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Mercedes-Vorstand Weber zur F1

"Mit V8 wären es Oldtimer-Rennen"

Thomas Weber & Lewis Hamilton - GP Bahrain 2014 Foto: Wilhelm 18 Bilder

Bei Mercedes stand die Formel 1 eine Zeitlang auf der Kippe. Erst die neue Motoren-Formel hat die Zweifler im Haus überzeugt. Forschungsvorstand Thomas Weber erklärt, wie die Brücke von der Formel 1 zur Serie geschlagen wird und warum eine Rückkehr zum V8 nicht mehr in Frage kommt.

11.04.2014 Michael Schmidt

Eigentlich läuft es perfekt für Mercedes. Drei Rennen, drei Siege. Dazu drei Pole Positions, alle Führungsrunden und die schnellsten Rennrunden. Wären da nur nicht die Stimmen, die das neue Rennformat der Formel 1 mit dem V6-Turbo, Hybrid-Technologie und Energiespar-Ansatz in Frage stellen.

Mercedes-Forschungsvorstand Thomas Weber war in Bahrain und hat nicht nur den Doppelsieg seiner Silberpfeile live miterlebt. Er hörte auch, wie Bernie Ecclestone und Ferrari-Chef Luca di Montezemolo an der Sinnhaftigkeit der neuen Formel 1 zweifelten und eine Anhebung des Verbrauchslimits auf 110 Kilogramm forderten.

Formel 1 hat für Serie Relevanz

Die neue Motorenformel hat den Befürwortern des Motorsports bei Mercedes gute Argumente in die Hände gespielt. Im Aufsichtsrat sitzen nicht nur Formel 1-Fans. "Wir standen in der Serie vor der Frage: Wie kriegt man große Autos mit starken Motoren grün? Da wir keine Elektroautos bauen, blieb nur der Weg über neue Technologien wie Downsizing, Direkteinspritzung, Energierückgewinnung, Leichtbau, aerodynamische Effizienz. Alles Themen, die von der neuen Formel 1 besetzt werden", erklärt Weber.

Oder anders herum: "Alles, was wir heute in der Formel 1 machen, hat für uns auch in den Serienautos Relevanz. Wir haben die S-Klasse dank Plug-in Technologie bei den CO²-Emmissionen von 150 auf 69 Gramm pro Kilometer gedrückt."

Serie hilft der Formel 1

Weber sieht den Nutzen der Königsklasse nicht nur auf den Motorenbau beschränkt. "Die Formel 1 hat uns neue Denkanstöße beim Thema Aerodynamik gegeben. Sie spielt in der Serie eine immer größere Rolle, weil sie Benzin sparen hilft. Daraus entstand unser neuer Windkanal in Sindelfingen für unsere Serienfahrzeuge."
 
"Umgekehrt kann die Formel 1 auch von der Serie lernen. Zum Beispiel beim Thema Arbeitsprozesse und Qualität. Wir machen in unserer Motorenfabrik in Brixworth nicht mehr nur Formel 1-Motoren, sondern inzwischen auch Triebwerke für die neuen AMG Sportwagen. Es war noch nie so eindeutig, dass die Formel 1-Entwicklung bei der Mobilität der Serie mithilft."
 
Und zuletzt bei der Entwicklung eines neuen Kühlpakets für den AMGW05. "Das entstand in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren in Sindelfingen", beteuert Teamchef Toto Wolff. 

Der V8 ist ein Motor von gestern

Weber kann die Brunnenvergifter der Formel 1 nicht verstehen. Warum man sich ausschließlich die negativen Punkte herauspickt und vergisst, warum diese Motoren eingeführt wurden, auch auf Betreiben von Renault und Ferrari.
 
"Wieso spricht keiner darüber, dass wir mit 30 Prozent weniger Benzin praktisch gleich schnell fahren. Wir können nicht dafür bestraft werden, dass wir jetzt einen starken, fahrbaren und sparsamen Motor haben. Es wäre ungerecht das Reglement zu ändern, nur weil Ferrari und Renault Probleme haben."
 
Ein Zurück zum V8 der vergangenen Jahre kommt für Weber nicht in Frage. "Das ist ein Motor von gestern. Würde die höchste Klasse des Motorsports dorthin zurückkehren, hätten wir Oldtimer-Rennen."

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