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Mercedes gegen Anhäufungs-Taktik

Hamilton-Strafe bei nächstem Upgrade

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 26. August 2016 Foto: xpb 92 Bilder

Mercedes wechselt Antriebseinheiten am Fließband. Drei für Lewis Hamilton, eine für Nico Rosberg. Die Anhäufungs-Taktik kann noch Einfluss auf das WM-Duell haben. Kurioserweise wollte Mercedes zu Saisonbeginn gerade diesen Trick abschaffen.

26.08.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Die Mercedes-Mechaniker haben viel Arbeit in Spa. Vor dem ersten Training wurden in die Autos von Lewis Hamilton und Nico Rosberg neue Antriebseinheiten eingebaut. Um genau zu sein: Mercedes wechselte den Verbrennungsmotor, den Turbolader, die MGU-H und die MGU-K. Die Ingenieure verbanden den Tausch mit der Einführung eines Motoren-Upgrades. Dafür wurden 5 Token eingesetzt. Damit hat Mercedes noch 6 Token in der Reserve.

In der Mittagspause zwischen erstem und zweiten Training gab es erneut Aktivität in der Garage der Silberpfeile. Hamiltons Auto wurde ein weiteres Mal mit neuem Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-H und MGU-K bestückt. Die gleiche Prozedur soll vor dem dritten Training am Samstag wiederholt werden. Wenn die Ingenieure mit den Daten zufrieden sind.

Mercedes will das Hamilton-Motorenlager füllen

Hamilton wäre dann mit dem Turbolader und der MGU-H in der jeweils achten Einheit, mit dem Verbrennungsmotor und der MGU-K in der sechsten. Dafür gäbe eine Strafversetzung von 75 Startplätzen. Da aber die Maximalstrafe ein Start von ganz hinten ist, konnte Mercedes beliebig viele Komponenten wechseln und sich nur ein Mal dafür bestrafen.

Doch warum brachte Mercedes mit dem Verbrennungsmotor und der MGU-K neue Komponenten an den Start, obwohl Hamilton da wie Rosberg vor Spa jeweils erst drei Einheiten verbraucht hatte? Unter normalen Umständen wäre er damit auch über die restlichen 9 Rennen gekommen. Rosberg muss es ja auch. Mercedes wollte die Gelegenheit nutzen, beim Weltmeister das Lager so voll zu machen, dass er auch bei einem unerwarteten Schaden in diesem Bereich auf der sicheren Seite ist.

Wer hat den Vorteil: Hamilton oder Rosberg?

Damit hat Hamilton jetzt von allen wichtigen Antriebskomponenten eine Einheit mehr in der Hinterhand als sein Teamkollege. Das kann im WM-Kampf ein Vorteil sein. Es kann aber auch genau andersherum kommen. Mercedes schließt nicht aus, auch die restlichen 6 Token noch einzusetzen. Eine weitere Ausbaustufe würde für Hamilton eine weitere Strafe bedeuten. Rosberg hat in allen Antriebselementen noch jeweils ein Exemplar Luft. Er könnte ein Upgrade ohne Strafe nutzen.

Beinahe wäre es zu der Anhäufungs-Taktik, die McLaren-Honda im letzten Jahr uraufgeführt hat und die Mercedes jetzt zu seinem Vorteil nutzt, gar nicht gekommen. Mercedes reichte vor der Saison bei der FIA einen Plan ein, genau das zu verhindern. Teammanager Ron Meadows hatte die Idee, dass jede freiwillig eingesetzte zusätzliche Antriebskomponente dadurch kompensiert wird, eine alte, noch funktionierende aus dem System zu nehmen. Damit wäre der Anreiz geringer gewesen, diesen Trick zu einem absurd teuren Spiel ausarten zu lassen.

Teams lehnten Mercedes-Vorschlag ab

Die FIA fand den Vorschlag von Mercedes gut. Doch die Teams lehnten ihn ab. Selbst jene, die gar nicht davon Gebrauch machen können. Für die Kundenteams verbietet sich das Anhäufen von frischen Motorenkomponenten schon aus Kostengründen.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting warnt davor, dass diese Taktik auch auf eine andere Weise missbraucht werden könnte: „Es könnte jemand auf die Idee kommen, in den letzten Rennen einen Motor mit deutlich kürzerer Lebensdauer und deutlich mehr Power in das System einzuschleusen. Mit unserer alten Regel, die Strafen komplett abzusitzen und auf andere Rennen zu übertragen, wäre das unterbunden worden. Jetzt schützt uns nur die Kunden-Regel. Wenn einer der Hersteller so einen Kurzzeit-Motor einsetzen will, muss er ihn auch an alle Kunden geben.“

Neuester Kommentar

Na ja, vor der Saison half es nichts, jetzt ist es für die Schwaben genehm weil man einen Vorteil davon hat.
Außerdem kommt das gerade recht um Rosberg wieder nach vorne zu bringen.
Ein Schelm der böses dabei denkt!!!!

Moto Fan 28. August 2016, 08:16 Uhr
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