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Mercedes verzichtet auf Fric

"Wir wollen zeigen, dass es auch ohne geht"

Lewis Hamilton - GP England  - 2014 Foto: xpb 117 Bilder

Das Fric bei Mercedes bleibt ausgebaut. Der WM-Spitzenreiter will auch nicht die Sportkommissare um Klarstellung bitten. Die Devise im Lager von Mercedes lautet: Jetzt erst recht. Wir fahren ohne Fric und zeigen euch, dass wir trotzdem schneller sind.

17.07.2014 Michael Schmidt

Es ist so ein Fall, bei dem jeder jeden verdächtigt. Red Bull behauptet, dass Mercedes das beste Fric-System an Bord hatte. Mercedes schiebt den schwarzen Peter zu Red Bull. Aus dem silbernen Lager hört man, dass keiner für das Verbot von Fric so hart bestraft würde wie die Titelverteidiger. Weil sie ihr Auto mit einem so starken Anstellwinkel fahren und darauf angewisen sind, dass die Vorderachse tief liegt. Wieder andere glauben, dass Lotus das größte Opfer bringen muss. Weil sie die Erfinder des Systems waren.

Verluste laut Mercedes gering

Dann ist da noch die Frage: Wer steckt dahinter? Die einen sagen, dass Caterham den Hardliner spielt. Weil sie am wenigsten zu verlieren haben. Das vernetzte Fahrwerk im Caterham war offenbar das simpelste. Im letzten Jahr operierte man noch mit einer Stahlfeder. Wenn man den Ingenieuren aus verschiedenen Teams glauben darf, dann war das Mercedes-System das komfortabelste. Es hat den Niveau-Ausgleich in alle Richtungen geschafft. "Wenn das stimmt", sagt Lotus-Einsatzleiter Alan Permane, "dann sind sie besser als wir."

Trotzdem geht Mercedes kein Risiko ein. Teamchef Toto Wolff bestätigte: "Wir fahren ohne Fric." Mercedes will den Fall auch nicht weiter verfolgen. Man plant, weder bei der FIA noch bei den Sportkommissaren eine Klarstellung einzuholen. Wolff geht in die Offensive: "Nicht klagen, sondern zeigen, dass es auch ohne geht." Er traut dem Braten nicht, auch wenn die Sportkommissare in Deutschland das vernetzte Fahrwerk für legal erklären sollten. "Und wer garantiert uns, dass am Sonntag nicht doch einer protestiert? Oder bei irgendeinem anderen Grand Prix?"

Budapest und Singapur ideal für Fric

Laut Mercedes sind die Verluste gering. Auf keinen Fall im Bereich von einer halben Sekunde. Der Grund? "Wir haben einen Frontflügel, der auf unterschiedliche Bodenfreiheiten sehr unsensibel reagiert." Hockenheim sei sowieso eine Strecke, auf der das System seine Vorteile nicht ausspielen könne, heißt es. Der Hungaroring und Singapur sind die perfekten Fric-Strecken. Aber dort werden alle Zeit verlieren, weil ja jeder Fric an Bord hatte. Der eine etwas mehr als der andere, was aber die Reihenfolge nicht durcheinanderbringen wird. Im Lager der Silberpfeile dominiert die Meinung: "Wir zeigen euch, dass wir auch ohne Fric schneller sind."

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