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Mercedes fährt 695 Kilometer in Jerez

Weltmeister-Team in starker Frühform

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1-Test Jerez - 1. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf 29 Bilder

Nico Rosberg avancierte am ersten Testtag der neuen Formel 1-Saison in Jerez zum Dauerläufer. Der Vizeweltmeister spulte im neuen Mercedes AMG W06 157 Runden oder fast 700 Kilometer ab. Mercedes will den Winter nutzen, um an der Zuverlässigkeit zu arbeiten.

01.02.2015 Andreas Haupt

Das war ein Auftakt nach Maß für Nico Rosberg und Mercedes. Der Wahlmonegasse legte am ersten Testtag in Jerez de la Frontera 695 Kilometer oder 157 Runden zurück. Das entspricht mehr als 2 Renndistanzen. Entsprechend gut war die Laune im Weltmeister-Team. "Wir haben heute unser Geheimnis gelüftet. Wir wollen zukünftig Langstreckenrennen fahren und in LeMans antreten", witzelte Teamchef Toto Wolff. Lewis Hamilton meinte mit einem Lächeln: "Morgen wollen wir 180 Runden drehen."

Rosberg spürt seine Muskeln nach erstem Test

Einsatzpilot Rosberg taten nach der Marathon-Session ein paar Knochen weh. Auch ein paar Muskeln zwickten. Doch er resümierte ebenfalls zufrieden: "Das war ein guter Start. Wir wollten viele Kilometer zurücklegen. Denn nur so können wir herausfinden, wo wir eventuelle Probleme mit dem Auto haben. Heute hatten wir keine großen."

Mercedes hat für den Winter einen klaren Fahrplan. Trotz der großen Dominanz in der letzten Saison mit 16 Siegen aus 19 Rennen hat Mercedes eine Schwachstelle im System ausgemacht. Die Zuverlässigkeit spielte den Silberpfeilen das ein ums andere Mal einen Streich.

"Unsere Standfestigkeit war unser größtes Problem. Wir müssen das aussortieren", so Rosberg. Der Deutsche selbst fiel der Technik in der vergangenen Saison 4 Mal zum Opfer: in Großbritannien und Singapur sah er die Zielflagge nicht, in Abu Dhabi rollte er als 14. ins Ziel und in Kanada wurde er trotz defektem ERS-System Zweiter.

Auf die Performance legte Mercedes am ersten Tag noch keinen großen Wert. Rosberg landete auf dem 3. Rang. Sein Rückstand auf den Tagesschnellsten Sebastian Vettel, der wie er auf Medium-Reifen seinen schnellsten Umlauf absolvierte, betrug 0,486 Sekunden. Doch Rosberg fuhr seine Runde bereits eine Stunde nach Teststart, wo die Strecke noch weniger Haftung als am Nachmittag bot. "Das Auto hat sich gut angefühlt. Die Balance war in Ordnung, hat aber noch nicht ganz gepasst", sagte Rosberg, der gleichzeitig Vettel lobt: "Sebs Zeit war gut."

Mercedes glaubt nicht an Vorjahres-Dominanz

Und wie viel besser ist der Mercedes AMG W06 im Vergleich zu seinem Vorgänger? "Ich kann als Referenz nur den Test aus dem vergangenen Jahr in Jerez nennen. Von diesem Standpunkt aus haben wir einen großen Schritt gemacht."

Dass man die Konkurrenz im gleichen Stil bügelt wie im letzten Jahr, daran glaubt man bei Mercedes nicht. "Red Bull war noch vor einem Jahr unangreifbar. Die werden wieder stark sein. Williams war im letzten Rennen in Abu Dhabi nur 3 Sekunden hinter Lewis, obwohl er bis zum Ende gepusht hat. Auch mit Ferrari und Sebastian sowie mit McLaren muss man rechnen", erklärt Rosberg.

Teamkollege und Weltmeister Hamilton pflichtet ihm bei: "Wir haben sicher einen Schritt gemacht. Aber das letzte Jahr zu wiederholen wird schwer. Für diejenigen, die weiter weg waren, ist es einfacher größere Schritte zu machen. Wir sind bereits näher an der Entwicklungsspitze dran."

Hamilton will für 2015 an seinen Qualifying-Leistungen arbeiten. Im Zeittraining unterlag er Rosberg mit 11:7. Im Rennen drehte er den Spieß dagegen um. Doch in der neuen Saison möchte Rosberg zurückschlagen. Dafür hat er auch an Kleinigkeiten gearbeitet. Wie zum Beispiel an seiner Atmung, "um noch 1 bis 2 Prozent zulegen zu können und am Rennende noch fitter zu sein".

Hamilton verhandelt über neuen Vertrag

Während Rosberg auf der Strecke seine Marathon-Distanz abspulte, saß Hamilton den Großteil des Tages in der Team-Hospitality. Zusammen mit Toto Wolff und Mercedes-Außenminister Niki Lauda. Die 3 sprachen über eine Vertragsverlängerung des Weltmeisters, dessen Kontrakt nach der Saison endet. Hamilton, der die Verhandlungen allein und ohne Berater führt, weiß um seinen Wert. Er lässt sich nicht in die Karten schauen. "Ich habe keine bestimmten Gefühle wegen meiner Vertragsverhandlungen."

Toto Wolff sieht keinen Zeitdruck: "Wir haben eine stabile, gute und offene Partnerschaft. Wir können uns aufeinander verlassen. Wir haben keinen unmittelbaren Druck, noch vor Saisonstart alles unter Dach und Fach zu bringen. Wir wünschen uns natürlich, die Sache lieber früher als später zu klären. Aber wir glaube nicht, dass irgendetwas Unerwartetes passiert."

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