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Mercedes Technik-Defekte

Warum fiel Hamilton aus und Rosberg nicht?

Mercedes - GP Kanada 2014 Foto: xpb 33 Bilder

Das Mercedes-Problem von Montreal ist geklärt. Es soll nicht mehr vorkommen. Doch warum kam Nico Rosberg mit seinen Bremsen über die Distanz und Lewis Hamilton nicht? Es gibt vier gute Gründe dafür. Wir sorgen für Aufklärung.

20.06.2014 Michael Schmidt

Ein anderes Kühlpaket, ansteigende Temperaturen in dem Steuergerät für die MGU-K, ein hitziges Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton, und schon war es da, das Problem, das Mercedes beim GP Kanada vom Gewinnen abhielt.

"Unsere zwei Fahrer haben sich so hart gematcht, dass wir die ansteigenden Tremperaturen in den Elektronikboxen zuerst nicht so ernst genommen haben und in den Kampf nicht eingreifen wollten. Als wir sie ernst nahmen, war es zu spät", erklärte Teamchef Toto Wolff anschließend. Mit den bekannten Folgen: 160 PS weniger, Hinterradbremsen am Temperaturlimit.

"Ich musste mich nicht groß anpassen"

Beide Fahrer mussten mit der Bremsbalance nach vorne. Das Maximum sind 70 Prozent. Nico Rosberg fragte über Funk nach, wie weit Hamilton nach vorne gegangen war. Die Antwort hat ihn offenbar befriedigt. Hamilton erzählt im Rückblick, dass er sich gar nicht groß anpassen musste.

"Es war eigentlich ganz einfach. Klar, da war plötzlich viel weniger Leistung da. Aber ich habe nur kleine Änderungen an der Bremsbalance vorgenommen." Das hörte sich bei Rosberg viel dramatischer an. "Ich hatte alle Hände voll zu tun, musste meinen Fahrstil anpassen, an tausend Schaltern drehen, neue Bremspunkte suchen und hatte Lewis noch im Nacken."

Eine Runde Bremskraft nach hinten gestellt

Zehn Runden nach Auftreten des MGU-K Ausfalls stellte Hamilton sein Auto mit kochenden Hinterradbremsen in den Boxen ab. Rosberg fuhr bis zur Zielflagge durch. Das hat Gründe. Einen gibt Hamilton gleich selbst: "Nico fuhr in frischer Luft. Seine Bremsen hatten bessere Kühlung. Ich bekam die ganze heiße Luft von ihm ab." Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Rosberg ging vor den Kurven früher vom Gas und entlastete so die Bremsen mehr. Und er hatte die Bremsbalance weiter nach vorne gestellt als Hamilton. Was ihm die hinteren Bremsen dankten.

Und dann war da noch die entscheidende Runde vor Hamiltons Boxenstopp. Der Engländer wollte unbedingt an Rosberg vorbei und hat für eine Runde die Bremsbalance wieder etwas mehr nach hinten verstellt, um den Teamkollegen ausbremsen zu können. Er bezahlte dafür beim Reifenwechsel. Im Stand ohne den kühlenden Fahrtwind begann bei rotglühenden Scheiben hinten die Bremsflüssigkeit zu kochen. Und da fiel dann auch das Pedal aufs Bodenblech durch. Game over.

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