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Formel 1: Die schnellsten Boxenstopps

Mercedes-Crew schraubt am schnellsten

Nico Rosberg beim Boxenstopp Foto: Mercedes GP 17 Bilder

Bei den Boxenstopps ist Mercedes GP Spitze. In vier von sechs Rennen wurde ein Silberpfeil am schnellsten abgefertigt. Unsere Analyse zeigt allerdings auch, welche Teams beim Reifenservice am langsamsten arbeiten.

20.05.2010 Michael Schmidt

Seit sich Boxenstopps auf Reifenwechsel beschränken, rückt die Zeit, die ein Fahrer in der Boxengasse gewinnt oder verliert, noch mehr in den Fokus. Und da ist nach sechs Rennen Mercedes GP klar der König der Boxenstopps. Vier Mal Bestzeit in sechs Grand Prix, das kann kein Zufall sein. Da ist es auch verschmerzbar, dass bei Nico Rosberg in Barcelona ein Reifenwechsel gründlich in die Hose ging. Vorne rechts hatte der Schlagschrauber versagt.

Rosberg, der bereits angefahren war, musste zurück in die Parkposition geschoben werden, und die Prozedur ging von vorne los. Im Vergleich zu Michael Schumachers Rekordstopp gingen 17,1 Sekunden verloren.

Perfekte Choreographie entscheidet beim Boxenstopp

Früher bestimmte das Tanken die Zeit. Heute hängt alles von den Männern an den Schlagschraubern und dem Dirigenten am Lollipop ab. Und dem Mann am Lenkrad. Wer wie Mark Webber bei seinem ersten Boxenstopp in Shanghai seine Parkposition um einen halben Meter überschießt, der tut seiner Crew keinen Gefallen.

Hin und wieder drücken Defekte auf die Zeit in der Boxengasse. So wie bei Jenson Button in Barcelona. Die Kupplung rutschte, was es schwierig machte, die Hinterräder zu montieren, weil sich die Achse drehte. Mehr als einmal versagte der Schlagschrauber. So wie bei Heikki Kovalainen am rechten Hinterrad in Monte Carlo. Manchmal ist auch Pech dabei. So wie bei Sebastian Vettel in Spanien, als er zwei Autos abwarten musste, die gerade in der Boxengasse daherkamen. Zuvor war aber auch etwas beim Wechsel des rechten Vorderrades schiefgegangen. Nicht zum ersten Mal bei Red Bull.

Nur reguläre Boxenstopps in der Zeiten-Analyse

Wir haben bei unserer Boxenstopp-Analyse nur die Boxenstopps herangezogen, die sich ausschließlich auf das Reifenwechseln bezogen. Nicht berücksichtigt wurden Stopps, bei denen die Mechaniker zusätzlich noch andere technische Probleme beheben mussten. Bei den Regenrennen von Australien und China wurden die Stopps aussortiert, bei denen zwei Fahrer des gleichen Teams hintereinander zum Service fuhren. In die Wertung kam nur der Boxenstopp des jeweils ersten Fahrers. Der zweite musste logischerweise warten, bis der erste fertig ist, was die Bewertung verwässert. Herangezogen wird die Gesamtzeit zwischen Boxeneingang und Boxenausgang, also der Bereich in dem das Tempolimit gilt. Das lässt dann auch Rückschlüsse auf die echte Standzeit zu.

Bei der Übersicht (siehe Tabelle) fällt auf, dass Mercedes GP überdurchschnittlich gut abschneidet. Seit dem GP Malaysia haben sich die Mannen in Silber warmgelaufen. Seitdem haben sie ein Abonnement auf den schnellsten Boxenstopp. Ein Mal profitierte Nico Rosberg, drei Mal Michael Schumacher. Bei den beiden ersten Rennen ging die Krone an die Red Bull-Crew. Red Bull hat seine Boxentruppe nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt. Erst nach einem ausgiebigen Trockentraining im Winter wurde entschieden, welche zwölf Mann an die vier Räder kommen. Und zwar diejenigen, die im Durchschnitt beim Üben in der Fabrik die besten Zeiten erzielten.

Red Bull patzt beim Boxenstopp überdurchschnittlich oft

Wer auf Teufel komm raus schnell sein will, riskiert aber auch viel. Bei Red Bull gab es schon diverse verpatzte Boxenstopps. Problemzone ist das rechte Vorderrad. Mark Webber musste in Bahrain, Malaysia und China büßen. In Shanghai verlor er gleich bei zwei seiner insgesamt vier Stopps Zeit, wobei die erste Panne auf seine Kappe ging. Sebastian Vettel büßte in Barcelona über 2,5 Sekunden auf den Bestwert ein.

Die zweifelhafte Ehre des langsamsten Stopps ging immer an einen anderen, querbeet durch das ganze Feld. Da sind mit Ferrari, Mercedes GP, Red Bull, Toro Rosso, Lotus und HRT F1 Top-Teams, das Mittelfeld und die Neuen dabei. Lotus, Virgin und HRT F1 haben sich angesichts ihrer geringeren Erfahrung mit Boxenstopps und der weniger aufwendigen Hilfsmittel wacker geschlagen.

Die langsamsten Boxenstopps der ersten Rennen

Bezeichnet man einen Stopp, der 2,5 Sekunden und mehr über der Bestzeit liegt als schlecht, dann hat es bei den ersten sechs Grand Prix folgende Fahrer erwischt: In Bahrain Webber, Trulli, Kovalainen und Buemi. In Australien Button, Massa, Hamilton, de la Rosa, Kovalainen, Chandhok und Glock. In Malaysia Petrov, Senna, Webber und di Grassi. In China mit seinen insgesamt 67 Boxenstopps zogen Barrichello, Webber, Senna und Chandhok je zwei Mal eine Niete, dazu noch Trulli, Kovalainen und Sutil. In Spanien traf es Rosberg, Liuzzi, Vettel, Button, Alguersuari, di Grassi, Glock und Trulli. Und in Monaco blieb bei Senna, Chandhok und Kovalainen zu viel Zeit in der Boxengasse liegen.

Schnelle Boxenstopps können Gold wert sein und Positionen gewinnen. So ging Michael Schumacher in Monte Carlo an Rubens Barrichello vorbei. Dabei war der Stopp der Williams-Truppe nicht einmal schlecht. Barrichello stand nur 1,5 Sekunden länger still als der Mercedes-Pilot. Pech für die Silberpfeile: Sie sind die schnellsten in der Boxengasse, aber dafür gibt es keinen Pokal.

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