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Mercedes enttäuscht

Silberpfeile wieder im Reifen-Nirwana

Rosberg & Schumacher - Mercedes - GP Spanien - 12. Mai 2012 Foto: dpa 76 Bilder

Michael Schumacher und Nico Rosberg haben im Qualifying bereits alle Chancen auf den Barcelona-Sieg verspielt. Wieder einmal wurde Mercedes von den Reifen genarrt. Die Techniker mussten zugeben, dass sie die Pirelli-Gummis immer noch nicht verstanden haben.

12.05.2012 Tobias Grüner

Nach dem Mugello-Test herrschte Aufbruchstimmung im silbernen Lager. Drei Tage hatte Mercedes in Italien Reifen und Setups getestet. Danach war man sich sicher, den Pirelli-Gummis auf die Schliche gekommen zu sein. "Wir haben einige gute Ideen gefunden, wie wir die Reifen im Rennen länger am Leben halten ohne im Qualifying zu viel zu opfern", erklärte Technikdirektor Bob Bell.

Doch am Samstag in Barcelona war von großen Erkenntnissen nichts mehr zu sehen. "Ich bin enttäuscht", gab Bell mit schmerzhafter Ehrlichkeit zu. Der Ingenieur musste den wegen Krankheit abwesenden Ross Brawn in Barcelona vertreten und suchte nach der Qualifying-Pleite - Platz sechs und acht - nach Antworten.

Pirelli kennt selbst nicht alle Antworten

"Am Freitag haben wir noch an die erste Startreihe gedacht. Aber wir haben heute viele Überraschungen gesehen. Es hängt Vieles davon ab, wie gut man die Reifen zum Arbeiten bringt. Wir haben gedacht, dass wir die richtigen Schritte unternommen haben. Aber es gibt immer noch einige Variablen."

Laut Bell kommt es nicht nur auf das Setup an, sondern auch wie die Piloten die Gummis unter verschiedenen Bedingungen aufwärmen. Das Arbeitsfenster sei in diesem Jahr extrem klein. Bislang haben die Silberpfeile noch keinen Weg gefunden, konstant die richtige Temperatur in den Gummi zu bekommen. "Wenn wir die Reifen verstehen würden, ständen wir auf Pole Position", lächelt Bell gequält und fügt entschuldigend an: "Auch Pirelli selbst kennt nicht alle Antworten."

Woran es in Barcelona genau lag, konnten auch die Piloten nicht sagen. War das Setup falsch. Oder wurden die Reifen schlecht aufgewärmt oder zu hart rangenommen? "Das ist wirklich eine schwierige Frage", wich Nico Rosberg aus. "Die Bedingungen ändern sich ständig. Man muss sich immer wieder anpassen. Das ist ein ständiger Lernprozess."

Verhaltener Optimismus für den Rennsonntag

Dass man über die Setup-Einstellungen zu viel Qualifying-Pace für das Rennen geopfert hat, wollte man nicht zugeben. "Wir haben uns auch in den ersten Rennen fast ausschließlich auf die Leistung am Sonntag konzentriert und konnten trotzdem gute Quali-Ergebnisse einfahren", winkte Schumi ab.

Nach dem verkorksten Qualifying gibt es auch für das Rennen Fragezeichen. "Wenn es heiß ist, haben wir normalerweise mehr daran zu knabbern. Die vorhergesagten kühleren Temperaturen sollten uns entgegenkommen", macht Schumacher den Mercedes-Fans Hoffnung. Auch Rosberg blickt optimistisch auf den Sonntag: "Ich hatte einen guten Longrun im Training heute früh. Aber es besteht natürlich immer etwas Ungewissheit."

Schumacher und Rosberg mit unterschiedlichen Strategien

Im Qualifying gingen beide Silberpfeil-Piloten unterschiedliche Strategien. Michael Schumacher verzichtete im Q3 auf eine schnelle Runde und hat dadurch noch einen frischen Satz weicher Reifen für den Sonntag übrig. Außerdem darf er sich die Gummisorte für den Start aussuchen. Nico Rosberg versuchte lieber noch seine Position zu verbessern. Er startet zwei vor dem Rekordchampion, hat aber nur noch frische Reifen der harten Sorte.

"In Bahrain habe ich mir Reifen gespart und hatte dann einen schlechten Start. Deshalb wollte ich es hier mal anders machen. Ich ärgere mich nicht über die Entscheidung", erklärte Rosberg, der zwei Plätze vor dem Teamkollegen steht. Schumacher sieht sich für das Rennen im Vorteil. "Wir haben es hier im Vorjahr bei Nick Heidfeld gesehen, der mit vielen frischen Reifen durchs Feld gepflügt ist. Das kann ein immenser Vorteil sein."

Dass Mercedes im Fahrerlager nicht alleine über die Reifen rätselt, ist nur ein schwacher Trost. Schumacher wollte nach seiner Kritik in Bahrain aber nicht noch einmal gegen den italienischen Alleinausrüster nachtreten. "Da muss man nicht nochmal dran feilen. Wir belassen es bei dem, was schon gesagt wurde."

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