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Mercedes GP im Aufwind

Bestzeit zur rechten Zeit

Nico Rosberg Foto: xpb 66 Bilder

Nico Rosbergs Bestzeit am Sonntag in Barcelona kam zur rechten Zeit. Heute findet in der Mercedes-Fabrik in Brackley die Lagebesprechung der Häuptlinge statt. Doch Rosbergs Befreiungsschlag war nicht nur eine Showzeit. Das Team hat das Auto inzwischen verbessert.

21.02.2011 Michael Schmidt

Nico Rosberg war der Star des dritten Testtages von Barcelona. Seine erste Bestzeit konnte Renault-Pilot Vitaly Petrov noch unterbieten, doch dann legte der Deutsche mit 1.23,168 Minuten eine Zeit auf die Bahn, an der sich Petrov die Zähne ausbiss. Am Tag zuvor hatte Mercedes-Rennleiter Norbert Haug noch gemutmaßt: "Im Augenblick liegen wir nicht in den Top Ten." Deshalb stellte man sich im Fahrerlager nach Rosbergs Befreiungsschlag allerorts die Frage: Hat der Mercedes endlich das Laufen gelernt?

Auspuffsystem wird komplett modifiziert

Fakt ist: Rosberg simulierte mehrere Qualifikationsversuche. Fakt ist auch, dass die kühlen Temperaturen am Sonntagnachmittag die Rundenzeiten beflügelten. Und die Strecke war nach dem Regen am Morgen wieder sauber. Seit die Formel 1 mit Pirelli-Reifen fährt, spielt der Gummiabrieb keine Rolle mehr. Doch Fakt ist auch, dass der Mercedes am dritten Testtag einen deutlich besseren Eindruck gemacht hat als in den Tagen zuvor.

Das liegt daran, dass die Silberpfeile seit dem Test in Barcelona nahezu problemfrei fahren. Michael Schumacher und Nico Rosberg haben an drei Tagen 313 Runden oder 1.457 Kilometer abgespult. Ein reibungsloser Testbetrieb ist die Voraussetzung dafür, dass man am Auto arbeiten und die Abstimmung optimieren kann. Ferrari macht es vor. Die roten Autos sehen nicht spektakulär aus, sind aber schnell. Weil Ferrari früh sein Auto verstanden hat. Teamchef Ross Brawn bestätigte, dass man erst jetzt in der Lage sei, unterschiedliche Abstimmungen zu probieren und die Reifen zu verstehen. "Ein ganz entscheidendes Thema ist, welche Temperatur der Reifen in der ersten Runde abbekommt."

Mercedes-Unterboden gebrochen

Als Rosberg am Sonntag seine Bestzeit markierte, waren auch die diversen Probleme gelöst, die die Mercedes-Piloten an den Vortagen noch gebremst hatten. Ein Fotograf hatte Brawn Bilder zukommen lassen, die zeigten, wie stark sich in Kurve 9 der Diffusor des Autos verbog. Bei einem Generalcheck stellten die Mechaniker die Ursache fest. "Es war etwas im Bereich des Unterbodens gebrochen, das wir repariert haben."

Der Sound des Motors verriet, dass Mercedes am Sonntag mit anderen Kennfeldern experimentierte, um die Auspuffgase besser zu nutzen. Der Testträger des MGP W02 bezieht die Auspuffgase bis jetzt nur zu einem geringen Teil als Unterstützung der Strömung mit ein. "Unser Auspuffsystem wird zum Saisonstart völlig anders aussehen", verrät Brawn.

Lage nicht mehr trostlos

Außerdem funktionierte am dritten Tag auch der Hybridantrieb wieder. Das sind gleich mal vier Zehntel auf der Stoppuhr. "Wir hatten da ein Problem mit der Kommunikation der Software", gibt Mercedes-Rennleiter Norbert Haug zu. Schließlich war Rosberg bei seinen Qualifikationsversuchen mit geschlossenen Seitenkästen unterwegs. Wenn die Außentemperatur über 15 Grad steigt, muss Mercedes die Seitenkästen auf der Oberseite öffnen. "Wir haben unter der Verkleidung zu hohe Temperaturen. Wenn wir die Seitenkästen öffnen, kostet das Rundenzeit. Das Problem wird aber bis zum ersten Test behoben sein."

Mercedes-Chefs treffen sich in Brackley

Nach dem insgesamt zehnten von 15 Testtagen sieht die Lage bei Mercedes also gar nicht mehr so trostlos aus, wie sie in ersten vorsichtigen Einschätzungen kommuniziert worden war. Die Steigerung kam zum rechten Moment. Heute treffen sich in der Formel 1-Fabrik im englischen Brackley die obersten Chefs zur Lagebesprechung. Mit dabei sind Daimler-Boss Dieter Zetsche, Norbert Haug und Ross Brawn.

Der Engländer sieht sein Team weiter im Plan: "Wenn unsere Ausbaustufe kommt, machen wir einen großen Schritt. Ich bin zuversichtlich, dass es ein größerer sein wird als der, den die Konkurrenz tut." Das wird auch nötig sein, wenn Mercedes in diesem Jahr aufs Podest fahren will.

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