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Mercedes gibt weiter Gas

Wolff redet Ferrari stark

Nico Rosberg - Mercedes - GP Österreich - Formel 1 - Sonntag - 21.6.2015 Foto: xpb 63 Bilder

Mercedes dominiert die Formel 1-Weltmeisterschaft wie im letzten Jahr. Trotzdem schreibt man Ferrari nicht ab. Teamchef Toto Wolff warnt vor den Ressourcen des Gegners und vergleicht Ferrari mit Mercedes 2013.

23.06.2015 Andreas Haupt

Seit dem GP Bahrain sieht Ferrari kein Land mehr gegen Mercedes. Damals kam Kimi Räikkönen im Schlussspurt bis auf 3,380 Sekunden an Sieger Lewis Hamilton heran. Doch in Spanien, Monaco, Kanada und zuletzt Österreich hatte Ferrari keine Chance.

Das WM-Bild spiegelt die Kräfteverhältnisse eindeutig wieder. Hamilton hat auf den ersten Ferrari-Verfolger Sebastian Vettel bereits 49 Punkte Vorsprung. In der Konstrukteurswertung brummt Mercedes dem roten Rivalen bereits 136 Zähler Rückstand auf. Nach Siegen steht es sieben zu eins.

Wolff zieht Vergleiche zu 2013

Trotzdem schlagen die Mercedes-Verantwortlichen nach den dominanten Vorstellungen immer dieselben Töne an. "Du musst aufpassen, nicht in Selbstzufriedenheit zu verfallen und den Boden unter den Füßen zu verlieren. Du darfst nicht nachlässig werden. Sonst ist die Chance groß, sich nicht weiterzuentwickeln. Deshalb will ich den Druck im Kessel aufrechterhalten", sagte Teamchef Toto Wolff nach dem GP Österreich. "Wenn ein Team wie Ferrari mit all seinen Ressourcen Gas gibt, kann sonst der Tag kommen, an dem du nicht mehr weiter gewinnst."

Zur Vorsicht und Demut mahnen das Team laut Wolff Spitzen in der Ferrari-Performance. So wie Kimi Räikkönens Dauerlauf am Freitagnachmittag in Österreich, als der Finne der schnellste Mann auf der Piste war. Zwar habe man bei Mercedes eine andere Herangehensweise und lasse sich noch ein paar Reserven fürs Rennen, dennoch warnt Wolff: "Wir sehen bei Ferrari in verschiedenen Sessions immer wieder einmal einen Mega-Speed. Ich sehe da Parallelen zu unserer 2013er Saison. Damals hatten wir auch richtig gute Sessions. Aber es hat noch nicht jedes Zahnrad ins andere gegriffen."

Mercedes regelt Power früh runter

Ferraris große Ressourcen und starke Freitags-Dauerläufe sind die eine Seite der Medaille. Die Silberpfeil-Verantwortlichen reden Ferrari aber auch gerne stark, um den Kritikern an der aktuellen Formel 1 keine neue Nahrung zu geben. Sonst werden die Rufe nach drastischen Regeländerungen immer lauter. Wie dominant Mercedes ist, verdeutlicht folgende Aussage von Wolff: "Wir haben nach 10 oder 15 Runden die Motorleistung runtergedreht. Das gilt für beide Fahrer. Sie haben diesbezüglich keine andere Wahl." Eine Ohrfeige für den Rest.

Ein großes Faustpfand sieht Wolff in der starken Fahrerpaarung. Wahrscheinlich der stärksten im gesamten Feld. "Dass sich die beiden so pushen, ist für uns nur gut. Das bringt uns als Team weiter. Sie legen die Benchmark durch ihre Leistung immer höher."

WM-Druck spielt noch keine Rolle

Der Konkurrenzkampf zwischen Hamilton und Rosberg resultierte in Spielberg in Fehlern. Im Qualifying kreiselte zuerst Hamilton von der Strecke, später folgte Rosberg. Im Rennen patzte Hamilton zuerst am Start, später bei der Boxenausfahrt. Er überfuhr die weiße Linie und fing sich eine Fünfsekunden-Strafe ein.

"Wenn man sich gegenseitig so sehr fordert wie die beiden, können solche Sachen passieren", urteilt Wolff, der Hamilton in Schutz nimmt. "Beide haben sehr gepusht. Das haben wir in Nicos Inlap gesehen, als er mit stehenden Vorderreifen in die Box kam. Da hätte er auch leicht übers Ziel hinausschießen können. Wenn man wie Lewis weiß, dass man nur eine Chance hat, den Teamkollegen zu überholen, dann musst du Risiken eingehen. Das gilt nicht nur für die Inlap, sondern auch für Boxenausgang. So wie es aussah, ist Lewis kurz das Heck ausgebrochen."

Wolff weiter: "Ich denke nicht, dass die beiden schon den Druck der Weltmeisterschaft spüren. Ich denke einfach, dass die kleinen Fehler das Resultat eines heftig geführten Zweikampfes zwischen Lewis und Nico sind."

Rosberg der schnellere Mann

In Spielberg hatte Rosberg die Oberhand über seinen Teamkollegen. Am Freitag war er jeweils der schnellere. Am Samstagmorgen drehte Hamilton das Bild zu seinen Gunsten. Im Qualifiying schien dann wieder Rosberg der stärkere zu sein. In Q1 und Q2 lederte er Hamilton um 1,242 respektive 0,428 Sekunden ab. In Q3 konterte Hamilton. "Nico war über das gesamte Wochenende der schnellere Mann. Bis auf die eine Runde im Qualifying. Da hatte er Untersteuern als es drauf ankam. Später kam noch der Fehler im letzten Umlauf dazu."

Im finalen Run hatte Rosberg die zwei Zehntel Rückstand auf seinen Rivalen bereits aufgeholt, bis er es in der letzten Ecke der Strecke übertrieb. Im Rennen sprachen die Zahlen eindeutig für Rosberg. 67 zu drei Führungsrunden. Auch die schnellste Runde ging mit 1:11.235 zu 1:11.475 Minuten an ihn.

Wolff hob vor allem die mentale Stärke seines Piloten hervor. "Wir hatten schon häufig die Situation, dass nach einem zweiten Platz von Nico gefragt wurde, ob das der Wendepunkt war und er jetzt die Nummer zwei im Team ist. Ich habe immer gesagt, dass Nico mental sehr stark ist. Heute hat er das mit seinem starken Speed gezeigt."

Zum Schluss verriet Wolff noch, dass man für kurze Zeit darüber nachdachte, Hamilton in die Box zu holen, um die Zeitstrafe abzusitzen. "Wir haben das in Erwägung gezogen. Wenn nämlich noch eine Safety Car-Phase passiert, wird er nicht Zweiter, sondern Sechster oder Siebter. Nach den Erfahrungen von Monaco haben wir dann aber doch darauf verzichtet."

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