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Mercedes opfert Pole Position

Volle Konzentration auf das Rennen

Nico Rosberg - GP Österreich 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Nach der ersten Niederlage im Rennen kassiert Mercedes nun auch die erste Schlappe im Training. Zum ersten Mal in dieser Saison steht kein Silberpfeil auf der Pole Position, ja nicht mal in der ersten Reihe. Nico Rosberg klagte über Untersteuern, und Lewis Hamilton machte Fehler. Die Fahrer bezahlten für ein gutes Renn-Setup im Training.

21.06.2014 Michael Schmidt

Die erste Trainingsniederlage von Mercedes kam überraschend. Vor allem nachdem die Silberpfeile am Freitag die Konkurrenz mit einem Vorsprung von einer Sekunde an die Wand gefahren hatten. "Am Freitag war unser Abstand größer als zuvor. Als wir am Samstagmorgen die Rennabstimmung optimieren wollten, ist uns etwas aus dem Ruder gelaufen. Am Ende lief die Zeit davon, das Setup zu korrigieren", erzählte Teamchef Toto Wolff. Die Fahrer bezahlten mit Untersteuern. Mehr als erwartet."Und wir hatten nicht die Werkzeuge dazu, es ganz loszuwerden", fluchte Nico Rosberg.

Dann ging er ins Detail. "In meinem ersten Versuch im Q3 habe ich versucht, mit der Handbremse nachzuhelfen, aber ich bin einen Schritt zu weit gegangen." Hinter dem, was Rosberg mit "Handbremse" bezeichnet, verbirgt sich ein Knopf am Lenkrad, bei dem er einstellen kann, wie viel Energie in der Batterie gespeichert wird. Je mehr, umso weniger müssen die hinteren Bremsen arbeiten und umso mehr Bremskraft wird nach vorne gestellt. Untersteuern im Training ist meistens ein gutes Indiz für das Rennen. Das bedeutet, dass die Hinterreifen im Rennen weniger leiden.

Hamilton straft sich und Rosberg mit Fehler

Der WM-Spitzenreiter betrieb Schadensbegrenzung. Er landete immerhin noch auf Platz 3 hinter den beiden Williams-Mercedes. Und hofft, dass die es mit dem Setup übertrieben haben: "Wir haben immer noch das schnellere Auto. Und wir sollten im Renntrim besser sein. Das Untersteuern hat uns im Training geschadet, aber es wird im Rennen hilfreich sein." Dann wenn die Hinterreifen abbauen. Mercedes rechnet damit, dass die Supersoft-Reifen nach 12 bis 14 Runden so stark einbrechen, dass man sie wechseln muss. Bei Williams möglicherweise früher.

Für Rosberg verlief das Training trotz verpasster Bestzeit optimal. Sein Teamkollege startet sechs Plätze hinter ihm. Die erste Trainingszeit wurde Hamilton gestrichen, weil er in Kurve 8 über die Streckenbegrenzung geraten war. Im zweiten Versuch drehte er sich beim Anbremsen von Kurve 2. "Das Auto ist noch nicht untersucht worden, aber ich gehe davon aus, dass es mein Fehler war. Ich bin zu hart in die Bremse gestiegen."
 
Das brachte auch Rosberg um seine zweite Chance. "Ich musste wegen der gelben Flaggen vom Gas. Da sind gleich zwei, drei Zehntel weg." Doch selbst unter perfekten Bedingungen wäre es für Rosberg eng geworden. Seine Idealzeit, addiert aus den drei Sektor-Bestwerten, betrug 1:08.756 Minuten. Die von Massa 1:08.751 Minuten.

Konzentriert sich Mercedes zu sehr auf internes Duell

Vielleicht war sich Hamilton eine Spur zu sicher, so dass ihm zwei entscheidende Fehler unterliefen. "Ich hatte das ganze Wochenende ein gutes Gefühl, und wusste, dass ich für den Ernstfall Extra-Zeit in der Hinterhand hatte. Jetzt muss ich mir überlegen, mit welcher Taktik ich nach vorne komme. Soll ich gleich zu Beginn angreifen oder erst einmal abwarten?"
 
Teamchef Wolff war der Samstag am Red Bull-Ring eine Lehre: "Wir dürfen trotz eines überlegenen Autos nicht für selbstverständlich nehmen, dass wir vorne liegen. Williams hat heute von Anfang an alles richtig gemacht. Wir nicht. Und das hat ausgereicht, uns zu schlagen. Wir dürfen uns nicht nur auf unser eigenes Duell konzentrieren. Sonst profitieren die anderen davon."
 
Da ging der Blick auch zurück auf Montreal. In der Hitze des Gefechts hatten die Ingenieure die ansteigenden Temperaturen in den Steuergeräten der beiden Autos nicht ernst genug genommen. Was dann zu dem Ausstieg der Elektromotoren führte.

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