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Mercedes in der Krise

Silberpfeil mit grundlegenden Problemen

Michael Schumacher - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 28. Juli 2012 Foto: xpb 76 Bilder

Mercedes ist auf trockener Strecke in Ungarn nicht konkurrenzfähig. Die Balance in den langen Kurven ist dermaßen daneben, dass mit normalen Setup-Änderungen nichts zu retten ist. Am Silberpfeil sind größere Umbaumaßnahmen notwendig, wie Teamchef Ross Brawn zugibt.

28.07.2012 Tobias Grüner

Die Euphorie im Mercedes-Lager nach dem guten Saisonstart ist längst verschwunden. Kurz vor der Sommerpause scheinen die Silberpfeile den Tiefpunkt erreicht zu haben. Die Startplätze 13 und 17 im Ungarn-Qualifying sprechen eine deutliche Sprache. Dabei war das Zeittraining eigentlich bisher eher noch die bessere Disziplin des Werksteams.

Mercedes gerät in Rückstand

Der negative Trend hatte sich in den letzten Rennwochen schon angedeutet. In Monaco präsentierten sich Michael Schumacher und Nico Rosberg noch siegfähig. Vier Rennen später muss man schon mit kleinen Punkten zufrieden sein. Im Entwicklungswettlauf mit den anderen Teams ist die Truppe aus Brackley in Rückstand geraten.

"Wir sind gut in die Saison gestartet. Das war ein klarer Fortschritt zum vergangenen Jahr. Aber in den letzten Wochen haben andere Teams einen etwas besseren Job erledigt", kritisierte Nico Rosberg. "So läuft das manchmal in einer Saison. Ich bin zuversichtlich, dass wir nach der Sommerpause einen Zahn zulegen und wieder aufholen."

Dem Silberpfeil passt der Hungaroring nicht

Zum mangelhaften Entwicklungstempo kommt mit dem Hungaroring auch noch eine Strecke, die dem W03 einfach nicht schmeckt. "Wir verlieren all unsere Zeit in den langgestreckten 180 Grad-Kurven", analysierte Teamchef Ross Brawn anschließend. "Da stimmt die Balance einfach nicht." Normalerweise lassen sich solche Probleme mit Setup-Änderungen in den Griff bekommen. Doch der Silberpfeil will sich partout nicht an die Strecke anpassen lassen.

"Die Situation, mit der wir uns hier gerade befassen, ist eher unpassend. Da gibt es im Moment auch nicht gerade eine Lösung, die wir hier zur Verfügung haben", muss auch Michael Schumacher zugeben. Sprich: Das Auto hat ein grundlegendes Problem mit dieser Art Kurven, das sich ohne größere Umbauten nicht lösen lässt.

"Das ist eine Charakeristik unseres Autos", erklärt Brawn. "Eigentlich ist es normalerweise in langsamen und mittelschnellen Kurven gut. Die Kurven hier sind zwar nicht schnell, aber sie sind so lang, dass unsere Piloten plötzlich Untersteuern bekommen und nichts damit anfangen können."

Probleme mit schnellen und langsamen Kurven

"Wir haben alles probiert, was man am Auto ändern kann, um das loszuwerden. Aber dann haben wir andere Balance-Probleme bekommen. Es reicht nicht aus, einfach die vorderen Stabilisatoren weicher zu stellen oder das Heck härter zu machen. Wir müssen eine grundlegende Lösung des Problems finden."

Neben der Schwäche des Autos in schnellen Kurven und dem immer noch ungelösten Reifenrätsel tut sich damit eine weitere Baustelle für die Ingenieure auf. Ob der 2012er Silberpfeil nochmal die Kurve kriegt, wissen auch die Fahrer nicht. "Ich glaube schon, dass wir in der Lage sind, das Problem zu verstehen. Ob wir es beheben können, ist eine andere Frage", so Schumacher.

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