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Mercedes rüstet auf

Erster Test mit dem Singapur-Update

Mercedes GP, Testfahrten Magny Cours 2012 Foto: xpb 30 Bilder

Update ++ Bilder ++ Mit einem großen Technik-Update will Mercedes beim GP von Singapur wieder aufholen. Beim Young Drivers Test in Magny Cours wurde die neue Technik erstmals getestet. Wir haben die Bilder.

10.09.2012 Michael Schmidt

Mercedes brachte vom GP Italien 14 Punkte mit nach Hause. So viel wie seit dem Rennen in Valencia nicht mehr. Seitdem waren die Punktezuwächse einstellig. Der sechste und siebte Platz für Michael Schumacher und Nico Rosberg in Monza sind noch kein Grund zu ausgelassener Freude, aber immerhin ein Lichtblick nach vier Rennen Punktediät. Es lief deutlich besser auf der schnellsten Strecke im Kalender.

Das lag nicht nur daran, dass Monza nach wie vor eine Power-Strecke ist. Die starke Präsenz aller Mercedes-Teams in den Top Ten ist sicher kein Zufall. Auch sonst passte das Layout der Strecke ins Profil der Silberpfeile. Neben langen Geraden viel Stop and Go und wenig lang gezogene Kurven, die Parabolica mal ausgenommen. "Aber selbst in der Parabolica waren wir nicht so schlecht", rapportierte Mercedes-Rennleiter Norbert Haug.

Mercedes plant früh mit zwei Stopps

Mercedes war das einzige Spitzenteam in Monza, das von vornherein mit zwei Boxenstopps plante. "Das hatte nichts mit der Sorge um die innere Schulter des rechten Vorderreifens zu tun", erklärte Teamchef Ross Brawn. "Vielmehr damit, dass wir den Reifen nicht mehr als 15 Runden zugetraut haben. Andere waren mutiger als wir. Die einen haben einen Preis dafür bezahlt, die anderen behielten Recht."

Brawn spricht hier ein Problem an, dass sich bei Mercedes schon durch die ganze Saison zieht. Man muss bereits am Freitag einschätzen können, wie lange der Reifen am Sonntag hält. Denn am Freitagabend werden die grundsätzlichen Entscheidungen für das Setup des Autos getroffen. "Da ist unsere Trefferquote noch nicht gut genug", kritisiert der Brillenträger.

Es kam auch schon vor, dass Mercedes sich selbst unterschätzt hat. Die Hinterreifen sind in Spa eingebrochen, weil sie zu wenig beansprucht wurden. "Es dauerte zu lange, bis wir ins Arbeitsfenster kamen", erzählt Haug. In Monza war das Gegenteil der Fall. Der erste Reifensatz hielt schlechter als erwartet.

Reifen durch Qualifying zu stark beansprucht?

Das hatte Folgen für die beiden weiteren Stints, in denen der Mercedes sich wie verwandelt präsentierte. Rosberg und Schumacher kamen zwar wie geplant in den Runden 14 und 15 an die Boxen, doch auf unerwartet schlechten Positionen. Schumacher und Rosberg waren auf die Plätze 8 und 14 zurückgefallen. Brawn: "Damit war unser zusätzlicher Stopp ein echtes Handikap."

Doch nach dem ersten Reifenwechsel ging die Post ab. Beide Autos waren sofort eine Sekunde schneller als zuvor. Obwohl man die Medium-Reifen gegen die härtere Variante eingetauscht hatte. Im letzten Abschnitt fuhren die Mercedes-Piloten die schnellsten Zeiten. Brawn rätselt, was da im ersten Stint schiefgelaufen sein könnte. "Es ist uns schon öfter passiert. Möglicherweise waren die Reifen aus der Qualifikation vorbeschädigt. Wir haben bei Rosberg schon in der Formationsrunde gemerkt, dass etwas nicht stimmt."

Die Mercedes-Piloten drehten auf ihren Reifensätzen im Q3 jeweils zwei schnelle Runden am Stück, um sich einen frischen Satz der Marke "medium" für das Rennen aufzuheben. Das erwies sich im Nachhinein als überflüssig, denn nach den Problemen zu Rennbeginn, sattelte Mercedes sofort auf die harte Mischung um. Auf die Frage, ob es angesichts der schnellen Rundenzeiten am Ende nicht besser gewesen wäre, den zweiten Stopp vorzuziehen und damit den Schlussturn zu verlängern, meinte Brawn: "Dann wären wir ungünstig in den Verkehr gefallen."

Mercedes mit Aero-Update in Singapur

Das nächste Rennen findet auf einer Rennstrecke statt, die genau das Gegenteil von Monza ist. Singapur ist nach Monte Carlo die zweitlangsamste Rennen. Dort zählt vor allem Traktion. Mercedes will dafür optimal gerüstet sein. Auf dem Stadtkurs in der asiatischen Handelsmetropole debütiert ein komplett neues Heck. Dazu zählt auch der so genannte Coanda-Auspuff mit abfallenden Seitenkästen, in denen die Auspuffendrohre münden und von dort in die Spalte zwischen Diffusor und Hinterreifen zielen.

Das neue Aeropaket wurde bereits am Dienstag (11.9.) beim Test der jungen Fahrer in Magny-Cours ausprobiert. Mercedes hat bis zum 14. Rennen damit gewartet, weil es Verständnisprobleme mit den Reifen gab. "Bei dieser Art Auspuff besteht die Möglichkeit, dass sich die Hinterreifen aufheizen. Solange wir die Reifen nicht voll verstanden hatten, wollten wir uns keinen weiteren Unsicherheitsafaktor einhandeln", gab Brawn zu bedenken. Das neue Aeropaket ist übrigens das erste Ergebnis seit der Umstellung des Windkanals von 50 auf 60 Prozent-Modelle.

In unserer Galerie haben wir die ersten Fotos vom Silberpfeil-Update.

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