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Mercedes muss zittern

FIA leitet Verfahren gegen Mercedes ein

Mercedes AMG W04 Formel 1 2013 Foto: xpb 20 Bilder

Zehn Tage nach dem GP Monaco hat die FIA ihre Anhörungen zum Fall der Pirelli-Testfahrten von Ferrari und Mercedes abgeschlossen. Ferrari wurde freigesprochen. Mercedes dagegen muss zittern. Die FIA schließt eine Regelverletzung nicht aus und hat das Internationale Sportgericht mit dem Fall beauftragt.

06.06.2013 Michael Schmidt

Am Anfang stand ein Protest. Red Bull und Ferrari haben beim GP Monaco gegen Mercedes protestiert, weil der Rennstall ihrer Meinung nach das Testverbot unter der Saison gemäß Artikel 22 im Sportgesetz gebrochen hat. Mercedes berief sich darauf, dass der Test von Pirelli organisiert worden sei, und dass man vorher das Einverständnis des Weltverbandes eingeholt habe. Auch für einen Test mit dem 2013er Auto.
 
Das wurde noch am Abend des GP Monaco vom Weltverband bestätigt, allerdings unter der Voraussetzung, dass Pirelli diese Testmöglichkeit allen anderen Teams ebenfalls einräumt, und dass die FIA und die anderen Teams über die Austragung der Testfahrten informiert werden. Beides ist nicht passiert.

Mercedes Reifentest geheim oder nicht geheim?

Pirellis Reifentest mit einem aktuellen Mercedes AMG W04 fand vom 15. bis zum 17.Mai in Barcelona statt. An den drei Tagen legten Nico Rosberg und Lewis Hamilton 1.000 Kilometer zurück. Pirelli hatte sich diese Möglichkeit für Notfälle in einem separaten Abkommen mit der FIA zusichern lassen.

Mercedes berief sich darauf, dass von Geheimhaltung keine Rede gewesen sein könne, weil jeder sehen konnte, dass die Boxeneinrichtung, die Lastwagen und das Motorhome am Abend des Rennens nicht abgebaut wurden. Andererseits sickerte durch, dass Pirelli Sichtblenden anbringen ließ, um neugierige Zaungäste auszusperren.

Im Zuge der Ermittlungen wurde ebenfalls bekannt, dass Ferrari bereits am 23. und 24. April in Barcelona mit einem Ferrari F2011 und Pedro de la Rosa am Steuer einen ähnlichen Test über 500 Kilometer durchgeführt habe. Laut Ferrari entsprach dies den Regeln, weil es sich um ein zwei Jahre altes Auto gehandelt habe. Kritiker werfen ein, dass der 2011er Ferrari wegen des angeblasenen Diffusors ungefähr die gleichen Abtriebswerte hatte wie der aktuelle F138, und dass man dabei sehr wohl hätte etwas lernen können.

Ferrari zu den Akten, Mercedes vor Gericht

Die FIA lud nacheinander Vertreter von Pirelli, Ferrari und Mercedes nach Paris ein, um ihnen Gelegenheit zu geben zu den strittigen Fragen Stellung zu nehmen. Außerdem wurde auch die Meinung der anderen Teams eingeholt. FIA-Präsident Jean Todt entschied daraufhin, dass der Fall Ferrari zu den Akten gelegt werden kann. Nach Meinung der FIA habe dieser Test die Regeln des Sportgesetzes nicht verletzt.

Der Fall Mercedes wird dagegen an das Internationale Sportgericht weitergereicht. Als Erklärung heißt es: "Die Ergebnisse der Befragung haben ergeben, dass die Bedingungen unter denen dieser Test stattgefunden hat, eine Verletzung der FIA-Regeln darstellen könnten."

Ein Datum für die Verhandlung wurde nicht genannt. Die Statuten verlangen eine Verhandlung innerhalb von maximal 45 Tagen. Dem vorausgehen eine Stellungnahme des Angeklagten und eine Antwort des Gerichts. Das Internationale Sportgericht wurde 2010 ins Leben gerufen und hat mit der FIA nichts zu tun. Es besteht aus zwölf unabhängigen Richtern.

Was kann Mercedes passieren?

Sollte das Gericht zu der Ansicht kommen, dass Mercedes oder Pirelli eine oder mehrere Regeln gebrochen haben, können sie von einer Geldbuße bis zum Punktabzug oder einer Disqualifikation jede denkbare Strafe verhängen. Interessant wird sein, ob bei einer Aberkennung der Resultate des GP Monaco die nachfolgenden Teams aufrücken dürfen oder nicht. Darüber kann das Internationale Sportgericht nämlich nicht entscheiden.

Die nachfolgenden Teams könnten argumentieren, dass Red Bull nicht automatisch gewonnen hätte, wenn Mercedes an dem Rennen gar nicht teilgenommen hätte. In der Geschichte der Formel 1 gibt es da einen Präzedenzfall, und auch da war der Name Rosberg verwickelt. Keke Rosberg war 1983 beim GP Brasilien nach einem Boxenstopp angeschoben worden. Der damalige Williams-Pilot beendete das Rennen in Rio als Zweiter. Rosberg verlor den Platz, aber die nachfolgenden Fahrer durften nicht aufrücken.

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