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Geplante Mercedes-Übernahme: Brawn GP fährt 2010 in Silber

Die Übernahme von Brawn GP durch Mercedes befindet sich auf den letzten Metern. Ob das Weltmeisterteam bereits in der kommenden Saison den Namen Mercedes im Namen trägt, hängt von den Verhandlungen mit McLaren ab.

Die Ehe von Mercedes und McLaren ist in die Brüche gegangen. Obwohl Daimler mit 40 Prozent der größte Anteilseigner an der Rennschmiede in Woking ist, herrschte Ron Dennis jahrelang fast im Alleingang. Die Spionage-Affäre 2007 und der Streit um den Nachfolger des Straßensportwagen SLR waren dabei nur die letzten Schritte auf dem Weg zur Scheidung.

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Übernahme bis Mitte November

In dieser Saison eröffnete sich für Mercedes die Chance auf eine neue Partnerschaft. Brawn GP war auf der Suche nach einem Großsponsor, der sich langfristig beim ehemaligen Honda-Team engagiert. Der gemeinsam ausgetüftelte Plan sieht vor, 75 Prozent der Anteile des Rennstalls zu übernehmen und sich von McLaren zu trennen. Bei Brawn könnte Mercedes deutlich günstiger in der Formel 1 agieren. Das Vorhaben hat nur einen Haken: Erst in der vergangenen Winterpause hat sich Mercedes per Exklusiv-Vertrag bis Ende 2011 an McLaren gebunden.

Der Name Brawn GP könnte trotzdem schon nach einer Saison verschwindet. Ob daraus ein echter Mercedes wird, hängt davon ab, wann sich die Stuttgarter aus den Vertragsfesseln mit McLaren lösen können. In Abu Dhabi meldeten die Buschtrommeln, dass dieser Zeitpunkt kurz bevor steht.

Umweg über arabische Investoren

Sollte sich McLaren-Direktor Ron Dennis weiter querstellen, greift Plan B. Keiner kann Mercedes-Großaktionär Aabar Investment aus Abu Dhabi verbieten, bei Brawn GP einzusteigen und die Anteile Mercedes zu übergeben, wenn der McLaren-Vertrag abgelaufen ist. Aabar ist so oder so mit im Boot.

Schon in der nächsten Saison soll das Auto in silber lackiert werden. Wie weit fortgeschritten die Übernahme durch Mercedes ist, zeigt auch die Sponsorenwahl von Ross Brawn. Eine Brauerei und ein Wettbüro zeigten Interesse an einem Werbevertrag. Doch wer mit Arabern Geschäfte machen will, darf weder für Alkohol noch Glücksspiel werben.

Kehrt Dennis an den Kommandostand zurück?

Ganz sicher ist, dass Brawn auch in der kommenden Saison mit Mercedes-Motoren an den Start geht. McLaren wird sich mittlerweile in den Hintern beißen, dass man den Motorenvertrag gleich für zwei Jahre genehmigt hat. Dieser Fehler könnte Martin Whitmarsh den Job kosten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ron Dennis in seine alte Position als Teamchef zurückkehrt. Die Kräfte, die ihn von der Formel 1-Bühne gedrängt haben, sind nicht mehr da. Sogar sein Erzfeind Max Mosley ist mittlerweile in Rente gegangen. In Abu Dhabi war Dennis das erste Mal seit dem Saisonauftakt in Melbourne wieder an der Rennstrecke.

Von , am 9. November 2009
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