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Mercedes fährt nur 18 Runden

Hamilton-Crash beendet Silberpfeil-Debüt

Mercedes - Formel 1 - Jerez-Test - 28. Januar 2014 Foto: xpb 45 Bilder

Lewis Hamilton konnte am ersten Testtag von Jerez nur 18 Runden zurücklegen. Dann sorgte ein Frontflügelschaden für einen heftigen Abflug. Trotzdem hinterließ Mercedes noch einen der besseren Eindrücke.

28.01.2014 Tobias Grüner

Solch einen ersten Testtag hatten wohl nur die wenigsten Experten erwartet. Bis auf den neuen Mercedes AMG W05 war um 9 Uhr morgens kein Auto bereit für die erste Ausfahrt auf dem Circuito de Jerez. Viele Konkurrenten kamen bis zum Abend gar nicht zum Fahren.

Bei den Silberpfeilen lief alles lange nach Plan. Nur bei der Ausfahrt zur zweiten Installationsrunde würgte Lewis Hamilton kurz das Auto ab. Der Silberpfeil ruckelte kurz und blieb dann auf halber Höhe des Garagentores stehen. Eilig wurde der Weltmeister von 2008 wieder zurück in die Box geschoben. Schon 10 Minuten später konnte es weitergehen.

Hamilton kracht in die Bande

Während von den anderen Autos weiter nur wenig bis gar nichts zu sehen war, spulte Hamilton eine Runde nach der anderen ab. Im 18. Umlauf war dann aber plötzlich nichts mehr zu hören vom dumpf-röhrenden Sound der neuen Turbo-Motoren. Hamilton hatte seinen Auto unfreiwillig in den Reifenstapeln von Kurve 1 abgestellt.

Zwei schwarze Bremsspuren wiesen deutlich daraufhin, dass die Vorderräder vor dem Abflug blockiert hatten. Um die genaue Ursache zu erkennen, musste man die Zielgerade noch etwas weiter nach unten schauen. Dort waren überall Karbonsplitter zu erkennen. Das Rätsels Lösung: Bei voller Geschwindigkeit war am neuen Mercedes der Frontflügel abgerissen.
 
Ohne den Anpressdruck auf der Vorderachse hatte Hamilton keine Chance, sein Auto vor der Kurve abzubremsen. Beim Aufprall in die Bande wurde nicht nur die Nase sondern auch die vordere Aufhängung auf der rechten Seite beschädigt.

Frontflügel-Befestigung am Mercedes gibt nach

In der Garage untersuchten die Ingenieure, wie es zu dem Problem kommen konnte. Dabei fand man heraus, dass eine der beiden Befestigungen des Frontflügels nachgegeben hatte. Die zweite Verbindung konnte das Gewicht des Flügels nicht mehr halten. Weil kein Ersatz-Frontflügel vorhanden ist, mussten die Ingenieure den Tag beenden.
 
In der Fabrik in Brackley wird nun ein verstärkter Frontflügel vorbereitet. Der soll Mittwochfrüh um 6 Uhr in Jerez eintreffen. Dann kann es weitergehen. Bis zum Crash waren die Mercedes-Ingenieure ansonsten relativ zufrieden. Die Konkurrenz scheint mit deutlich mehr Problemen zu kämpfen.

Hamilton erlebte bei seinem Crash ein kleines Déjà-vu. Schon im Vorjahr war er an seinem ersten Tag im Silberpfeil in die Reifenstapel gekracht. Auch vor 12 Monaten war es nicht die Schuld des Fahrers. Damals war eine Bremsleitung durchgescheuert.

Hamilton schnell in der Bande

Zum Unfallhergang konnte der Crashpilot gar nicht viel sagen: "Das kam alles so schnell. Die Ingenieure haben mir auch schon so viele Fragen gestellt. Ich habe am Ende der Geraden gebremst. Vorne war das Auto etwas höher als sonst und hat einfach nicht angehalten. Das war es auch schon."

Den frühen Feierabend nahm der Brite relativ gelassen. "Bis auf das Ende war es ein ziemlich positiver Tag", erklärte der Pilot gefasst. "Nach einem für alle harten Winter waren wir das erste Auto auf der Strecke und konnten bis zum Unfall die meisten Runden drehen. Das war ein Schritt nach vorne für uns."

Die Probleme bereiteten kein größeres Kopfzerbrechen. "So ist das eben bei den Testfahrten. Da gibt es kleinere Stolpersteine - da muss man drüberkommen. Wir haben ein tolles Team hier." Ob der W05 ein Siegerauto ist, konnte Hamilton noch nicht sagen. "Ich bin ja noch nicht so viele Runden gefahren und war dabei auch noch nicht am Limit."

Die Bilder von der Präsentation des neuen Mercedes AMG F1 W05 finden Sie in unserer Silberpfeil-Galerie. Die Bilder vom Crash und der Bergung des Autos gibt es in der Fotoshow des Tages aus Jerez.

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