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Michael Schumacher

Kritik am neuen WM-Modus

Michael Schumacher Foto: dpa

Die neue Weltmeister-Formel spaltet die Vollgas-Branche. Kurz vor dem Saisonstart machen die ersten F1-Stars Front gegen die Regel-Revolution der FIA. Auch Rekordchampion Michael Schumacher ist dagegen.

19.03.2009

Schon in diesem Jahr wird der Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Siegen Champion. "Ich mag es nicht wirklich", zitierte die Bild-Zeitung am Donnerstag (19.3.) Lewis Hamilton, der nach dem neuen WM-Modus mehr denn je um die Titelverteidigung zittern muss. Rekord-Champion Michael Schumacher teilt die Meinung des Briten. "Ich kann keinen Sinn darin erkennen, eventuell einen Weltmeister zu haben, der weniger Punkte als der Zweitplatzierte hat", wetterte der Ferrari-Berater auf seiner Webseite.

Piloten fühlen sich überrumpelt

Auch der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso ist sauer. "Ich verstehe nicht, warum ständig die Regeln des Sports verändert werden müssen", schimpfte der Spanier. Der Renault-Pilot forderte die sofortige Rückkehr zum bisherigen System, bei dem die Gesamtzahl der Punkte entschied. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hingegen rechnet dank der neuen Regel fest mit mehr Spektakel auf der Piste. "Die Jungs sollen wieder echte Rennen fahren", sagte der 78-Jährige.

Doch die Piloten fühlen sich durch die kurzfristige Reform überrumpelt. "Natürlich ist es ein Anreiz, um immer auf Sieg zu fahren. Aber es scheint mir auch riskant", urteilte Jenson Button vom Honda-Nachfolger Brawn GP. "Nach neun Rennen könnten wir schon einen Fahrer haben, der den Titel bereits gewonnen hat und dann stehenbleiben und Eis essen kann."

Konstanz sollte belohnt werden

Ein zusätzlicher Schlag ist der Regel-Beschluss des FIA-Weltrats vor allem für Hamiltons Titel-Projekt. Die Silberpfeile schwächelten zuletzt bedenklich, die Teamspitze rechnet frühestens im zweiten Saisondrittel mit Siegen. Dann könnte es für den Champion zu spät sein. Kein Wunder, dass der 24-Jährige gegen die neuen Bestimmungen aufbegehrt. "Es sollte darum gehen, dass Team und Fahrer als Einheit über ein ganzes Jahr die besten sind. Nicht darum, wer die meisten Rennen gewinnt", betonte der Brite. Hätte es die neue Regel bereits im Vorjahr gegeben, wäre statt Hamilton Ferrari-Pilot Felipe Massa Weltmeister geworden.

Unmut regt sich in weiten Teilen des Fahrerlagers. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld strich wie Alonso die Vorteile des alten Punktesystems heraus. Force-India-Pilot Adrian Sutil sagte im RTL-Interview: "Mir kommt es so vor, als ob verzweifelt versucht wird, die Formel 1 noch interessanter, noch spektakulärer zu machen. Dabei ist sie doch schon sehr interessant, so wie sie ist."

Langeweile und Stallorder

Für Bedenken sorgen vor allem zugespitzte Titel-Rechnungen wie diese: Fahrer A gewinnt vier Rennen und hat damit die meisten Siege, scheidet ansonsten aber immer aus. Damit hätte er 40 Punkte auf dem Konto. Fahrer B gewinnt drei Grand Prix, wird 14 Mal Zweiter und hätte damit 142 Zähler. Weltmeister wäre dennoch Fahrer A. "Den Zuschauern wird es schwerfallen, das zu verstehen", befand Button.

Zudem könnte die neue Regel die Rennställe mehr denn je zur offiziell verbotenen Teamorder verführen. Wenn nur noch Siege über den Titel entscheiden, dürften die Teams bemüht sein, einen ihrer beiden Fahrer mit allen Mitteln möglichst oft auf Rang eins zu bringen.

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