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Michael Schumachers Karriere von 1991 bis 2006

16 Jahre Formel 1 - die Ära Schumacher

Michael Schumacher Foto: dpa 153 Bilder

Wenn Michael Schumacher am 14. März in Bahrain nach drei Jahren Pause sein Comeback feiert, dann geht er in seine 17. Formel 1-Saison. Wir blicken noch einmal auf die 16 Formel 1-Jahre von 1991 bis 2006, die Michael Schumacher unsterblich machten.

10.03.2010 Michael Schmidt

Michael Schumacher hält fast alle Rekorde. Die Betonung liegt auf fast. Wenn es nach GP-Starts geht, dann liegt Michael Schumacher mit 249 nur auf Rang drei hinter Rubens Barrichello (285) und Riccardo Patrese (256). Von den aktuellen Piloten hat nur Barrichello mehr zu bieten als Michael Schumacher. Der ehemalige Teamkollege bei Ferrari ist dem Rekord-Weltmeister 36 GP-Starts und zwei GP-Saisons voraus. Doch in Bezug auf Qualität kann keiner mit Schumacher mithalten.

Holpriger Beginn für Schumacher

Der 1969 geborene Deutsche hat eine unvergleichliche Karriere, die am 25. August 1991 mit dem GP Belgien begann. Es war ein kurzer Einstand. Nach einem Kilometer rollte Schumachers Jordan in der Steigung nach der Eau Rouge-Senke mit durchgebrannter Kupplung aus. Was folgte, war die erfolgreichste Laufbahn aller Zeiten. Insgesamt blickt Michael Schumacher auf 16 Formel 1-Saisons zurück, wobei die erste nur sechs Rennen lang dauerte und nach Zahlen gemessen logischerweise die bescheidenste war.

Wechsel zu Benetton, erste Punkte für Schumi

Es war das einzige Jahr ohne Sieg, ohne schnellste Runde und ohne Führungskilometer. Nach dem Wechsel zu Benetton schaufelte der Jungstar immerhin schon die ersten vier WM-Punkte auf sein Konto. Er punktete gleich bei seinem zweiten GP-Start in Monza als Fünfter. Dazu kamen je zwei sechste Plätze in Estoril und Barcelona. Die Tatsache, dass er in drei seiner fünf Benetton-Rennen vor seinem Teamkollegen, dem dreifachen Weltmeister Nelson Piquet, ins Ziel kam, ließ seine Klasse bereits ahnen. Nur in Estoril und Adelaide konnte sich der Brasilianer gegen den damals 22-jährigen Schumacher durchsetzen.

1992 begann Schumachers Siegeszug. Der erste Podestplatz stellte sich bei seinem achten Start ein. Schumacher wurde hinter dem damals fast unschlagbaren Williams-Duo Nigel Mansell und Riccardo Patrese Dritter beim GP Mexiko. Zehn Rennen später stand der Senkrechtstarter aus Kerpen zum ersten Mal ganz oben. Schumacher siegte in Spa-Francorchamps. Der Kurs in den Ardennen spielte im Verlauf der 16 Jahre immer wieder eine Art Schicksalsrolle. Dort wurde er 1994 disqualifiziert, weil der Unterboden seines Benetton zu stark abgenutzt war. Dort rettete er 1996 mit einem Sieg den Kopf von Ferrari-Rennleiter Jean Todt. Dort wäre er nach einer Kollision mit David Coulthard 1998 seinem Widersacher fast an den Kragen gegangen. Seine erste volle Saison beendete Schumacher auf Gesamtplatz drei.

Schumachers Durchbruch 1994 und 1995

Das Jahr 1993 war ein kleiner Rückschritt. Schumacher belegte nur den vierten Rang in der Fahrerwertung. Benetton hatte in diesem Jahr nicht das beste Auto für die Blütezeit der elektronischen Fahrhilfen. Erst im letzten Saisondrittel bekamen die Benetton-Ingenieure die elektronischen Spielzeuge wie aktives Fahrwerk, Traktionskontrolle, ABS, Vierradlenkung, Startautomatik in den Griff.

Dann folgten 1994 und 1995 zwei WM-Titel, in denen Michael Schumacher Geschichte schrieb. 1994 wurde er Weltmeister, obwohl man ihn in zwei Rennen disqualifizierte und für zwei weitere Grands Prix sperrte. Das Missachten der schwarzen Flagge in Silverstone kostete ihn die Teilnahme bei den Rennen in Monza und Estoril. Im Finale in Adelaide gab es wieder Zoff. Schumacher kollidierte mit WM-Rivale Damon Hill und seine Kritiker unterstellten ihm Absicht.

