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Mercedes und die Angst vor der Hitze

"Es wird ein harter Nachmittag"

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - 27. Juli 2013 Foto: xpb 73 Bilder

Diese Geschichte kommt uns bekannt vor. Wieder steht ein Mercedes auf der Pole Position. Und doch zählt Lewis Hamilton nicht zu den Favoriten. Der Trainingsschnellste fürchtet, dass bei der zu erwartenden Hitze die Reifen einbrechen. Teamchef Ross Brawn bestätigt: "Es wird ein harter Nachmittag."

27.07.2013 Michael Schmidt

Diese Pole Position kam für alle im Team überraschend. Vor allem für Lewis Hamilton, den Mann vom besten Startplatz. "Nach dem Freitagstraining habe ich nicht damit gerechnet. Die Runde fühlte sich auch gar nicht so gut an. Ich hatte das Gefühl, im zweiten Sektor Zeit liegengelassen zu haben. Und die letzten beiden Kurven kamen mir ziemlich langsam vor. Erst als ich die Daten mit Nico Rosbergs Runde übereinander gelegt habe, stellte sich heraus, dass sie gar nicht so schlecht waren." Hamilton glaubt deshalb: "Da war noch für zwei Zehntel Luft."

Reifen spielen wieder die Hauptrolle

Trotz der dritten Pole Position in Folge ist der dreifache Ungarn-Sieger nicht der Top-Favorit für das Rennen. In den Rennsimulationen war Sebastian Vettel um sieben Zehntel pro Runde schneller. Wie so oft geht die Angst um, die Reifen könnten zu stark abbauen. "Ich kann nicht sagen, dass ich mich auf dieses Rennen freue", reflektierte Hamilton. Möglicherweise muss er wie in Bahrain, Barcelona oder am Nürburgring wieder den Rückwaärtsgang einlegen.

"Wir haben ein Auto, das in punkto Aerodynamik und Mechanik auf dem Niveau des Red Bull ist, aber über die Distanz können wir mit Red Bull, Lotus und Ferrari nicht mithalten. Nur weil wir ein Problem mit den Reifen haben. Es ist ungerecht, dass die Reifen eine so große Rolle spielen. Ein Sieg wäre ein Wunder."

Mercedes muss mehr über die neuen Reifen lernen

Auch Teamchef Ross Brawn erwartet für das Rennen Probleme. "Es sind Rekordtemperaturen angesagt. Aus unserer Erfahrung heraus muss ich sagen: Das wird ein harter Nachmittag für uns." Mercedes befindet sich noch in der Lernphase. Als einziges Team waren die Silberpfeile vom Young Drivers-Test in Silverstone ausgeschlossen. Die neuen alten Reifen sind Hoffnung und Risikofaktor zugleich.

"Am Freitag bekamen wir einen ersten Vorgeschmack. Wir hatten anfangs mit Balanceproblemen zu kämpfen, die haben wir aber gut in den Griff bekommen. Deshalb ist die Pole Position für uns eine echte Erleichterung. Wir sind aber noch nicht in der Lage vorherzusagen, wie diese Reifen im Rennen für uns funktionieren werden. Das werden wir erst am Sonntag herausfinden", so Brawn

Brawn sieht auch Positives in Reifenmisere

Hamilton hat eigentlich Erfahrung mit Verteidigungsschlachten am Hungaroaring. Im letzten Jahr war sein McLaren unter Rennbedingungen auch nicht das schnellste Auto, und trotzdem wehrte er alle Angriffe von Kimi Räikkönen, Romain Grosjean und Sebastian Vettel ab. Trotzdem glaubt Hamilton nicht an eine Wiederholung. "Der McLaren war nicht das beste Auto beim Reifenverschleiß, aber es war immer noch schnell genug, sich vor den anderen zu behaupten. Diesmal ist alles anders. Wir haben bei hohen Temperaturen Schwierigkeiten mit den Reifen, und wir kennen die neuen Reifen nicht gut genug, weil wir sie nicht testen konnten."

Ross Brawn hofft, dass die Reifenmisere eines Tages zur Trumpfkarte für Mercedes wird: "Ich bin überzeugt, dass die Teams, die mit den Reifen klarkommen, nicht wissen, warum das so ist. Sie müssen es deshalb auch nicht herausfinden. Wir sind gezwungen, dieses Rätsel zu lösen. Und wenn wir mal dort angekommen sind, werden wie mehr über die Reifen wissen als unsere Gegner."

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