Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes-Strategiechef erklärt

Rosbergs Plan B im Detail

Mercedes - GP Bahrain 2014 Foto: xpb 76 Bilder

10 Tage nach dem GP Bahrain wird das Duell der Mercedes-Piloten immer noch heiß diskutiert. Und die Taktik von Nico Rosberg. Warum wählte der Deutsche Plan B, und warum stoppte er beim ersten Mal zwei Runden nach Lewis Hamilton? Mercedes-Strategiechef James Vowles gibt die Antworten.

17.04.2014 Michael Schmidt

Das Mercedes-Duell sorgt auch zehn Tage nach dem GP Bahrain für Gesprächsstoff. Zwölf Runden lang lagen Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Clinch. Insgesamt sechs Mal griff Rosberg an. Zwei Mal vor dem ersten Boxenstopp, vier Mal nach der Safety-Car-Phase. Jedes Mal schlug Hamilton zurück. Zwischendrin änderte Rosberg auch noch die Taktik.

Für die Mercedes-Strategen war es Plan B. Auch ein Zweistopp-Rennen, aber mit der Reifenfolge soft-medium-soft. Hamilton fuhr nach Plan A mit den Reifen soft-soft-medium. Auch dem Papier war Hamiltons Taktik über die gesamte Renndistanz zwei Sekunden schneller. Eine Dreistopp-Strategie kam nicht in Frage. Sie hätte in Theorie fünf Sekunden gekostet. "Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass die Differenz sogar sieben Sekunden betrug", rechnet Mercedes-Strategiechef James Vowles vor.

Nico Rosberg wollte Plan B

Es war Rosberg selbst, der sich für Plan B entschied. Man hatte ihm die Daten ins Cockpit gefunkt. "Bei einem Rennen ohne Safety-Car wäre Nico drei Runden vor Schluss auf Lewis aufgelaufen. Die Taktik machte also Sinn", erzählt Vowles.

Mit dem Vorteil des weichen Reifens, den der Cheftaktiker auf ungefähr eine halbe Sekunde einschätzt. Der wäre allerdings Richtung Rennende wegen des Reifenabbaus geschrumpft. Außerdem wurde Rosberg gesagt, dass er als Angreifer auf der Geraden mit einem DRS-Delta von sieben bis acht km/h zu seinen Gunsten rechnen könne.

Für Rosberg ein Grund, die Alternativ-Taktik zu wagen. Doch warum stoppte der Deutsche beim ersten Reifenwechsel zwei Runden nach Hamilton statt nur einer? So handelte er sich einen Rückstand von fünf statt 2,5 Sekunden ein. Verschwörungstheoretiker witterten eine versteckte Stallregie. Oder wenigstens einen Strategiefehler.

Großes Duell drei Runden vor Schluss

Vowles erklärt, warum keines von beidem zutrifft: "Nico brauchte die zwei Runden Versatz, um am Ende des zweiten Stints nicht mehr als neun Sekunden auf Lewis zu verlieren. Wenn man den Abbau der weichen und der harten Reifen übereinanderlegt, dann sieht man, dass sich die Rundenzeiten ab einem bestimmten Punkt angleichen."

"Dieser Punkt musste aus Sicht von Nico so früh wie möglich eintreten. Das ging nur, wenn sein harter Reifensatz möglichst frisch, und die weichen Reifen von Lewis möglichst alt waren. Eine Runde Differenz zwischen den beiden Boxenstopps wären dafür zu wenig gewesen, drei Runden zu viel."

Die Safety-Car-Phase spielte Rosberg eine Trumpfkarte zu. Er musste sich mit dem letzten Reifensatz nicht erst mühsam an Hamilton herankämpfen, sondern bekam die Zeit einfach geschenkt. Trotzdem ging die Rechnung für Rosberg nicht auf. Weil er nicht bei den ersten beiden Attacken an seinem Gegner vorbeikam. Im Windschatten bauten seine weichen Reifen stärker ab als bei freier Fahrt.

Eine Frage noch an den Strategiechef: Wann hätten die beiden Mercedes-Fahrer ohne die Safety-Car-Phase gestoppt? Hätte es wieder zwei Runden Unterschied gegeben? Vowles verneint: "Nein, sie wären im Abstand einer Runde reingekommen. Es hätte sich für Nico trotzdem ausbezahlt, weil er bei der kurzen Restdistanz auf den Reifenverschleiß keine Rücksicht hätte nehmen müssen. Nach unseren Rechnungen wäre es in den letzten drei Runden zum Duell gekommen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden