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Haben Ferrari und Red Bull richtig gepokert?

Mercedes hofft auf kühles Wetter

Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 2. Juli 2016 Foto: sutton-images.com 76 Bilder

Ferrari und Red Bull konnten Mercedes im Training nicht vom Thron stoßen. Sie starten zwar nur von den Plätzen 4, 5, 8 und 9, rechnen sich aber trotzdem Chancen aus. Weil sie mit Supersoft-Reifen ins Rennen gehen. Mercedes dagegen muss mit Ultrasoft-Reifen loslegen. Ein Nachteil?

02.07.2016 Michael Schmidt

Die Startaufstellung verspricht Spannung. Mit Lewis Hamilton steht zwar ein Favorit auf der Pole Position. Doch dafür fährt der andere Sieganwärter Nico Rosberg nur vom 6. Platz los. Um ihn herum die versammelte Konkurrenz von Ferrari und Red Bull. Kimi Räikkönen auf Platz 4, Daniel Ricciardo auf Rang 5, Max Verstappen als Achter und Sebastian Vettel aus der Position 9.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. Die Ferrari und Red Bull stehen mit Supersoft-Gummis am Start. Mercedes hat Ultrasoft-Reifen am Auto. Als man am Mercedes-Kommandostand merkte, dass die Konkurrenz im Q2 pokerte, wurden auch Hamilton und Rosberg auf der zweitweichsten Mischung ins Training geschickt. Einsetzender Regen vereitelte den Plan.

Rosberg will angreifen, muss aber Maß halten

Die Tatsache, dass es Mercedes versucht hat, zeigt, dass man den Schachzug der Konkurrenz als eine erfolgversprechende Option betrachtete. „Wir glauben, dass wir damit besser fahren. Sonst hätten wir es nicht gemacht“, meinte Sebastian Vettel. Auch Daniel Ricciardo glaubt: „Es war die richtige Entscheidung und wir sollten im Rennen davon profitieren.“

Mercedes hofft auf kühles Wetter. „Wenn es so heiß bliebe wie am Samstag, wären die Ultrasoft-Reifen ein echter Nachteil am Start. Weil sie schnell Blasen werfen. Da kommst du keine fünf Runden weit. Der Wetterbericht sagt aber voraus, dass die Asphalttemperatur am Sonntag um 23 Grad fällt. Damit gleichen sich Supersoft und Ultrasoft wieder mehr an“, prophezeien die Mercedes-Strategen.

Rosberg darf es nicht übertreiben

Die Reifenexperten von Mercedes rechnen bei kühlen Bedingungen damit, dass der Ultrasoft-Reifen die ersten 6 Runden schneller ist, der Supersoft-Reifen in den nächsten 10 Umläufen. Wenn es überhaupt so weit kommt. „Wenn einer aus der Spitzengruppe den ersten Boxenstopp einlegt, werden alle anderen folgen. Sonst läufst du Gefahr, spätestens beim Soft-Reifen in einen Undercut zu laufen“, erklärt Teammanager Ron Meadows.

Lewis Hamilton hofft an der Spitze das Tempo zu kontrollieren und somit auch seinen Fahrstil so einrichten zu können, dass die Reifen halten. Rosberg steht vor einer anderen Aufgabenstellung: „Ich muss vom sechsten Platz aus angreifen. Wenn ich es übertreibe, sind nach drei Kurven die Ultrasoft-Reifen hin.“

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