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Mercedes-Prozess Zwischenbilanz

Scharfe Vorwürfe gegen Mercedes

FIA Logo Foto: Daniel Reinhard 18 Bilder

Beim Prozess gegen Mercedes und Pirelli vor dem internationalen Sportgericht in Paris, hat der FIA-Ankläger Mark Howard Mercedes die Verletzung der Regeln in zwei Fällen vorgeworfen. Mit dem verbotenen Test habe man gegen Artikel 22.4,h verstoßen. Außerdem sei das Gebot der Gleichbehandlung nach Artikel 1.5.1,c verletzt worden.

20.06.2013 Michael Schmidt

Sämtliche schriftlichen Erklärungen von Mercedes schmettert er ab. Wenn jetzt von Mercedes nichts mehr kommt, dann sieht es nicht gut aus für die Silberpfeile. Die Schlacht im Gerichtssaal könnte verloren gehen.

Chefankläger richtet schwere Vorwürfe an Mercedes

Chefankläger Mark Howard von der FIA richtete schwere Vorwürfe an den deutsch-englischen Rennstall. Mercedes habe demnach das Sportgesetz in den Punkten 22.4,h und 1.5.1,c verstoßen. In Artikel 22.4,h sei klar geregelt, dass zwischen zehn Tage vor Saisonbeginn und dem 31. Dezember kein Test mit dem aktuellen Auto oder einem der Vorsaison stattfinden dürfe. Ausnahmen seien vier Aero-Testfahrten à 250 Kilometer und acht Promotion-Tage à 100 Kilometer. Mercedes habe bei seinem Test vom 15. bis zum 17. Mai in Barcelona genau das getan. Es sei irrelevant, dass Pirelli den Test durchgeführt und dafür bezahlt habe.

Im Mercedes-Prozess kann Charlie Whiting nur eine Meinung abgeben

Die Tatsache, dass Charlie Whiting auf Anfrage von Mercedes, ob ein Pirelli-Reifentest mit einem 2013er Auto möglich sei, unter bestimmten Bedingungen seine Zustimmung gegeben habe, sei ebenfalls kein entlastendes Element. "Herr Whiting kann höchstens eine Meinung abgeben. Er ist nicht befugt, einen solchen Test zu billigen, wenn er im Widerspruch zum Sportgesetz steht. Das kann nur der FIA-Weltrat."

Außerdem sei keine der Bedingungen erfüllt worden, die Whiting nach Befragung von FIA-Anwalt Sebastien Bernard an Mercedes gestellt habe. Demnach hätten nicht nur allen anderen Teams die Möglichkeit eines solchen Test gegeben werden müssen, man hätte sie auch fragen, einladen und bei Zustimmung an den Testergebnissen teilhaben müssen. Chefankläger Mark Howard findet es befremdend, dass weder Mercedes noch Pirelli irgendeine dieser Bedingungen erfüllt hätten.

FIA weist Mercedes-Begründung zurück

Nach Ausführung des FIA-Anklägers hat Mercedes bei diesem 1.000-Kilometer-Test unausweichlich wertvolle Informationen erhalten, und sei es nur die Bestätigung, dass die relevanten Komponenten 1.000 Kilometer halten. Demzufolge sei auch Artikel 1.5.1,c des Sportgesetzes verletzt. In dem Paragrafen wird auf Fairness und Gleichbehandlung für alle Teams hingewiesen. Mercedes habe den Artikel dadurch verletzt, in dem man Testergebnisse generiert und damit einen Wettbewerbsvorteil erhalten habe. Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin erwidert, dass man Pirelli bei der Lösung eines Reifenproblems habe helfen wollen, und dass die Ergebnisse allen Teams zugänglich gemacht wurden und sie deshalb auch von diesen Ergebnissen profitiert hätten.

Howard erwidert, dass dies keine Entschuldigung sei: "Mercedes hat Erfahrungen über sein Auto gesammelt, die sie nicht gemacht hätten, hätte der Test nicht stattgefunden." Nach einer Pause von 15 Minuten war Mercedes-Anwalt Paul Harris mit seiner Verteidigung an der Reihe. 

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