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MF1-Team vor dem Verkauf?

Foto: Midland 83 Bilder

Die niederländische Internet-Firma Lost Boys bietet angeblich 100 Millionen Euro für den Kauf des MF1-Teams. Besitzer Alexander Shnaider steht vor einer schwierigen Entscheidung.

02.06.2006 Markus Stier

"Das ist eine der schwierigsten Geschäftsentscheidungen, die ich je zu treffen hatte", sagte Alexander Shnaider gegenüber der kanadischen Zeitung "Toronto Globe". Die niederländische Internet-Firma Lost Boys machte dem gebürtigen Russen ein Angebot, das er nur schwer ablehnen kann. Kaufsummen zwischen 70 und 100 Millionen Dollar zirkulieren durch den Formel 1-Zirkus.

Das Angebot des Konsortiums von Michiel Mol kam bereits in Imola. Während des wichtigsten Saisonrennens in Monaco wollten die Verhandlungspartner nicht in den Clinch gehen, das holen sie nun nach. Lost Boys ist als Sponsor von niederländischen Fahrern wie Jos Verstappen und Christijan Albers schon eine Weile im GP-Geschäöft vertreten. Das Unternehmen finanzierte bisher kleine Rennställe von Arrows bis Minardi.

Alex Shnaider: "In Träume investiert"

"Ich wünschte, ich hätte dieses Angebot nie erhalten", behauptet Alex Shnaider. "Ich habe mehr als Geld in dieses Team investiert. Ich investierte in meine Träume", sagt der Baulöwe aus Kanada. Um außerordentliche Summen kann es sich bei diesen Investitionen kaum gehandelt haben, denn das MF1-Team leidet seit Bestehen im Frühjahr 2005 unter chronischer Geldknappheit. Seit der von Shnaider installierte Teamchef Colin Kolles den Rennstall Anfang des letzten Jahres übernahm, wanderte ein Viertel der Belegschaft ab.

Shnaider verwies im April noch alle Verkaufsabsichten ins Reich der Fabel, räumte aber gleichzeitig ein, dass er bei einem Angebot in gewisser Höhe zum Nachdenken bereit sei. 2004 kaufte Shnaider den Rennstall von Eddie Jordan für etwa 30 Millionen Dollar.

Geschäftsidee fehlgeschlagen

Die ursprüngliche Geschäftsidee Shnaiders schlug fehl. Der Versuch, das erste russische GP-Team der Geschichte aufzustellen lockte nicht die gewünschten russischen Sponsoren an. Statt dass sich das Team mit Moskauer Geldgebern selbst finanzierte, muss Shnaider bis heute Geld nachschießen, um den Rennbetrieb am Laufen zu halten.

Wegen der begrenzten Plätze in der Formel 1 ab 2008 dürfte der Wert seines Rennstalls weiter steigen, andererseits müsste Shnaider auch weiterhin Millionen in den Rennbetrieb pumpen. Das Angebot von Mol verhilft ihm mit einem erklecklichen Gewinn zum Ausstieg aus der Kostenspirale.

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