Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Michael Schumacher

Die Rückkehr des alten Mannes

Michael Schumacher GP Europa 2012 Foto: xpb 153 Bilder

Michael Schumacher stand in Valencia endlich wieder auf dem Podium. Zum ersten Mal seit dem 1. Oktober 2006. Dem Rekord-Sieger fiel ein Stein vom Herzen. Der dritte Platz war zwar nicht erwartet, aber willkommen. In der Geschichte der Formel 1 waren nur zehn Fahrer auf dem Podest älter als der Mercedes-Pilot.

25.06.2012 Michael Schmidt

Die Formel 1-Story ist bereits 62 Jahre und acht Rennen alt. Michael Schumacher bringt es auf 43 Jahre und 172 Tage. Mit Historie hat der Kerpener ja nicht viel am Hut gehabt, aber vielleicht entwickelt er im Alter einen Sinn dafür. Es könnten nämlich noch ganz neue Rekorde zu seiner einmaligen Sammlung dazukommen. Der dritte Platz beim GP Europa war sein 155. Podestplatz. Damit liegt er einsam in Führung. Auf Platz zwei rangiert Alain Prost mit 106 Champagner-Duschen.

Luigi Fagioli ältester F1-Pilot auf dem Podium

Der Franzose stand beim GP Australien 1993 zum letzten Mal auf dem Treppchen. Da war er 38 Jahre und 256 Tage alt. Michael Schumacher ist rund fünf Jahre älter. Aber immer noch nicht alt genug, um in die Top Ten der ältesten Fahrer mit Podestplätzen aufzustoßen. Zehn Fahrer liegen vor Schumacher. Mit einer Ausnahme sind sie alle in den 50er Jahren gefahren.

Spitzenreiter ist Luigi Fagioli mit seinem Sieg beim GP Frankreich 1951. Da war der Italiener 53 Jahre und 21 Tage alt. Er teilte sich das Auto mit Juan-Manuel Fangio. Das war damals noch möglich. Fagioli starb ein Jahr später bei einem Sportwagenrennen im Tunnel von Monte Carlo.

Der zweitälteste Pilot war selbst ein Monegasse. Louis Chiron brachte es bei seinem dritten Platz im GP Monaco 1950 auf stolze 50 Jahre und 290 Tage. Auf Platz drei steht der Italiener Piero Taruffi, der bei seiner Fahrt auf den zweiten Platz im GP Italien 1955 exakt 48 Jahre und 334 Tage alt war. Auf einem Mercedes übrigens. Wie Schumacher.

Formel 1-Piloten werden immer jünger

Je weiter die Zeit fortschritt, umso jünger wurden die Piloten. Später schaffte es nur noch Jack Brabham in die Clique der erfolgreichen Alten. Der Australier wurde beim GP England 1970 Zweiter und war an diesem Tag 44 Jahre und 107 Tage alt. Das ist ein Wert, den auch Michael Schumacher ins Auge fassen könnte. Wenn dem Podestplatz von Valencia nicht wieder eine lange Pause wie seit seinem letzten Sieg beim GP China 2006 folgt.

Während Brabham bei seinem letzten großen Ergebnis das Pech hatte, dass ihm in Führung liegend wenige Meter vor dem Ziel der Sprit ausging, gab Schumacher zu: "Der dritte Platz kam unerwartet. Aber ich nehme ihn gerne mit." Schumacher erfuhr erst nach der Zieldurchfahrt, dass er Dritter geworden war. Er gab zu: "Die letzten Runden waren ein wenig verwirrend."

Der Rekordsieger hatte seit seinem Comeback schon ein paar Mal die Chance auf das Podest zu fahren, aber meistens machte ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung oder eine Strafe. In China wäre Platz zwei hinter Nico Rosberg der Normalfall gewesen. Und in Monte Carlo zeigte Schumacher mit der Trainingsbestzeit, dass an diesem Tag mit einem intakten Mercedes und ohne die Strafversetzung in die dritte Startreihe ein Sieg möglich gewesen wäre.

Schumacher zeigt Killer-Instinkt in der Schlussphase

In Valencia kam der Erfolg unerwartet. Die Mercedes-Piloten waren mit einer Einstoppstrategie ins Rennen geschickt worden und dümpelten dementsprechend unauffällig an der Grenze zu den Punkterängen herum. Bei Schumacher entschied der Kommandostand schon früh, dass man die Einstopp-Taktik vergessen kann. Das ist natürlich suboptimal, weil man so im ersten Abschnitt Tempo und Positionen im Feld verschenkt hat. Schumacher war einer von fünf Fahrern, die mit Medium-Reifen ins Rennen geschickt wurden.

Das Safety-Car brachte ihn ins Rennen zurück. Und der späte Reifenwechsel in Runde 41. Danach nutzte er den Vorteil der frischeren Reifen mit seinem berühmten Killerinstinkt aus. Schumacher kämpfte sich auf einem angefahrenen Satz weicher Reifen innerhalb von 16 Runden von Platz 11 auf Rang 3 nach vorne. Immer Mark Webber im Nacken.

Der Australier hatte das schnellere Auto, die besseren Reifen - sie waren beim Wechsel neu - aber ihm fehlte Schumachers Konsequenz beim Überrunden. Da zeigte der alte Mann, dass man ihn nie abschreiben darf.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die schönsten Fotos aus der langen Karriere von Michael Schumacher.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden