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Mercedes mit Alternativstrategie

Startposition geopfert für freie Reifenwahl

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 22. September 2012 Foto: xpb 67 Bilder

Die Mercedes-Piloten blieben im Top Ten-Finale der Singapur-Qualifikation in der Garage. Das verbannt Michael Schumacher und Nico Rosberg auf die Startplätze neun und zehn, doch es gibt auch Vorteile. Beide haben drei frische Satz Reifen, und sie können frei wählen, mit welchem Typ sie starten wollen.

22.09.2012 Michael Schmidt

Mercedes stand in Singapur unter Beobachtung. Die Autos waren zum ersten Mal mit dem Coanda-Auspuff bestückt, von dem sich Fahrer und Ingenieure so viel versprochen haben. Besonders nachdem sich das neue Aerodynamikpaket bei dem Rookie-Test in Magny-Cours als ein deutlicher Fortschritt zur alten Version herausstellte. Und auch der Windkanal versprach bessere Zeiten.

Mercedes reduziert Bodenfreiheit

Entsprechend groß war die Enttäuschung am ersten Trainingstag. Da war nicht viel von einem Fortschritt zu sehen. Im Gegenteil: Die Reifen wollten nicht in ihr Arbeitsfenster kommen. Über Nacht haben die Ingenieure viel nachgedacht und das Setup auf den Kopf gestellt. Vermutlich haben sie wie einige andere Freitagsopfer die Bodenfreiheit reduziert. "So konnten wir die Stärken des Pakets besser nutzen", erklärte Teamchef Ross Brawn.

Und schon kam der Speed zurück. Nicht, um Bäume auszureißen, aber genug, um in die Top Ten zu fahren. "Das ist ein sehr komplexes System. Für die Ingenieure ist es schwieriger als für uns, es voll zu verstehen", stärkte Nico Rosberg dem Team den Rücken. Michael Schumacher brachte es auf die knappe Formel: "Wir lernen gerade ein neues Auto." Brawn ergänzt: "Es wird ein paar Rennen dauern, bis wir das volle Potenzial nutzen können."

Mercedes lernt aus Monza-Fehler

Im Q3 blieben die Silberpfeile in der Garage. Damit waren die Startpositionen neun und zehn festzementiert. Am Samstag nicht zu fahren kann am Sonntag von Vorteil sein. Rosberg und Schumacher dürfen ihre Reifen frei wählen. Und sie haben je drei frische Sätze in der Hinterhand. Zwei der Marke supersoft, einen vom Typ soft. "Wir wollten nicht in das gleiche Problem wie in Monza laufen", erklärte Ross Brawn. "Da haben wir im ersten Stint für die Qualifikation bezahlt. Die Reifen waren zu stark vorbeschädigt."

Das kann bei einem Reifenrennen wie in Singapur fatal sein. Experten erwarten die ersten Reifenwechsel der Spitzengruppe schon nach zehn Runden. Da sollten sich die Mercedes mit der härteren Reifenmischung noch warmfahren. Sebastian Vettel sieht keine allzu große Gefahr. "Wir sollten da schon so weit vorne liegen, dass uns die Autos, die mit einer anderen Strategie fahren, nicht wehtun."

Rosberg lässt Schumacher den Vortritt

Da kann man sich täuschen, wie das Beispiel Sergio Perez in Monza gezeigt hat. "Die Reifenabnutzung ist extrem groß hier, damit auch der Vorteil der freien Reifenwahl", gibt Rosberg zu bedenken. Nach Ansicht von Schumacher hat man ohnehin nicht zu viel geopfert: "Wären wir gefahren, wären wir höchstens einen Platz weiter vorne gestanden."

Dass Schumacher in der fünften Reihe den Platz acht Meter vor seinem Teamkollegen einnimmt, liegt übrigens daran, dass er die niedrigere Startnummer auf seinem Auto hat. Die ist entscheidend, wenn zwei oder mehrere Fahrer im Q3 keine Rundenzeit vorweisen können. Rosberg hatte trotz der besseren Punkteausbeute im Vorjahr auf die niedrigere Nummer verzichtet. "Das habe ich vor der Saison so mit Ross abgemacht. Mal schauen, was wir nächstes Jahr machen", erklärte Rosberg.

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