Mercedes will spätestens in der Sommerpause Klarheit über die Formel-1-Zukunft von Michael Schumacher haben. "In den nächsten sechs Wochen müssen wir darüber nachdenken, was wir im kommenden Jahr machen wollen. Wenn diese Entscheidung gefallen ist, wissen wir, ob wir uns umschauen müssen oder die Fahrer behalten, die wir haben", sagte Teamchef Ross Brawn bei einem Fanforum im englischen Grove.
Schumachers Vertrag läuft am Saisonende aus. Zuletzt hatte der 43-Jährige noch um weitere Bedenkzeit gebeten, ob er seine Karriere weiter verlängern will. Brawn will aber nicht mehr lange warten. "Wir werden im Sommer eine Entscheidung treffen", sagte der Brite am Dienstagabend. Ein Entschluss müsse "bald" fallen, fügte Brawn hinzu.
Schumacher kann Vertrag selbst verlängern
Beim Thema neuer Vertrag gibt Schumacher die Richtung vor. Nur er besitzt die einseitige Option für eine Verlängerung seines Kontrakts. So dürfte sich der Routinier kaum zu einer voreiligen Entscheidung drängen lassen. "Ich kann nur immer wiederholen, dass wir gemeinsam mit dem Team die Entscheidung natürlich kommunizieren werden, wenn sie gefallen ist", sagte seine Managerin Sabine Kehm am Mittwoch (4.7.). Sie stellte klar: "An einer öffentlichen Diskussion über Zeitabläufe, Hintergründe oder Tendenzen aber werden wir uns nicht beteiligen."
Der Rekordweltmeister war 2010 nach dreijähriger Pause in die Formel 1 zurückgekehrt. Mit Mercedes wollte er nach einer Aufbauphase nach seinem achten Titel greifen. Dabei hatte der 91-malige Grand-Prix-Sieger jedoch immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen. Erst in Valencia war er zuletzt als Dritter erstmals nach 2093 Tagen wieder auf einen Podiumsplatz gefahren.
Rosberg besitzt langfristigen Vertrag
Schumachers Teamkollege Nico Rosberg hatte seinen Vertrag bereits vor der Saison langfristig verlängert. Dem Wiesbadener gelang danach in China sein erster Formel-1-Sieg. Dagegen hatte Schumacher immer wieder Pech mit technischen Problemen am Silberpfeil und fiel in der Gesamtwertung früh weit zurück. Vor dem neunten Saisonrennen am Sonntag in Silverstone rangiert er auf WM-Platz 13, Rosberg ist Fünfter.
Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry hatte die Diskussion um Schumachers Zukunft vor wenigen Wochen befeuert und Paul di Resta als möglichen Nachfolger ins Gespräch gebracht. Der Brite startet in der Formel 1 für Force India, davor fuhr er im Deutschen Tourenwagen Masters für Mercedes.





