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Mercedes löst 2015er Problem

Schnellste Singapur-Pole aller Zeiten

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 17. September 2016 Foto: sutton-images.com 58 Bilder

Kurz vor Ende der Ära der schmalen Autos hat die Formel 1 noch einen Rekord gebrochen. Nico Rosberg löschte mit seiner Trainingsbestzeit den bisherigen Bestwert von Sebastian Vettel 2013 aus. Der Mercedes-Pilot sprach von einer seiner 3 besten Runden seiner Karriere.

17.09.2016 Michael Schmidt

Der alte Singapur-Rekord stand auf 1.42,841 Minuten. Gehalten von Sebastian Vettel aus dem Jahr 2013. Mit einem Red Bull, der noch über einen angeblasenen Diffusor verfügte. Jetzt hat Nico Rosberg im dritten Jahr der Hybrid-Ära den Pole-Rekord ausgelöscht. Der WM-Zweite sprach nach seiner Trainingsbestzeit von 1.42,584 Minuten von einer seiner 3 besten Runden seiner Karriere.

Und die anderen? „Ich kann mich nur an die von Monte Carlo 2013 erinnern.“ Und an was macht er die Aussage fest? „Es ist das Gefühl. Dass du eins mit deinem Auto bist. Dass du auch über das Limit gehen kannst, ohne die Angst gleich abzufliegen.“

Dann lobte er seine Mannschaft. „Wir haben das Problem vom letzten Jahr verstanden. Mit der Abstimmung von heute, wäre ich auch letztes Jahr auf der Pole Position gestanden. Das zeigt die Kompetenz in diesem Team. Wir bauen nicht nur das beste Auto, wir haben auch die Leute, die das Maximum aus diesem Auto herausholen.“

Pleite schafft neue Denkansätze

Teamchef Toto Wolff blies ins gleiche Horn: „Ich bin stolz auf unsere Leute. Die Ingenieure haben einen tollen Job gemacht. Eine kleine Gruppe von Leuten hatte die Daten 2 Tage lang analysiert und vor dem folgenden Rennen in Suzuka die Lehren daraus gezogen. Das Ausmaß der Probleme öffnete neue Denkansätze in Bezug auf die Einstellung des Autos. Wir haben auch auf anderen Strecken davon profitiert.“

Rosberg münzte die Erkenntnisse in die siebte Pole Position der Saison um. Bei Lewis Hamilton reichte es nur zu Platz 3. Der Engländer verlor auf einer seiner Spezialstrecken 0,704 Sekunden auf seinen Teamkollegen. Die Ingenieure erklärten den riesigen Unterschied damit, dass die beiden Trainingstage für Rosberg extrem gut und für Hamilton extrem schlecht verlaufen waren. Und dann kommt auf einem derart hohen Niveau eben so ein großer Unterschied dabei heraus.

Was bremste Hamilton?

Hamilton brachte es vor der Qualifikation auf 43 Runden, Rosberg auf 71. Hamilton verlor den Großteil des zweiten Trainings wegen eines Hydrauliklecks. In der dritten Sitzung klagte er über „Probleme mit der Vorderradaufhängung“, was immer wieder zu Verbremsern führte. Und die Konkurrenz natürlich sofort wieder misstrauisch machte. Hat Mercedes an der Vorderachse nicht diese geheimnisumwitterte Rollsteifigkeits- und Bodenfreiheitskontrolle? War da vielleicht etwas schiefgelaufen?

Niki Lauda winkte ab: „Da war gar nichts. Der Lewis hat einfach keine sauberen Runden zusammengebracht.“ Auch die Ingenieure meinten, dass die vielen Verbremser eher am Fahrer als an der Technik lagen.

Toto Wolff ging ein bisschen mehr ins Detail: „Das Auto von Lewis war nach dem ersten Training mit dem Setup nicht dort, wo es sein sollte. Und das hat sich bis zur Qualifikation fortgesetzt. Statt wild irgendwas zu ändern, blieb er der Abstimmung treu, um besser zu verstehen, in welche Richtung er gehen sollte. Das haben die Probleme verhindert. Er konnte nie richtig Vertrauen in sein Auto fassen.“

Hamilton erklärte, dass er praktisch unvorbereitet in die Qualifikation gegangen ist. „Ich habe wegen der vielen Probleme vorher keine einzige störungsfreie Runde auf den Ultrasoft-Reifen geschafft, und im Q1 und Q2 versucht, ein Gefühl dafür zu bekommen. Aber drei bis vier Runden reichen auf dieser Strecke nicht aus, die optimale Balance hinzubringen.“

Wer hat die bessere Taktik?

Die erste Aufgabe ist geschafft. Nico Rosberg ist sich aber noch nicht sicher, ob auch der zweite Teil erfolgreich abgeschlossen wird. „Red Bull war bei den Longruns am Freitag sehr stark. Deshalb erwarte ich von ihnen im Rennen viel Gegenwehr. Es wird wichtig sein, den Start zu gewinnen, um vorne das Tempo zu diktieren. Sie scheinen auch eine andere Taktik als wir zu haben, aber ich bin zuversichtlich, dass wir da mit unserer Strategie richtig liegen.“

Mercedes hat sich zwei Garnituren Soft für das Rennen reserviert. Red Bull hat davon nur noch einen Satz. Offenbar wollen die Mercedes-Jäger mit den weicheren Reifen die 61 Runden über die Distanz kommen. Lewis Hamilton will erst einmal nur an Daniel Ricciardo vorbei. „Ich habe 3 Chancen. Beim Start, beim Boxenstopp und durch eine Safety-Car-Phase.“

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