner Weihnachtsansprache angekündigt, dass sich die Ingenieure für aufwendige Entwicklungen mehr Zeit lassen wollen. Gerüchteweise ist zu hören, dass Ferraris 2015er Antriebsquelle zu Saisonbeginn im Gegenwert von 20 Token entwickelt sein wird.

Bleiben Honda 8 Motor-Token für die Saison 2015?

Die FIA erwartet von Mercedes, Ferrari und Renault eine exakte Angabe der offenen Token bis zum Stichtag, den 28. Februar. Dann wird Honda erfahren, wie viel Spielraum die eigenen Ingenieure haben. Bliebe es bei den Spekulationen von 26 (Mercedes), 25 (Renault) und 20 (Ferrari), dürfte Honda für 8 Token Entwicklung betreiben. Das entspräche 12 Prozent des kompletten Motorumfangs.

Was kann man mit 8 Token ändern? Ein Blick in die FIA-Liste, die jeder Modifikation eine bestimmte Zahl an Token zuspricht, gibt Aufschluss. Zum Beispiel Pleuel (2), Kurbelwelle (2), Kolben (2) und Ventiltrieb (2). Das wäre ein durchaus massiver Eingriff am Verbrennungsmotor.

Wer mit den Elektromaschinen Probleme hat, kann mit 8 Token ebenfalls umfangreich nachrüsten. Innereien (2), Position und Antrieb (2) und Leistungselektronik (1) kosten sowohl bei der MGU-K, als auch bei der MGU-H jeweils 5 Token. Honda könnte sich bei Bedarf jede beliebige Kombination innerhalb der 8 Token aussuchen.

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