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Mercedes reagiert auf 2014er Panne

Mehr Kühlung für den Computer

Mercedes - GP Österreich - Formel 1 - Donnerstag - 18.6.2015 Foto: ams 32 Bilder

In der Saison 2014 riss die Siegesserie von Mercedes in Montreal weil ein Steuergerät überhitzte. Deshalb mussten die Silberpfeile auch am Red Bull-Ring im Schongang fahren. Ein Jahr später beugte Mercedes vor. Mit besserer Kühlung für die Leistungselektronik.

27.06.2015 Michael Schmidt

Die Grands Prix in Kanada und Österreich sind ein Bremsenkiller. In Montreal steigen die Fahrer sieben Mal voll in die Eisen. Auf eine Renndistanz werden 147 Kilowattstunden Energie vernichtet. Am Red Bull-Ring sind es 143 Kilowattstunden bei ebenfalls sieben Bremsmanövern. 17 Prozent der Rundenzeit stehen die Fahrer auf der Bremse.

Zum Vergleich: In den 66 Runden in Barcelona zum Beispiel verpuffen beim Bremsen nur 114 Kilowattstunden Energie. Genauso oft wird beschleunigt. Deshalb leidet auch der Elektroantrieb. Der ständige Wechsel zwischen Vollgas und Vollbremsung, Laden und entladen belastet die Batterie und die Steuergeräte. Das System ist ohne Pause im Betrieb.

Beulen in der Mercedes-Verkleidung

Die MGU-K lädt die Batterie nicht nur beim Bremsen, sondern auch beim Beschleunigen. Wenn der Fahrer aufs Gas geht, gibt es Drehmoment im Überfluss. Statt entsprechend weniger Benzin einzuspritzen, um das Drehmoment zu drosseln, wird mehr Sprit verbrannt.

Die MGU-K wird auf Generatorbetrieb geschaltet und arbeitet gegen den Motor. Das ist Energie für die Batterie. Auf den Geraden wird dem Energiespeicher der Saft dann wieder entzogen. Dabei spart man mehr Benzin als man vorher zusätzlich eingespritzt hat. Unter dem Strich ist das effizienter.

Die Leistungselektronik steuert die Abläufe. Sie wird in Montreal und am Red Bull-Ring im Dauerbetrieb heißer als auf anderen Strecken. Das kostete Mercedes im Vorjahr den Sieg. Weil die Steuereinheit überhitzte, meldete sich der Elektroantrieb ab.

Für das nachfolgende Rennen in Österreich gab es keine schnelle und kugelsichere Lösung. Deshalb fuhren Nico Rosberg und Lewis Hamilton mit gebremsten Schaum. Was die Williams auf Schlagdistanz brachte.

In diesem Jahr hat Mercedes vorgesorgt. Im Heck wurde ein zusätzliches Kühlelement angebracht, dass die Leistungselektronik im grünen Bereich hält. Gut erkennbar an einer Beule in der Motorabdeckung. Der aerodynamische Nachteil ist minimal. Dafür hat man eine mögliche Defektquelle ausgeschaltet. Der Lohn: Mercedes war auf den beiden Power-Strecken deutlich überlegener als 2014.

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