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Mercedes-Probleme

Antworten ja, Lösungen nein

Nico Rosberg GP Australien 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 20 Bilder

Es war die Frage aller Fragen. Warum sind bei Mercedes im Rennen zum GP Australien die Reifen eingebrochen? Die Ingenieure haben drei Tage lang alle Daten gecheckt. Es gibt Antworten, aber noch keine definitive Lösung.

22.03.2012 Michael Schmidt

Das Thema ist komplex. Wie immer, wenn es um die Reifen geht. Mercedes versuchte drei Tage lang das Reifenrätsel von Melbourne zu klären. Warum sind die Silberpfeile im Rennen so abgestürzt? Warum trat ein Problem wieder auf, das man gelöst zu haben glaubte? Wieso hat sich der starke Reifenabbau nicht schon an den Trainingstagen zum GP Australien angekündigt?

Fragen über Fragen, aber nicht für jede gibt es eine Antwort, die alles erklären würde. "Wir haben viele Ansätze, aber keine hundertprozentige Erklärung", zieht Michael Schumacher Bilanz. Nico Rosberg ergänzt: "Es gibt viele Ideen. Es liegt nicht an einer einzigen Sache. Ich hoffe, wir liegen richtig."

Podestträume schnell ausgeträumt

Im Training hatten die Mercedes-Piloten noch geglänzt. Da wurde das Wort "Podest" bereits in den Mund genommen. Heute ist man schlauer. "Ich glaube nicht, dass ein Podestplatz für uns möglich war", blick Schumacher realistisch zurück. "Das Maximum lag eher bei Platz fünf."

Teamchef Ross Brawn hat die steigenden Temperaturen während des Wochenendes in Melbourne im Verdacht. "Es war am Freitag wärmer als am Samstag und am Samstag wärmer als am Sonntag. Vielleicht hat das dazu geführt, dass wir uns mit der Abstimmung vergriffen haben." Nico Rosberg spürte bereits nach acht Runden, dass die Hinterreifen nachlassen. "Da haben die Jungs hinter mir angefangen, den Druck zu erhöhen."

Falsche Strategie bei Mercedes?

Angesichts der dahinschmelzenden Reifen im ersten Turn fragt man sich, ob es klug war, Rosberg im zweiten Abschnitt wieder mit gebrauchten weichen Reifen auf die Reise zu schicken, wohl wissend, dass diese 20 Runden halten mussten. Er hatte noch einen frischen Satz Medium-Reifen in der Hinterhand.

"Hinterher haben wir uns das auch gefragt", gibt Rosberg zu. "Aber ehrlich gesagt, hätte uns auch der Medium-Reifen nicht weitergebracht." Daraus schließen wir. Dann muss es schon schlimm gewesen sein.

Trotz der Nullrunde zum Auftakt ist man im Camp der Silberpfeile noch zuversichtlich. "Die Basis des Autos ist viel, viel besser als 2011", sagt Rosberg. "Da fällt es leichter, auf so ein Problem zu reagieren." Ross Brawn stimmt zu: "Wir haben dieses Jahr mehr Spielraum bei der Abstimmung und sind deshalb guter Dinge, die Sache in den Griff zu bekommen."

Rennstarts bleiben Mercedes-Stärke

Wenn schon das Ergebnis nicht stimmt, muss man sich an den positiven Erkenntnissen aus Melbourne festhalten. Zum Beispiel die starke Vorstellung im Training. Oder die beiden Raketenstarts. Rosberg schoss dabei mit seinem Spurt von Platz sieben auf Rang vier den Vogel ab. Der Slalom durch das Feld birgt auch gewisse Risiken. "Wenn du eine Lücke siehst, musst du dich irgendwann festlegen. Spielt dann einer nicht mit, wird es eng."

Zwei Runden später war Rosberg Platz vier schon wieder los. Sebastian Vettel überholte ihn spektakulär außen herum. Für einen Rennfahrer die Todesstrafe. "Wenn ich ihn da abgewehrt hätte, wäre Vettel eine Kurve später an mir vorbeigekommen", winkte Rosberg ab.

FIA hält DRS-Schacht weiter für legal

Wenigstens von der FIA gibt es gute Nachrichten. Die Regelhüter erklärten in Malaysia noch einmal, dass der revolutionäre DRS-Schacht - mit dem Luft am Heckflügel eingesaugt und unter dem Frontflügel wieder abgelassen wird - legal sei. Schon in Australien kam die technische Abnahme zu dem gleichen Urteil. Die Konkurrenz von Lotus und Red Bull, die mit dem Gedanken eines Protests gespielt hatte, kann sich den Gang zur FIA also sparen.

In unserer Fotoshow erklären wir noch einmal die Funktionsweise des DRS-Schachts.

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