Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes-Protest zurückgezogen

Bei Protest keine WM-Feier

Verstappen - Hamilton - GP Japan 2016 - Suzuka Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Der GP Japan 2016 war reich an Absurditäten. Nach Ferraris inszeniertem Hauskrach und Lewis Hamiltons Presse-Streik lieferte Mercedes die letzten Posse des Wochenendes. Drei Stunden nach Rennende flatterte den Sportkommissaren ein Protest auf den Tisch. Und er wurde 83 Minuten später zurückgezogen.

09.10.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Auf der Rennstrecke bot der GP Japan wenig Action. Der größte Aufreger war der missglückte Überholversuch von Lewis Hamilton an Max Verstappen zwei Runden vor Schluss. Verstappen ließ Hamilton mit seiner üblichen Taktik auflaufen. Er lud ihn auf eine Seite zum Überholen ein und fuhr ihm dann vor die Nase. Als beide schon auf der Bremse standen.

Das kann gemäß Artikel 27.5 des Sportgesetzes als gefährliches Fahren gewertet werden. Weil es den anderen Fahrer in einem Moment zum Ausweichen zwingt, in dem das nur noch schwer möglich ist. Lewis Hamilton hatte sich am Funk über Verstappens späten Spurwechsel aufgeregt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich der Holländer mit dieser Methode seine Gegner vom Leib hält. Kimi Räikkönen bekam es in Ungarn und Belgien zu spüren. Jedes Mal ohne Konsequenzen.

Für eine Untersuchung fehlten die Zeugen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff erwähnte nach dem Rennen, dass ein Spurwechsel beim Bremsen nach den Regeln eigentlich nicht gestattet sei. Er würde aber immer wieder toleriert. „Es wäre gut, wenn wir endlich mal wüssten, was erlaubt ist und was nicht.“ Damit schien das Thema vom Tisch. Auch Hamilton kartete nicht mehr nach. „Es spielt keine Rolle mehr, ob ich damit glücklich bin oder nicht. Es ist passiert, und wir schauen nach vorne.“

Emanuele Pirro, der Fahrervertreter unter den Sportkommissaren, wollte sich Verstappen trotzdem in einem vertraulichen Gespräch zur Brust nehmen. Die ersten Lektionen der FIA-Offiziellen in Hockenheim und Monza hatten offenbar wenig gefruchtet. Trotzdem verzichteten die Sportkommissare darauf, eine Untersuchung einzuleiten. Eine kleine Schelte sollte ausreichen.

Umso überraschender flatterte den Sportkommissaren um 18.27 Uhr Ortszeit, drei Stunden nach Rennen, eine Protestnote von Mercedes auf den Tisch. Allein, es fehlten die Zeugen. Hamilton saß längst im Flugzeug von Niki Lauda auf dem Heimweg nach Europa und stand als Zeuge nicht zur Verfügung. Auch Verstappen hatte drei Stunden nach Rennende die Strecke bereits verlassen.

Hamilton twitterte aus dem Lauda-Jet

Daraufhin ließ die FIA verlauten, dass über die Akte Verstappen erst beim nächsten Rennen in Austin entschieden würde. Das aber hätte bedeutet, dass alle Ergebnisse provisorischer Natur gewesen wären. Mercedes hätte sich zwei Wochen lang nicht Konstrukteurs-Weltmeister nennen können. Und sämtliche Feiern abblasen müssen. Da es bei dem Einspruch nicht viel zu gewinnen gab, blies der Triple-Weltmeister 83 Minuten nach der Protestankündigung zum Rückzug.

Doch die Posse ging noch weiter. Sie reihte sich nahtlos an Ferraris inszenierten Hauskrach nach einem Arrivabene-Zitat und in Hamiltons Medien-Abstrafung ein. Hamilton twitterte aus dem Flugzeug, dass weder er, noch das Team einen Protest eingelegt hätten. Irgendein Idiot hätte diese Geschichte in die Welt gesetzt. Der Tweet wurde wenig später gelöscht. Den Idioten gab es nicht.

Hamilton hatte übersehen, dass die FIA bereits die offiziellen Dokumente 41, 42 und 43 verschickt hatte. Niemand hatte etwas erfunden. Er hatte auch nicht kapiert, dass Mercedes seinem angezählten Titelverteidiger nur demonstrieren wollte, dass man ihm in schweren Zeiten zur Seite steht.

Neuester Kommentar

"Er hatte auch nicht kapiert, dass Mercedes seinem angezählten Titelverteidiger nur demonstrieren wollte, dass man ihm in schweren Zeiten zur Seite steht."
Aha, indem man den Protest zurückzieht?

monkeystar 9. Oktober 2016, 16:37 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden