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Mercedes schont Motoren

Vettel schon mit zweitem Motor

Sebastian Vettel - GP Bahrain - Formel 1 - 2014 Foto: Red Bull 100 Bilder

Der dritte Grand Prix des Jahres wird eine Zitterpartie für Mercedes und Ferrari. Beide Hersteller haben ihren Teams den Auftrag erteilt, dass die Motoren das Wochenende von Bahrain überstehen müssen. Red Bull und Toro Rosso haben für Bahrain bereits die zweite von fünf erlaubten Antriebseinheiten eingebaut.

04.04.2014 Michael Schmidt

Für die Motorenhersteller ist es eine Mammutaufgabe. Die Antriebseinheiten müssen nicht nur mit 100 Kilogramm Benzin über die Distanz kommen. Es dürfen auch nur fünf Exemplare pro Fahrer für die gesamte Saison eingesetzt werden. Das heißt: Fünf Motoren, fünf Turbolader, fünf Elektromaschinen (MGU-K und MGU-H), fünf Batterien und fünf Steuergeräte, die sich je nach Hersteller wiederum in sechs bis neun unterschiedliche Elektronikboxen aufteilen.

Pro Grand Prix rechnen die Teams mit einer Kilometerleistung von 850 Kilometer. Das heißt, dass jeder Motor und seine Anbauteile mindestens 3250 Milometer überstehen müssen. Nach günstigster Rechnung.

Mercedes-Piloten geizen mit Kilometern

Mercedes und Ferrari haben ihren Teams den Auftrag erteilt, dass die erste Antriebseinheit den GP Bahrain überstehen muss. Das wären aber nur 2.550 Kilometer. Also 700 Kilometer zu wenig. Alle Mercedes-Piloten müssen deshalb in den freien Trainingssitzungen bei Tageslicht (FP1 & FP3) Kilometer sparen.

Sie haben ohnehin nur bedingte Aussagekraft für das bevorstehende Nachtrennen. Nico Hülkenberg drehte in der ersten Sitzung 10 Runden, Felipe Massa 11, Nico Rosberg 13. Ein Schmalspur-Programm. Nur Sergio Perez hatte mit 21 Runden freie Fahrt. Sein Malaysia-Grand Prix war schon vor dem Start zu Ende. Der Mexikaner hat noch ein Kilometer-Guthaben.

Mercedes will auf keinen Fall Motoren verlieren. Nachdem bei den Testfahrten drei Mercedes-Motoren in einem Bereich zwischen 2.800 und 3.900 Kilometer kaputtgegangen waren, regiert die Vorsicht. Man hat noch zu wenig Erfahrungswerte.
 
Doch wie will man selbst bei einem erfolgreich bestandenen Pensum von drei Rennen die ganze Saison überstehen? Mit einem Defizit von 700 Kilometern? Ein Mercedes-Mann erklärt: "Ab dem GP China kommt die zweite Motorengeneration. Die hält länger."

Alle Hersteller bessern nach

Red Bull und Toro Rosso haben vor dem Bahrain-Wochenende aus diesem Grund bereits die zweite Antriebseinheit eingebaut. Renault hat seine Motoren bereits für den GP Bahrain modifiziert. Alle drei Hersteller haben bei der FIA Änderungswünsche in Bezug auf die Standfestigkeit beantragt und auch genehmigt bekommen.
 
In allen drei Fällen wurde der Antrieb der MGU-K verstärkt. Der war vor allem bei Renault ein Problem. Lotus verlor in Australien beide MGU-K Einheiten, weil in der Antriebswelle die Zähne ausgebrochen waren. Renault hat in seine zweite Motorenversion noch weitere Modifikationen gepackt. Ein neues Ölsystem für den Turbolader und einen stärkeren Auspuff.

Motortausch am Freitag ist ein Problem

Die ausgetauschten Motoren sind nicht verloren. Sie bleiben im System. Doch es ist nicht mehr so einfach, im Freitagstraining Kilometer auf den Uralt-Triebwerken abzuschrubben, und für die Qualifikation Antriebseinheiten jüngeren Datums einzubauen.
 
Das Reglement erlaubt das, doch da kommt den Teams der zeitraubende Motorwechsel dazwischen. "Wenn alles gut läuft und der Austausch-Motor zu hundert Prozent vorbereitet ist, können wir es gerade so innerhalb der Sperrstunde am Freitagabend schaffen. Aber das Risiko, einen der sechs Joker ziehen zu müssen, ist groß", warnt Force India-Technikchef Andy Green.

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