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Krieg Mercedes gegen Ferrari

Hat Ferrari mit Windkanalzeit getrickst?

Mercedes vs. Ferrari Foto: xpb 16 Bilder

Jetzt auch noch das. Mercedes geht gegen Ferrari vor. Das Weltmeister-Team hat den Verdacht, dass Ferrari mit Hilfe seines künftigen Verbündeten Haas F1 bei den Restriktionen zur Aerodynamikentwicklung getrickst hat. Mercedes forderte bei den Sportkommissaren eine Klärung ein.

28.11.2015 Michael Schmidt

Als gäbe es nicht schon genug Kriegsschauplätze in der Formel 1. Jetzt gibt es auch noch Krieg zwischen Mercedes und Ferrari. Um 13.15 Uhr Abu Dhabi-Zeit reichte Mercedes bei den Sportkommissaren den Antrag einer Klarstellung über die Aerodynamikentwicklung bei Ferrari ein. Es geht um folgenden Verdacht: Ferrari hat sich mit Hilfe seines künftigen Partner-Teams HaasF1 Windkanalzeit erschwindelt. Rund 50 Ferrari-Ingenieure sollen demnach zwischen HaasF1 und Ferrari hin- und hergependelt sein.

Die aktuellen Aerodynamikrestriktionen schränken die Windkanalzeit auf 25 Stunden pro Woche und die CFD-Kapazität auf 25 Teraflops ein. Sie gelten aber nur für Teams, die in die Weltmeisterschaft eingeschrieben sind. Für den Neuling HaasF1 galten diese Regeln nicht. Die Amerikaner konnten bis zu ihrer offiziellen Nennung ohne Limits entwickeln. Das Pikante dabei: Die Entwicklung fand im Ferrari-Windkanal statt.

Entscheidung bis Rennbeginn in Abu Dhabi

Angeblich haben bei den HaasF1-Windkanalsitzungen auch frühere Ferrari-Mitarbeiter teilgenommen, die dann später wieder zu Ferrari zurückgekehrt seien. Dabei hätten beide Entwicklungsteams Wissen ausgetauscht. Was Sinn macht, weil der HaasF1 auf der Basis des diesjährigen Ferrari-Chassis entsteht. Auch über identische Bauteile bei Haas und Ferrari will Mercedes eine Klarstellung. Was ist erlaubt, und was nicht?

Mercedes hat nun Sorge, dass Ferrari dank zusätzlicher Windkanalzeit 2016 aerodynamisch einen großen Schritt macht, der die Vormachtstellung beschädigen könnte. Die Konkurrenz hatte diesen Verdacht schon im Sommer geäußert. Nicht nur Mercedes. Die Teams im Mittelfeld fürchten, dass ihnen HaasF1 mit Ferrari-Unterstützung um die Ohren fährt. Worauf die FIA ihren Aerodynamikspezialisten Marcin Budkowski für zwei Tage nach Maranello schickte, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen.

Hat Mercedes Beweise gegen Ferrari?

Laut FIA war damals alles in Ordnung. Die anderen Teams haben jedoch nie den vollen Bericht des Weltverbandes zu Gesicht bekommen. Deshalb machte Mercedes jetzt den Vorstoß in Abu Dhabi. "Es ist unsere letzte Chance. Sonst müssten wir 3 Monate bis zum ersten Rennen 2016 warten. Eine Bitte um Klarstellung was erlaubt ist und was nicht muss bei einer Rennveranstaltung eingereicht werden. Damit die Sportkommissare eine Entscheidung treffen können", erklärte Niki Lauda.

Die FIA bestätigte den Antrag von Mercedes kurz vor Beginn des dritten Trainings. Andere Teams haben noch bis 17 Uhr Zeit eigene Angaben zu machen. Die Sportkommissare wollen vor Rennbeginn am Sonntag eine Entscheidung treffen. Die Mercedes-Offensive hat das ansonsten freundschaftliche Verhältnis mit Ferrari schwer getrübt.

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