Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Michael Schumacher

Erste Pole Position seit 2.142 Tagen

Michael Schumacher - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 26. Mai 2012 Foto: Mercedes 153 Bilder

Michael Schumacher fährt zum ersten Mal seit 2.142 Tagen wieder die schnellste Trainingszeit. Er steht aber nicht auf der Pole Position. Die wird Mark Webber gutgeschrieben. Schumacher will trotz seines sechsten Startplatzes im Rennen auf das Podest fahren.

26.05.2012 Michael Schmidt

Es war die Rückkehr des alten Mannes. Michael Schumacher war bei seiner Trainingsbestzeit zum GP Monaco 43 Jahre und 144 Tage alt. Nur drei Fahrer in der Geschichte der Formel 1-WM sind in einem höheren Alter die schnellste Zeit im Training gefahren.

Spitzenreiter ist Nino Farina. Der erste Weltmeister der Geschichte war bei seiner Fahrt auf die Pole Position zum GP Argentinien 1954 exakt 47 Jahre und 78 Tage alt. Auf Platz zwei folgt Juan-Manuel Fangio beim GP Argentinien 1958 mit 46 Jahren und 208 Tagen. Dritter ist Jack Brabham, der 1970 beim GP Spanien im Alter von 44 Jahren und 16 Tagen auf den besten Startplatz fuhr.

Der kleine, aber feine Unterschied: Michael Schumacher steht nicht in der ersten Startreihe. Er muss fünf Startplätze zurück. Der Rekordweltmeister büßt die Strafe für seine Kollision mit Bruno Senna in Barcelona ab. Schumacher hat lange auf diesen Tag gewartet. Die letzte Pole Position beim GP Frankreich 2006 liegt 2.142 Tage zurück. Eine halbe Ewigkeit.

Ross Brawn will mehr von Schumacher

Der Mercedes-Pilot wollte die Bestzeit mit seinen 68 anderen nicht vergleichen: "Mit meinem Comeback begann für mich ein neues Kapitel. In diesem Abschnitt ist es die einzige Pole und damit auch die schönste." Klingt logisch.

Auch auf die unvermeidliche Frage, ob die Sternstunde ihn dazu motiviert, seinen Vertrag zu verlängern, antwortete der 91-fache GP-Sieger ausweichend: "Ich mache meine Entscheidung nicht von einem Resultat abhängig." Teamchef Ross Brawn öffnete seinem Fahrer die Tür: "Wenn Michael so weiterfährt, kann er ewig bei uns fahren."

Schumachers Superrunde kam wie aus dem Nichts. Die gesamte Qualifikation lang hatte er sich auf den Plätzen vier bis sechs herumgetrieben. Dann packte er den Hammer aus. "Vorher fährst du nur so schnell wie du musst. Du hast das Ziel immer im Hinterkopf und kannst auf dem Display ja ablesen, wie nah du da dran bist", erklärte der siebenfache Weltmeister. "Die Kunst war es, im letzten Versuch alles zusammenzufügen. Wir waren schon ein paar Mal nahe dran, aber diesmal hat es eben gepasst."

Strecken ohne schnelle Kurven liegen dem Mercedes

Der Mercedes AMGW03 hat seine Form vom GP China wiedergefunden. Das hat zwei Gründe. Seitdem wurde das Auto massiv geändert. Die Nase ist breiter, die Frontflügelstelzen sind weiter ausgestellt. So bekommt der modifizierte Diffusor mehr Luft. Die Seitenkästen und die Motorverkleidung sind eine Spur schlanker. Das neue Karbongebtriebe spart Gewicht im Heck.

Das könnte auch ein wichtiger Faktor beim Reifenverschleiß werden. Vor einem Jahr brachen bei den Silberpfeilen schon nach acht Runden die Hinterreifen massiv ein. "Unsere Fahrer und Ingenieure haben das immer noch im Hinterkopf", beschwichtigte Ross Brawn."Wir sind darauf besser vorbereitet."

Der zweite Grund für die Mercedes-Renaissance liegt in der Streckencharakteristik. Der Mercedes hat eine exzellente Traktion. Und er hat die Power, schneller als der Rest die Gerade zum Casino hochzustürmen. Die Schwäche des Autos sind die schnellen Kurven. Davon gibt es nur zwei in Monte Carlo.

Schumacher in Sektor 2 in eigener Liga

Schumacher machte seine Zeit im Sektor zwei gut, der vom Casino bis zur Tabakkurve reicht. Dort nahm er Mark Webber 0,101 Sekunden und Nico Rosberg 0,186 Sekunden ab. Sportchef Norbert Haug staunte: "Unglaublich, was er da ausgepackt hat." Auch Gerhard Berger applaudiert: "Auch, wenn die Strecke dem Mercedes gut passt. Michaels Zeit muss man erst mal fahren. Da kann man nur den Hut ziehen. Der Rosberg hat es im entscheidenden Moment vergeigt."

Der DRS-Trick von Mercedes hat nur marginal dazu beigetragen. "Hier ist der Vorteil des System geringer als anderswo", winkte Schumacher ab. Im Training wird nur auf 33 Prozent der Strecke in DRS-Stellung gefahren. Michael Schumacher sieht durchaus Chancen, vom sechsten Startplatz auf das Podest zu fahren. Es wäre das erste seit dem GP China 2006. Im gleichen Jahr ging er in Monte Carlo vom letzten Startplatz aus ins Rennen und wurde noch Fünfter.

Wenn er gewinnen will, muss er an Fernando Alonso, Romain Grosjean, Lewis Hamilton, seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Mark Webber vorbei. Für Rosberg stehen die Chancen ungleich besser, das Rennen zu gewinnen. Die Entscheidung fällt möglicherweise schon beim Start. Mark Webber ist als schlechter Starter bekannt. "Wenn er normal wegkommt, bin ich vorne", kündigte Rosberg großspurig an.

Zur Feier des Tages haben wir in unserer Bildergalerie noch einmal die besten Momenten aus Schumis Karriere gesammelt.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden