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Mercedes

Motoren-Mann soll gehen

Foto: dpa

Nach dem desaströsen Formel 1-Saisonstart von McLaren-Mercedes sollen erste Konsequenzen gezogen werden. Angeblich soll nun Motoren-Mann Werner Laurenz den Hut nehmen müssen.

23.03.2004

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Montag (22.3.) soll Laurenz "in der Mercedes-Zentrale antanzen, um seine Abfindung abzuholen“.

"Wie immer bei solchen Gerüchten sehen wir keine Veranlassung, diese zu kommentieren“, sagte Mercedes-Pressesprecher Wolfgang Schattling gegenüber auto-motor-sport.de. Doch wie immer bei solchen Gerüchten steckt mehr als ein Funken Wahrheit dahinter. Tatsache ist: seit seinem Dienstantritt bei den Schwaben konnte sich Ex-BMW-Motorenmann Werner Laurenz nie so in das Formel 1-Motoren-Projekt einbringen, wie von seiner Seite und der von Mercedes gewünscht und erwartet. Viel wahrscheinlicher ist daher, dass Laurenz aus freien Stücken Mercedes verlassen wird. Denn bereits seit Längerem ist der "PS-Macher“ mit seinem Job extrem unzufrieden. Gegen Motorenpabst Mario Illien konnte sich Laurenz als Direktor des Formel 1-Programms nie durchsetzen. Dem Technischen Direktor von McLaren-Ilmor wird nachgesagt, dass er Laurenz stets geschickt in seinem Tatendrang einzubremsen wusste. Was nicht verwundert. Denn: Wer gibt schon freiwillig sein Lebenswerk auf?

Alles ziehe sich endlos hin, Entscheidungen würden so gut wie keine gefällt, soll sich Laurenz beklagt haben. Eine Stagnation, die für ihn immer unerträglicher wurde.

Laurenz, als Materialexperte anerkannt, wurde im Frühherbst 2002 mit einem deutlich höheren Salär von BMW weggeködert. Mercedes-Vorstandschef Jürgen Hubbert höchstpersönlich begab sich seinerzeit nach München, um Laurenz bei dem Erzkonkurrenten abzuwerben. Dort hatte Laurenz als Leiter der Formel 1-Entwicklung die entsprechenden Personal- und Logistikstrukturen für den Bau der BMW-Formel 1-Motoren ab 1999 organisiert. Das Superhirn jedoch, das für die Konstruktionen der stärksten Motoren der Formel 1 verantwortlich zeichnet - Technikgenie Heinz Paschen - bekam Mercedes trotz heftigen Werbens nicht.

Laurenz musste schließlich notgedrungen zu Mercedes wechseln. Denn die BMW-Motorsport-Direktoren Mario Theissen und Gerhard Berger machten bei Laurenz’ Poker um bessere Bezüge nicht mit. Seit dieser Zeit herrscht eisiges Schweigen zwischen Theissen und Laurenz. Ihr Kontakt ist abgebrochen. Die beiden ehemaligen Komilitonen studierten einst gemeinsam an der Technischen Universität in Aachen, wo Laurenz auch promovierte.

BMW-Sportchef Theissen hatte Laurenz vom Auspuffhersteller Walker zu BMW geholt. Davor, Ende der Achtziger Jahre, arbeitete Laurenz schon bei Audi in Neckarsulm an einem Formel 1-Motor. Das Zwölfzylinder-Projekt kam jedoch nie über das Stadium von zwei gegossenen Blöcken und wenigen Teilen hinaus, bevor es vom Vorstand gestoppt wurde.

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