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Mercedes-Klatsche: Nichts funktioniert bei den Silberpfeilen

Schumacher Rosberg GP Spanien

Eigentlich wollte Mercedes in Barcelona einen Schritt Richtung Spitze machen. Stattdessen waren die Silberpfeile weiter von Red Bull und McLaren entfernt als jemals zuvor in dieser Saison. Zum schlechten Speed gesellten sich auch noch technische Probleme.

Nico Rosberg war der Frust nach dem Rennen von Barcelona ins Gesicht geschrieben: "Es hat nichts funktioniert heute", klagte der Mercedes-Pilot den Reportern in die Mikrofone, nachdem er 66 Runden fast ununterbrochen in den Heckflügel seines Teamkollegen geschaut hatte.

Der 25-Jährige hatte mit den Zicken seines Dienstwagens zu kämpfen. Wie schon so oft in dieser Saison, rührte sich der bewegliche Heckflügel am Mercedes nicht. "Ich konnte einfach niemanden überholen. Sonst wäre ich sicher weiter vorne gelandet", beschwerte sich Rosberg.

Kein Flügel, kein Funk und kein Trinken

Auch das Sonderzubehör am Mercedes machte Probleme. Der Deutsche schimpfte anschließend über die vielen Macken: "Das Trinken hat nicht funktioniert. Und der Funk hat nicht funktioniert. Ich habe nicht gewusst, was Sache war. Ich musste raten, wann ich reinkomme."

Trotz der ganzen Probleme konnte Rosberg seinem Teamkollegen locker folgen. Doch Michael Schumacher verteidigte seinen sechsten Platz souverän. "Wir hatten ein gutes Duell. Man hat gesehen, dass Michael ein paar Probleme mit der Balance hatte", berichtet Rosberg den Kampf aus seiner Sicht. Schumacher klagte später über zu viel Übersteuern.

Keine Stallregie bei Mercedes

Ob Mercedes mit Rosberg als Speerspitze noch den Ferrari von Fernando Alonso eingeholt hätte, bleibt Spekulation. Einen Funkspruch, dass Rosberg kampflos überholen darf, gab es bei Mercedes nicht. Den hätte der 25-Jährige wegen des Kommunikationsproblems allerdings auch nicht empfangen können.

"Wenn er vorbei will, muss er überholen", erklärte Mercedes-Rennleiter Norbert Haug später trocken. Stallregie ist bei den Stuttgartern traditionell kein Thema. "Wenn man auf unterschiedlichen Strategien unterwegs ist, wäre das vielleicht eine Option. Aber heute waren beide Piloten auf der gleichen Taktik."

Ob fünfter oder sechster Platz war am Ende auch nicht entscheidend für ein Team, dass sich Podiumsplätze als Ziel ausgegeben hat. Eigentlich hatte man sich die Sache in Barcelona ganz anders ausgemalt. Nachdem man schon in Istanbul mit einer schlechten Rennpace enttäuschte, legte man nun den Fokus komplett auf den Sonntag.

Red Bull und McLaren in eigener Liga

"Wir hatten einfach keinen guten Speed", analysierte Haug später. "Red Bull und McLaren war heute in einer anderen Liga. Wir waren dabei aber nicht die einzigen, die schlecht ausgesehen haben. Allerdings ist das auch kein Trost."

Nico Rosberg fand noch klarere Worte. "Es war ein kleiner Rückschritt. Eigentlich wollten wir nach vorne kommen. Insgesamt fehlt doch noch sehr viel. Die Jungs da vorne sind ziemlich weit entfernt. Es gibt noch viel zu tun."

Barcelona nur Momentaufnahme

Laut Haug sei man aktuell eine Entwicklungsstufe im Rückstand. Eine Vorentscheidung in der WM sieht er allerdings noch nicht. "Man hat in dieser Saison schon oft gesehen, dass sich das verschieben kann. Ich erinnere nur an McLaren, die beim Test auf dieser Strecke 2,5 Sekunden Rückstand hatten. In China waren wir selbst noch ganz vorne dabei und da hatten wir keine Updates. Das ist immer eine Momentaufnahme. Wir müssen analysieren, woran es lag und es beim nächsten Mal besser machen." Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich schon in sieben Tagen, wenn es in den Leitplankendschungel von Monte Carlo geht.

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