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Mercedes vor McLaren und Williams

Neun Zehntel Vorsprung

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - Test - Bahrain - 22. Februar 2014 Foto: ams 19 Bilder

Mercedes geht mit zwei Trumpfkarten in die letzte Testwoche, die am 27. Februar beginnt. Der Silberpfeil ist neun Zehntel schneller als der McLaren und er fährt die meiste Runden. Doch das muss nichts heißen. Im Rennen bestimmt der Spritverbrauch das Tempo.

24.02.2014 Michael Schmidt

Bei Mercedes herrscht gespannte Ruhe. Die ersten acht Testtage waren nicht perfekt, aber sie liefen besser als bei der Konkurrenz. Oder wie sich Niki Lauda ausdrückt. "Wir haben wahrscheinlich die gleichen Probleme wie die anderen, nur weniger davon." Mercedes ist bei der Fehlerbehebung einen Schritt weiter als Ferrari und drei als Renault. Das ist schon einmal viel wert bei einer Technik, die für viele noch ein Brief mit sieben Siegeln ist. "Jede Runde zählt", sagt Nico Rosberg. "Weil du fahren musst, um diese komplizierte Technik zu verstehen." Fernando Alonso bestätigt: "Es gibt noch viel zu entdecken."

Mercedes sofort ans Limit, Ferrari schrittweise

Mercedes und Ferrari versuchen das Ungeheuer auf unterschiedliche Weise zu zähmen. Während Mercedes auf dem Standpunkt steht, dass man nur etwas lernt, wenn man gleich ans Limit geht, nähert sich Ferrari dem Grenzbereich vorsichtig an. Hauptsache fahren. Die Piloten sollen sich im Auto wohl fühlen, die Ingenieure genug Daten sammeln.

Renault hinkt noch drei Schritte hinterher. Die Franzosen sortieren jetzt die Probleme aus, die ihnen in Jerez verborgen blieben, weil die Autos meistens in der Garage standen. Zu alten Schwachstellen kamen neue hinzu. Die alten Probleme sind nur zum Teil gelöst. Sie flackerten in neuer Form wieder auf. Und die neuen behindern die Aufholjagd. Gleichzeitig rückt der Torschluss näher. Am 28. Februar wird die Technik eingefroren. Dann darf nichts mehr geändert werden, was die Leistung steigert.

Renault steht vor Berg ungelöster Fragen

Erst am achten Testtag gab Renault für ein paar Runden volle Power frei. Um zu sehen, was passiert. Lotus war zufrieden: "Der Motor ist mechanisch gesund", sagt Technikchef Nick Chester. Es hängt noch an der MGU-H und der Software. Bis jetzt hat noch kein Auto mit Renault-Motor eine Rennsimulation abgespult.

Man hat keine Ahnung, ob der Spritverbrauch passt, wie schnell man in einer Qualifikationsrunde fahren kann, ob im Dauerbetrieb Temperaturen oder Vibrationen die Antriebseinheit killen. Rennsimulationen gehören bei Mercedes und seinen Satelliten McLaren und Williams schon zum Tagesgeschäft. Ferrari deutet zumindest an, dass man eine GP-Distanz am Stück fahren könnte, wenn man es möchte. 

Mercedes mit neun Zehntel Vorsprung

Die Simulationen sehen Mercedes vom Speed her vor McLaren, Williams und Ferrari. Wobei die Roten mit einem Fragezeichen behaftet sind. Man weiß nicht, wieviel Ferrari noch in der Hinterhand hat. Bei der Annahme von gleichen Reifen und gleichem Tankinhalt soll der Mercedes neun Zehntel schneller als der McLaren sein. Das bringt Spannung in die letzte Testwoche: Wer packt das beste Upgrade aus.

Die Suche nach Abtrieb gestaltet sich in diesem Jahr schwieriger als sonst. Anpressdruck ist nur willkommen, wenn er nicht den Luftwiderstand und damit den Spritverbrauch erhöht. Deshalb sind die schnellsten Runden Schall und Rauch. Das beste Auto in der Qualifikation muss nicht unbedingt das Rennen gewinnen. Da bestimmt der Benzinverbrauch das Tempo.

Ferrari bremst anders als Mercedes

Im Lager der Mercedes-Teams wird die aerodynamische Effizienz den Unterschied ausmachen. Die Motoren und ihre Einstellungen sind identisch. Ferrari und Renault dagegen können Rundenzeit auch über intelligentere Spar-Strategien beim Motor wettmachen.

Es fällt zum Beispiel auf, dass Ferrari völlig anders bremst als die Mercedes-Klientel. "Wenn du an der Strecke stehst, hast du das Gefühl, dass beim Ferrari in den Bremszonen der Motor abgeschaltet wird. Du hörst nach dem ersten Runterschalten eine zeitlang gar nichts. Bei Mercedes schalten sich die Fahrer durch alle Gänge. Das klingt vertraut", erzählt Felipe Massa. Deshalb wird es kommende Woche interessant sein, die Rennsimulationen miteinander zu vergleichen. Bluffen macht keinen Sinn. Alle werden versuchen, im 100 Kilogramm-Fenster zu bleiben.

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