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Mercedes in Monza ausgebremst

Verstopfter Filter und Nagel im Reifen

Mercedes - Formel 1 - GP Italien 2013 Foto: xpb 67 Bilder

Mercedes hätte in Monza mehr gekonnt als zehn WM-Punkte. Lewis Hamilton und Nico Rosberg lagen in der Liste der schnellsten Rennrunden auf Platz 1 und 2. Die Fehler wurden am Freitag und Samstag gemacht. Gegen Red Bull aber braucht man ein perfektes Wochenende.

11.09.2013 Michael Schmidt

Es war für Mercedes wieder einmal ein Wochenende der verpassten Chance. Da lag mehr drin als nur 10 WM-Punkte. Doch wer von den Startplätzen 6 und 12 losfährt, darf in Monza nicht vom Podium träumen. Geschweige denn vom Sieg. Überholen ist in Monza schwierig geworden. Die Autos spenden mit den kleinen Flügel wenig Windschatten, der DRS-Effekt ist wegen der Mini-Flaps geringer als anderswo, und die Fahrzeuge liegen mangels Abtrieb unruhig in den Bremszonen.

Die größte Platzverbesserung im Rennen schaffte Romain Grosjean. Er sprang von Startplatz 13 auf Rang 8. Dann war auch für den Lotus-Piloten Endstation. Er scheiterte an Daniel Ricciardos Toro Rosso, der auf der Geraden zu schnell für den Lotus war. Nico Rosbergs Stolperstein hieß Nico Hülkenberg. "Wir hingen hinter einem Auto fest, das über die ganze Runde gesehen langsamer, aber an den entscheidenden Überholstellen schneller war als wir", ärgerte sich Teamchef Ross Brawn.

Mercedes-Speed stimmt in Monza

Sein Co-Direktor Toto Wolff resümiert: "Wir standen schon am Freitag auf dem linken Fuß. Es gab immer kleinere Probleme, die sich über das gesamte Training gezogen haben. Das holst du einfach nicht mehr auf." Rückblickend war das Setup nicht ideal. Nicht so weit daneben wie in Spa, aber auch nicht perfekt genug, um Red Bull oder Ferrari in die Knie zu zwingen. "Unser Paket für wenig Abtrieb hat ein bisschen zu viel Luftwiderstand generiert", gibt Wolff zu.

Für eine isolierte Runde war das perfekt. Lewis Hamilton drehte die schnellste Rennrunde, Nico Rosberg die zweitschnellste. Bei Hamilton konnte man noch argumentieren, dass er wegen der durch einen schleichenden Plattfuß aufgezwungenen Zweistopp-Strategie am Ende auf den frischesten Reifen fuhr, noch dazu auf der weicheren Mischung.

Doch Rosberg war mit der gleichen Taktik und gleichen Reifenabfolge unterwegs wie Vettel, Alonso oder Webber. Und trotzdem schneller als die Männer auf dem Podium. Technikkoordinator Paddy Lowe ist überzeugt: "Mit besseren Startplätze wären wir auf dem Podium gelandet."

Hydraulikproblem stoppt Rosberg

Für Rosberg ist klar, wo er Punkte verloren hat. Wer ein freies Training pausieren muss, hat in Monza schlechte Karten. "Weil bei so wenig Abtrieb Vertrauen ins Auto alles ist." Niki Lauda fluchte: "Da hat sich Schmutz ins Hydrauliksystem verirrt und einen Filter verstopft. Deshalb stieg die Temperatur." Lowe ergänzt: "Ab diesem Problem war Nico immer im Rückstand."

Hamilton musste sich an die eigene Nase fassen. Als er in Q2 in der Ascari-Kurve über den Randstein rutschte, brach der Unterboden unter dem linken Seitenkasten. Das kostete eine halbe Sekunde pro Runde. Hätte es Hamilton ins Q3 geschafft, wäre da nicht viel mehr drin gewesen als der zehnte Startplatz.

Hamilton zu einer "blöden Taktik" gezwungen

Im Rennen setzten sich die Probleme für den Ungarn-Sieger fort. Möglicherweise hat ein Nagel die Lauffläche des rechten Vorderreifens beschädigt. Aber nur so dezent, dass der Reifen pro Runde lediglich 0,5 PSI verlor.

"Lewis hat gar nichts gemerkt. Wir konnten ihm aber den Schaden nicht mitteilen, weil der Funk ausgefallen war. Als er die Boxentafel mit der Aufforderung zum Stopp sah, hat er sich gewundert, was wir uns da für eine blöde Strategie ausgedacht haben. Wir konnten sie ihm erst nach dem Rennen erklären", amüsiert sich Lowe.

Die Zweistopp-Strategie hatte für Hamilton die gleichen Folgen wie für Räikkönen. Er musste zwei Mal durchs Feld. Sein Kommentar: "Wir zahlten den Preis für unsere schlechten Startplätze." Mercedes hofft jetzt, dass mit dem Aerodynamikpaket für maximalen Abtrieb der Erfolg zurückkehrt. Der Sieg am Hungaroring macht Mut. Weil der nächste Schauplatz in Singapur eine ähnlicher Streckentyp ist.

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