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Michael Schumacher

Der Rekordchampion wird 40

MONACO F1 SCHUMACHER Foto: dpa

Der 40. Geburtstag (3.1.) ist für Michael Schumacher nicht nur Anlass zur Freude. Dem Älterwerden kann auch ein siebenfacher F1-Weltmeister nicht davonrasen. Sehr zu seinem Leidwesen.

03.01.2009

"Es ist schon ein gewisser Schritt für einen Mann, die 40 auf einmal schreiben zu müssen", sagte der Rekordchampion, "es gibt Angenehmeres". Den runden Geburtstag verbringt Schumi gemeinsam mit Freunden und der Familie im Winterurlaub. Dabei schwingt auch eine gewisse Portion Skepsis mit, wie Schumacher schon vorher verriet. In einem Interview mit der ZDF Sportreportage gab der ehemalige Ferrari-Pilot zu, dass er dem Ereignis "nicht unbedingt mit Freude" entgegengeblickt hat.

Bescheidene Wünsche

3. Januar 1969: Schumacher wird in Hürth-Hermühlheim geboren. "Wir hatten keine finanziellen Möglichkeiten von zu Hause, um wirklich in den Rennsport einzusteigen", erinnert sich der Ausnahme-Pilot, der als fünfjähriger Knirps im Kart startete und und nach einer kometenhaften Karriere zum besten und bestbezahlten Fahrer der Königsklasse aufstieg. Der Kerpener kann sich materiell längst so gut wie alles leisten. Weihnachts- und Geburtstagswünsche hat er kaum: "Wir können uns nur wünschen, dass es so schön bleibt, wie es ist."

Schumacher, der Familienmensch: Für die meisten eine vorborgene Seite. "Weil er außerhalb des Cockpits das Visier nur ungern öffnete, ist er für viele ein Unbekannter geblieben", heißt es im offiziellen Schumacher-Buch. Gattin Corinna kennt ihn seit über 18 Jahren, zusammen haben sie die zwei Kinder Gina Maria und Mick. "Schumi braucht seine Familie wie andere Wasser zum Trinken", sagte Ex-Kollege David Coulthard jüngst. Doch der deutsche Dominator braucht die Harmonie auch im Beruf. Mit Ferraris ehemaligem Teamchef und seinem langjährigen Wegbegleiter Jean Todt verbindet ihn eine enge Freundschaft. Sein ehemaliger Ferrari-Mitstreiter Felipe Massa rühmt Schumacher als seinen "Professor".

Rentner in Anführungsstrichen

Und der Lehrmeister, der am 25. August 1991 in der Formel 1 debütierte, gibt noch immer wichtige Tipps. Seit seinem Rücktritt nach 250 Grand-Prix-Starts, 91 Siegen sowie sage und schreibe sieben Weltmeister-Titeln und einer Reihe weiterer beeindruckender Rekorde steht Schumacher der Scuderia mit Rat und Tat zur Seite. "Rentner bin ich nicht wirklich, nur in Anführungsstrichen", sagte Schumacher schmunzelnd. Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn reichen ihm nach eigenen Bekunden 24 Stunden am Tag "eigentlich nicht". Allerdings könnte sein Engagement, das vertraglich bis Ende 2009 laufen soll, angesichts der Automobilkrise zur Diskussion gestellt werden.

Sehnsucht nach den 750-PS-Boliden treibt den Tempo-Fan nicht mehr um. Wohl aber seine Motorrad-Leidenschaft. Im kommenden Jahr wird Schumacher wieder Rennen der Internationalen Deutschen Meisterschaft IDM bestreiten. Den Weg vom vierrädrigen zum zweirädrigen Weltmeister will der Rekordsammler aber nicht mehr einschlagen. "Wäre ich fünf oder sechs Jahre jünger, wäre dies ein reizvoller Gedanke, das muss ich zugeben", hat er gesagt. Das Ganze bleibe ein Hobby. "Ich sehe mich keinesfalls als Leistungssportler."

Kämpfer auf der Rennstrecke

Doch Ehrgeiz ist ihm eigen, Phlegma fremd. In der Formel 1 machte ihn sein Talent, aber auch seine Einstellung zum besten und erfolgreichsten Piloten der Geschichte: kalkulierend, kompromisslos, kampfeslustig. Ein Paradebeispiel, das Saisonfinale 1997: Schumacher scheidet nach einer Kollision mit Jacques Villeneuve aus, verliert die WM und wird vom Internationalen Automobilverband FIA nachträglich für die gesamte Saison disqualifiziert. Unvergessen: Die Duelle Schumachers mit Damon Hill. Und: sein Park-Manöver im Mai 2006 in Monaco.

Schumacher, auf der Strecke mit dem Instinkt eines Champions, kannte seine Grenzen. Bei seinem schwersten Unfall hatte er Glück im Unglück. 1999, Silverstone: Er rast mit seinem Ferrari frontal in die Reifenstapel, Motorsportfans weltweit halten die Luft an. Schumacher bricht sich aber "nur" das rechte Bein. Und doch ist er sich bewusst, dass die Gefahr ständig Beifahrer in der Formel 1 ist. Der tödliche Unfall Ayrton Sennas 1994 in Imola sei einer seiner schwersten Momente gewesen, erinnert sich Schumacher: "Ich war total geschockt, dass in unserem Sport solche Tragödien passieren können. Das hat mich wachgerüttelt."

Typisch: Im Jahr nach seinem eigenen schweren Crash begann Schumacher mit Ferrari Rennsportgeschichte zu schreiben. Von 2000 an gelangen ihm fünf WM-Triumphe in Serie. Am 22. Oktober 2006 absolvierte Schumacher sein letztes Formel-1-Rennen. Sie habe kein Reiz mehr auf ihn, sagt der einstige Regent heute über die Königsklasse: "Ich genieße ganz einfach die Freiheit, die ich mit meiner Familie leben kann."

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