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Mercedes allein auf weiter Flur

Eine halbe Sekunde besser als Ferrari

Mercedes - Formel 1 - GP Brasilien- 14. November 2015 Foto: Hochzwei 20 Bilder

Mercedes demoliert weiter die Konkurrenz. Nico Rosbergs Pole Position war um 0,522 Sekunden schneller als Sebastian Vettels beste Zeit. Ein ungewöhnlich großer Vorsprung für Interlagos. Das wird den Hybrid-Gegnern neue Nahrung in ihrem Motorenkrieg geben.

14.11.2015 Michael Schmidt

Mercedes setzt die Maßstäbe im Hybrid-Zeitalter. Seit die Formel 1 mit dem V6-Turbo mit zwei Elektromaschinen fährt, bestimmen die Silberpfeilen von wenigen Ausnahmen abgesehen das Tempo. Das liegt nicht nur an der besten Antriebseinheit im Feld. Auch das Auto ist aerodynamisch top. Und das Team hat seine Fehlerquote auf ein Minimum reduziert.

Ohrfeige für die Konkurrenz

Das Trainingsergebnis für den GP Brasilien war für die Konkurrenz eine schallende Ohrfeige. 2014 lag der Trainingsschnellste Nico Rosberg mit zwei Zehnteln Vorsprung auf den schnellsten Verfolger eines fremden Teams noch in dem für Interlagos üblichen engen Bereich. In diesem Jahr betrug der Abstand zum drittplatzierten Sebastian Vettel mehr als eine halbe Sekunde. Wenn Vettel dann davon spricht, dass Ferrari den Rückstand verkürzt hat, kann das nur Diplomatie sein. Dass im eigenen Team keiner verzweifelt.

Bei Mercedes hatte keiner eine echte Erklärung für die deutliche Überlegenheit. Teamchef Toto Wolff versuchte es: "Wir haben unser Auto sehr gut vorbereitet und nie die Grip-Probleme gehabt wie unsere Konkurrenz." Das wird sich im Rennen kaum ändern. "Wir fahren locker Rundenzeiten, die eine halbe Sekunde schneller sind als Ferrari und haben dabei noch den geringeren Reifenverschleiß", verrät ein Ingenieur. Nico Rosberg rechnet mit einem Zweistopp-Rennen. Also ein Reifenwechsel weniger als im letzten Jahr.

Strategiechef James Vowles glaubt, dass die Niederlage von Singapur der Weckruf zur richtigen Zeit war. "Wir haben darauf alle Prozesse, Setups und Analysen überdacht, die sich zuvor eingeschliffen hatten und nach einer langen Siegesserie nicht mehr in Frage gestellt wurden."

Wolff sieht Chance für Frieden im Motorenkrieg

Mit diesem Grad an Perfektion wird Mercedes noch Jahre erfolgreich sein. Wenn sie nicht einmal mehr über sich selbst stolpern, wer soll sie dann schlagen? Genau das treibt Bernie Ecclestone und alle Hybrid-Gegner um. Das liefert ihm die Argumente für den Billig-Motor frei Haus, den er in der Formel 1 implantieren will, um die Macht der Hersteller und die Vorhersehbarkeit der Resultate zu brechen.

Wolff will nicht glauben, dass der Konflikt in einem Krieg endet: "Es gibt immer einen Kompromiss. Das Problem sind die vielen unterschiedlichen Agendas, mit denen die Spieler unterwegs sind. Sie sind aus ihrer eigenen Sicht teilweise auch legitim. Mercedes ist zu Diskussionen bereit. Das haben wir auch bei der Frage nach dem Entwicklungsspielraum gezeigt. Da haben wir gegen unsere Interessen entschieden, die Entwicklung wieder zu öffnen, um Renault und Honda eine Chance zu geben näher zu kommen."

Rosberg kennt Erfolgsgeheimnis nicht

Nico Rosberg muss sich um den Motorenstreit nicht den Kopf zerbrechen. Der WM-Zweite stellte seinen Mercedes nun zum fünften Mal in Folge auf den besten Startplatz. Obwohl sein Motor rund 1000 Kilometer mehr auf der Uhr hat als der von Lewis Hamilton. Was er jetzt besser macht als vorher, weiß er auch nicht. "Viele kleine Dinge, nichts Spezielles. Du musst dich laufend anpassen. Wir fahren jetzt andere Autos, andere Reifen und andere Setups als im letzten Jahr."

Lewis Hamilton spielte Gelassenheit. "Ich habe die meisten Pole Positions und den WM-Titel. Du kannst nicht immer alles richtig machen." Lässt der Engländer deshalb die Konzentration etwas schleifen? "Überhaupt nicht", entgegnet Hamilton. "Die Quali-Ergebnisse sind ja nicht der entscheidende Grund für meinen Titel. Im letzten Jahr war Nico im Training meistens schneller. Trotzdem wurde ich Weltmeister." Rosberg keilte zurück: "Lewis ist schlau. Er findet für alles eine Erklärung."

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