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Formel 1: Mercedes-Strategie für Schumacher

War die Rosberg-Taktik in Monaco korrekt?

Nico Rosberg - Monaco 2010 Foto: Mercedes GP 30 Bilder

Nico Rosberg landete beim GP Monaco auf Platz sieben. Aus seiner Sicht enttäuschend. Der Monaco-Spezialist hatte sich mehr erwartet. Verschwörungstheoretiker warfen Mercedes GP eine Renntaktik zugunsten von Schumacher vor. Lässt sich der Vorwurf halten?

18.05.2010 Michael Schmidt

Für Rosberg-Fans war alles klar. Ihr Held wurde im Rennen von der Mercedes-Box um ein besseres Resultat betrogen. Hätte er gleich nach Michael Schumacher die Reifen gewechselt, wäre er unter Umständen vor seinem Teamkollegen ins Ziel gekommen. Sein Team ließ ihn aber bis Runde 28 auf den weichen Reifen verhungern. Und damit ist Rosberg hinter den Pulk Massa-Hamilton-Alonso-Schumacher gefallen. Soweit die Theorie des Rosberg-Fanclubs, der auch im Fahrerlager seine Anhänger hat.

Die genaue Analyse des Rennverlaufs zeigt, dass dieser Vorwurf Unsinn ist. Wäre die Taktik von Mercedes aufgegangen, hätte Rosberg die ganze Gruppe überholt, die er nach dem Reifenwechsel bis zur Zieldurchfahrt vor seiner Nase hatte.

Rosberg macht stetig Boden gut

Was ist passiert? In der 17. Runde eröffnet Lewis Hamilton den Reigen der Boxenstopps bei den Spitzenteams. Der McLaren-Star holt sich seine harten Reifen ab und biegt knapp vor Fernando Alonso wieder auf die Strecke ein. Der Spanier hatte seinen Reifenwechsel bereits nach einer Runde erledigt. Aus seiner Sicht die einzige Chance, nach vorne zu kommen. Was ihm dank einiger Überholmanöver und einer frühen SafetyCar-Phase auch gelang.

In Runde 19 parken Felipe Massa und Michael Schumacher zum Reifenservice vor ihrer Box. Massa kommt vor Hamilton wieder raus, Schumacher knapp dahinter. Jetzt wartet alles auf Nico Rosberg. Doch der bleibt draußen. Er hat im dichten Verkehr der ersten Runden seine weichen Reifen geschont und dreht nun, da er erstmals eine freie Straße vor sich hat, richtig auf. Rosberg fährt eine schnellste Runde nach der anderen. In Runde 20 beträgt sein Vorsprung auf Massa 11,2 Sekunden, auf Schumacher sind es 21,4 Sekunden. Um einen Platz zu gewinnen, braucht man ein Polster von ungefähr 25 Sekunden für seinen Boxenstopp. Das hatte Hamilton gerade so gereicht, um sich vor Alonso zu schwindeln.

Rosberg hinter Webber schneller als die direkte Konkurrenz

In Runde 23 wickelt der Führende Mark Webber seinen Boxenstopp ab. Zu dem Zeitpunkt trennen Rosberg und Massa schon 17,2 Sekunden. Massa hat jetzt Hamilton, Alonso und Schumacher direkt im Genick. Die Gruppe wird von Kamui Kobayashi aufgehalten, der als einziger mit einer alternativen Strategie unterwegs ist. Der Japaner startet das Rennen mit den harten Reifen, hat also keinen Grund, den schnellen Konvoi in seinem Rücken vorbeizulassen, weil er damit seine Strategie konterkarieren würde.

Rosberg hat ab Runde 24 nur noch den Führenden Webber vor der Nase. Hätte er zu dem Zeitpunkt Reifen gewechselt, wäre er garantiert hinter den Massa-Tross gefallen. Die Mercedes-Box geht nun völlig richtig aufs Ganze. Sie zögert den Boxenstopp hinaus und will Rosberg vor Massa bringen, was Platz vier bedeutet hätte. Dazu braucht Nico aber 25 Sekunden Luft.

Kobayashi lässt Rosberg-Plan platzen

Webber fährt mit den harten Reifen sofort vier tiefe 1.18er Zeiten. Rosberg in seinem Windschatten ist zwar schneller, aber er wird im Vergleich zu seinen Gegnern im Fernduell nicht aufgehalten. Massa und Co. verhungern hinter Kobayashi, der zwar respektable 1.19er Runden fährt, im Schnitt aber 1,5 Sekunden langsamer ist als Webber. Ross Brawn konnte sich also ausrechnen, wann es so weit sein würde, bis Rosberg den nötigen Vorsprung aufbaut. Es wäre bei einer gleichbleibenden Differenz von 1,5 Sekunden spätestens in Runde 31 so weit gewesen.

Dummerweise bleibt Kobayashi in der 27. Runde mit einem Getriebedefekt stehen. Damit ist der Prellbock für Rosbergs Rivalen weg, sie können wieder Tempo machen, und Rosberg muss zur Schadensbegrenzung sofort zum Reifenwechsel an die Box. Die Mercedes-Box konnte mit Kobayashis Ausfall aber nicht rechnen. Für sie galt der Spruch: Richtig taktiert, dumm gelaufen.

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