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Mercedes will Regel verstehen

Ferrari rückwirkend nicht zu bestrafen

Niki Lauda & Toto Wolff - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 27. November 2015 Foto: xpb 16 Bilder

Mercedes und Force India haben die Sportkommissare um Klarstellung angefragt. Sie wollen eine Antwort auf die Frage, in wie weit 2 Teams in der Aerodynamikentwicklung zusammenarbeiten dürfen. Je nach Antwort wollen sie reagieren. Ferrari kann rückwirkend nicht bestraft werden.

28.11.2015 Michael Schmidt

Ferrari hat nichts zu befürchten. Was auch immer zwischen Marenello und seinem amerikanischen Satellitenteam bei der Entwicklung des 2016er Autos gelaufen ist, es hatte den Segen der FIA. Die Konkurrenz hat Verdachtsmomente, die sich angeblich auf Beweise stützen. Demnach haben Ingenieure für beide Teams gearbeitet und Informationen zum jeweiligen Partner mitgenommen. Ferrari, so der Vorwurf hinter vorgehaltener Hand, habe sich auf diesem Weg Windkanalzeit erschlichen, die einem in der WM eingeschriebenen Team nicht zusteht.

Mercedes und Force India wollen darauf reagieren, wissen aber nicht wie weit sie gehen dürfen. Weil nicht ganz klar ist, wie der Weltverband zu dem Thema genau steht. Mercedes-Teamchef Toto Wolff betont, dass die Bitte um Klarheit kein Anschlag auf Ferrari war. "Wir haben damit keine Klage gegen ein bestimmtes Team eingereicht. Der Zweck der Aktion ist, die Regeln zu verstehen. Sie sind in diesem Punkt etwas vage, und wir hoffen von den Sportkommissaren eine Antwort zu bekommen. Wir wollen nicht unbekanntes Terrain betreten."

Mercedes will gleichen Info-Stand wie Ferrari

Mit anderen Worten: Was auch immer Ferrari und Haas F1 getan haben, der Schaden für die Konkurrenz ist angerichtet. Mercedes fürchtet, dass Ferrari 2016 aerodynamisch davon profitiert, und Force India sieht Haas F1 dank der Unterstützung aus Maranello schon in ihrer ersten Saison als potenziellen Gegner.

Offenbar haben Ferrari und seine US-Partner einen Erfahrungsvorsprung in der brisanten Frage, in wieweit 2 Teams Aerodynamikentwicklung gemeinsam betreiben dürfen. Wolff: "Wir wollen nur, dass alle den gleichen Informationsstand haben."

Dass der Vorstoß in Abu Dhabi erfolgte, liegt ebenfalls in den Regeln begründet. Die Teams müssen ihren Antrag bei einem Rennen eireichen, um eine schnelle Antwort zu bekommen. Mercedes hatte vorher vergeblich versucht, von der FIA eine Antwort darauf zu bekommen, was die Konkurrenz gemacht hat oder wie das Untersuchungsergebnis im Fall Ferrari ausgefallen ist. Das zeigt ein 17-seitiges Dokument der FIA mit Briefwechseln zwischen Mercedes und der Sportbehörde.

Rennleiter Charlie Whiting darf bei Fragestellungen von einem Team nur dem Fragesteller antworten. Einzige Ausnahme: Die Anfrage wird abgelehnt. Wenn Ferrari und Haas F1 vor einem Jahr die richtigen Fragen gestellt und eine positive Antwort bekommen haben, erfährt die Konkurrenz nichts davon. Man würde sie ja sonst mit der Nase auf eine gute Idee stoßen.

Wolff fürchtet ein Wettrüsten um Kooperationen

Deshalb schoss Mercedes-Technikchef Paddy Lowe mit einer Ladung Schrot auf einen Themenkomplex, in der Hoffnung über die Antworten zu erfahren, wie weit ein Team bei der Entwicklungsarbeit gehen darf und ob der Verdacht gegen Ferrari berechtigt ist.

Je nachdem wie die Antwort ausfällt, werden die Antragsteller reagieren. "Wir glauben, dass das, was Ferrari und Haas F1 getan haben, legal ist. Uns geht es um die Zukunft. Das Ergebnis könnte sein, dass wir uns für das 2017er Auto nach Kooperationen umsehen müssten", sagt Wolff.

Der Österreicher warnt davor, dass diese Praxis in einem extrem teuren Wettrüsten enden könnte. "Jeder wird dann versuchen, sich mit so vielen Partnerteams wie möglich zu verbünden und eine gemeinsame Infrastruktur zu nutzen, um schneller zu Ergebnissen zu kommen." Vielleicht heißt der neue Partner von Mercedes dann ja Force India.

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