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Mercedes mit Schmalspur-Evolution

Dem Reifenkiller auf der Spur

Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - 9. Mai 2013 Foto: ams 22 Bilder

Die Ausbaustufe des Mercedes AMGW 04 sieht nicht spektakulär aus. Die meisten Änderungen sind gut versteckt. Es ging nicht um Rundenzeit, sondern darum den Grund zu finden, der bei extremen Bedingungen die Hinterreifen killt. Fahrer und Ingenieure sind guten Mutes auf dem richtigen Weg zu sein.

09.05.2013 Michael Schmidt

Man muss beim Mercedes schon mit der Lupe suchen, um die Modifikationen für den GP Spanien zu finden. Sichtbar sind es Stand Donnerstagabend nur die hinteren Bremsbelüftungen und Retuschen am Unterboden. Niki Lauda erhofft sich von dem Mini-Facelift zwei Zentel Zeitgewinn.

Doch darum geht es primär nicht. Mercedes ist dem Teufel auf der Spur. "Wir müssen herausfinden, warum unser Auto bei bestimmten Bedingungen die Hinterreifen frisst, und warum das bei Lotus oder Ferrari nicht der Fall ist", erklärte Sportchef Toto Wolff. Die erste Erkenntnis nach einer Bestandsaufnahme in der Fabrik in Brackley: "Das Problem sitzt irgendwo in der DNA unseres Autos. So wie es der Lotus in seinen Genen hat, dass er die Reifen streichelt."

Nur kleine Updates bei Mercedes

Mercedes gibt trotzdem nicht auf. Die Ingenieure um Projektleiter Aldo Costa haben sich einige Lösungen einfallen lassen, mit denen sie die Temperaturen an den Hinterreifen besser kontrollieren wollen. Sichtbares Zeichen sind die hinteren Bremsbelüftungen und die Bremstrommeln. Man weiß, dass die Abwärme der Bremsen einen großen Einfluss auf die Reifentemperaturen hat. Wer bei der Kühlung der Bremsen viel Spielraum hat, kann auch das Reifenproblem besser angehen.

Dazu hat Mercedes die Geometrie der Hinterradaufhängung geändert. Das ist in diesem Jahr relativ einfach möglich, weil man bei der Konstruktion des AMG W04 einen Trick ausgepackt hat. Die Querlenker sind nicht direkt am Getriebegehäuse befestigt, sondern an einem Karbonrahmen um das Getriebe herum. So ist man flexibler, wenn man die Anlenkpunkte verlegen will. Auch an der Gewichtsverteilung wurde gearbeitet. Dazu musste vorher erst einmal abgespeckt werden, um mehr Ballast nach vorne zu bringen.

Fahrer sind optimistisch

Nico Rosberg hofft, dass Mercedes dabei ein Schritt in die richtige Richtung gelungen ist. "Wir haben etwas gefunden, das uns helfen sollte, die Reifen einfacher zu kontrollieren. Ich bin mir sicher, würden wir mit dieser Lösung jetzt noch einmal in Bahrain fahren, hätten wir ein besseres Rennen dort."

Auch Lewis Hamilton sieht sich für Barcelona besser gerüstet als für den Kurs in der arabischen Steinwüste. "Barcelona ist in Bezug auf die Reifen viel ausgeglichener als die letzten beiden Rennen. Es ist nicht so wie zuletzt, dass einer der beiden Reifen deutlich stärker belastet wäre. In China waren es die Vorderreifen, in Bahrain der hinteren. Außerdem werden die Temperaturen niedriger sein als in Bahrain. Das hilft uns." Was Hamilton nicht sagt: Bei den Wintertestfahrten waren die Mercedes die schnellsten Autos auf der Strecke.

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