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Mercedes kontert Protest-Drohung

"DRS-System nicht besonders teuer"

Mercedes F1 W03 Garage Test Barcelona 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 20 Bilder

Mercedes-Teamchef Ross Brawn glaubt, dass die Konkurrenz finanzielle Gründe für das Verbot des DRS-F-Schachts nur vorschiebt. Die wahren Motive für die Protest-Drohungen lägen ganz woanders. An der Reifenfront sind die Silberpfeile mittlerweile einen Schritt weiter.

05.04.2012 Tobias Grüner

Bei Mercedes reist man mit großen Hoffnungen zum dritten WM-Lauf in China. Nach den beiden Pleiten in Melbourne und Malaysia will man nun endlich das wahre Potenzial des neuen Silberpfeils zeigen. "Wir hätten einfach nur gerne mal ein paar saubere Wochenenden mit konstanten Bedingungen", erklärte Ross Brawn im Rahmen eine Telefonkonferenz am Donnerstag (5.4.).

Reifen einmal zu heiß und einmal zu kalt

In Melbourne war der Trainingsfreitag verregnet. In Malaysia war die Piste am Sonntag feucht. Prompt griff Mercedes bei der Abstimmung zwei Mal daneben. "In beiden Rennen hatten wir Probleme, die Reifen ins richtige Fenster zu bekommen, allerdings jeweils an den entgegengesetzten Enden der Skala."

In Australien wurden die Reifen durch den Temperatur-Anstieg am Rennsonntag zu heiß. Eine Woche später wollte man in Sepang mit dem Fahrwerk auf Nummer sicher gehen. Und schon waren die Gummis zu kalt. "Das ideale Fenster ist vielleicht 15°C groß. Wenn man sich um zehn bis 15°C nach oben oder unten vertut, kann man gleich richtig Probleme bekommen", analysiert Brawn.

Brawn will größeres Arbeitsfenster

Die Krux mit den neuen Gummis sei, dass man sie nie wieder in den optimalen Arbeitsbereich bekommt, wenn man erst einmal rausgefallen ist. "Wir müssen das Fenster vergrößern, in dem unser Auto funktioniert", hat Brawn die Lösung für das Problem erkannt. "Es ist ein Dilemma: Man muss sich entscheiden, ob man die ultimative Leistung in einem kleineren Bereich oder eine breitere Basis will."

Dass Mercedes das Auto speziell für das Qualifying abgestimmt hat und dabei Rennpace geopfert hat, verneint Brawn vehement. "Unser Ziel ist es immer, das beste Auto für den Rennsonntag zu bauen. Wir haben uns im Training einzig und allein darauf vorbereitet. Wir haben auch unser DRS-System bei den Trainingsläufen nicht aktiv. Deshalb waren wir auch einigermaßen überrascht, dass es im Qualifying so gut lief."

Mercedes hofft auf konstante FIA-Entscheidungen

Das umstrittene DRS-F-Schacht-System, bei dem Luft durch den geöffneten Flügel eingeleitet wird und an der Unterseite des Frontflügels wieder austritt, sorgte zuletzt erneut für Diskussionen. Obwohl die FIA den Technik-Trick schon zwei Mal für legal erklärte, deutete Red Bull an, dass man sich für Shanghai die Möglichkeit eines Protests offen lasse, wenn der Weltverband weiter bei seiner Meinung bleibt.

"Wir sind zuversichtlich, dass es legal ist. Die FIA hat das bisher auch so gesehen. Wir hoffen, dass sie in dieser Einschätzung konstant bleiben", so Brawn. Das ehemalige Ferrari-Superhirn glaubt, dass die Konkurrenz nicht ganz ehrlich bei der Begründung ihrer Klagen bei der FIA ist. Red Bull, Lotus und Co. hatten immer behauptet, dass eine Nachrüstung finanziell sehr kostspielig sei.

DRS-F-Schacht-Nachbau nicht teuer aber kompliziert

"Eigentlich ist es ein sehr günstiges System", kontert Brawn. "Es ist ein einfaches, günstiges System. Ein paar Karbonröhren im Auto von vorne zu verlegen kostet vielleicht ein paar tausend Pfund aber keine Millionen." Der Teamchef glaubt eher, dass die F-Schacht-Gegner Probleme haben, das System in ihr bestehendes Auto einzubauen.

"Wir haben unser Auto von Beginn an zusammen mit dem System entwickelt. Es ist sicher nicht so einfach, es nachträglich zu implementieren. Da muss man sehen, ob sich das lohnt. Wenn man es schnell nachbauen könnte, würde es wohl auch nicht so große Diskussionen geben. Da ist wohl auch etwas Frust dabei."

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