Dafür lieferte der Benetton-Pilot 1995 sein Meisterstück ab. Wer seine Leistungen aus dem Vorjahr noch anzweifelte, wurde eines Besseren belehrt. Schumacher holte den Titel im zweitbesten Auto. Es war ein Triumph des besseren Fahrers. Damon Hill konnte vom überlegenen Williams-Renault nicht profitieren.

Die Ära Ferrari - vier Jahre Titelpause

Nach vier Jahren Benetton folgte Michael Schumacher dem Ruf von Ferrari. Elf Saisons fuhr er für die Marke aus Maranello, fünf davon schloss er mit dem Titel ab. Auf die erste WM-Krone im roten Overall musste er allerdings vier Jahre warten.

1996 war das Auto zu schlecht. Seine drei Siege mit dem störrischen Ferrari F310 waren ein Kunststück. Rennen, die nur Schumacher gewinnen konnte. 1997 verschenkte er den Titel im Finale durch eine Kollision. Der Rammstoß gegen Jacques Villeneuve war der Tiefpunkt in Schumachers Karriere. Während der Agressor ins Kiesbett segelte, konnte das Opfer weiterfahren und sich die Weltmeisterschaft sichern. Die FIA entzog Schumacher als Reaktion auf die Attacke alle 78 WM-Punkte. Deshalb taucht der Ferrari-Pilot in keiner Tabelle von 1997 auf.

Schumachers Beinbruch in Silverstone

Auch 1998 trug Schumacher das WM-Duell mit Mika Häkkinen bis ins letzte Rennen in Suzuka. Es stand unter keinem guten Stern. Beim Vorstart starb der Motor ab. Die Aufholjagd vom letzten Platz endete mit einem Reifenplatzer. 1999 beendete der Unfall von Silverstone alle WM-Hoffnungen. Ein Beinbruch zwang Schumacher sechs Rennen lang zum Zuschauen. Fast hätte diese Saison noch einen Schönheitsfehler gehabt. Teamkollege Eddie Irvine hatte in Suzuka die historische Chance, Ferrari nach 20 Jahren Misserfolg zu erlösen, und Schumacher hätte ihm laut Befehl von oben dabei helfen müssen. Es kam nicht dazu. Häkkinen sicherte sich in Suzuka durch einen Sieg den zweiten Titel in Folge.

Der Finne sollte auch in der Folgesaison der große Herausforderer von Schumacher werden. Im Jahr 2000 nahmen die goldenen Ferrari-Jahre ihren Anfang. Bei den fünf Titeln in Folge stellte sich eigentlich immer nur eine Frage: Wann macht Michael Schumacher alles klar? 2000 musste er mit Häkkinen in einem mitreißenden Duell noch bis zum vorletzten Rennen in Suzuka kämpfen. Ein Jahr später war schon am Hungaroring, dem 13. von 17 Rennen die WM gelaufen. 2002 stand der Weltmeister im elften von 17 Rennen fest, so früh wie nie zuvor in der Geschichte der Formel 1.

Zwei letzte Titel 2003 und 2004

Erst 2003 wurde es wieder eng. Schumacher musste bis zum Finale zittern. Ein achter Platz in Suzuka reichte ihm, um sich gegen McLaren-Pilot Kimi Räikkönen durchzusetzen. Der Ferrari F2003-GA war nicht der beste Wurf von Ross Brawn und Rory Byrne. Der Reifenverschleiß machte Probleme. Die überlegenste Saison in Schumachers erster Formel 1-Karriere war das Jahr 2004. Der Wahlschweizer gewann 13 der 18 Rennen, er stand acht Mal auf der Pole Position, markierte zehn schnellste Rennrunden, lag 3.353,6 Kilometer in Führung und sammelte die Rekordsumme von 148 Punkten.

Die Rekordflut des Unersättlichen wurde erst 2005 gestoppt, als Bridgestone für Rennen ohne Reifenwechsel die falschen Reifen mixte. Mit nur einem Sieg, einer Pole Position, einer schnellsten Runde und 368,7 Führungskilometern zählt 2005 zu Schumachers schlechteren Jahren. Der vorerst letzte Sturm auf einen WM-Titel endete 2006 mit Platz zwei hinter Fernando Alonso. Der Ferrari war das bessere, Alonsos Renault das zuverlässigere Auto über die gesamte Saison. Mit sieben Siegen setzte Schumacher in seinem vermeintlichen letzten Formel 1-Jahr noch einmal ein Ausrufezeichen in einer an Highlights so reichen Karriere.

Schumis Rekorde: konstant, schnell und erfolgreich

Bei der Durchsicht seiner 16 Formel 1-Jahre ergeben sich einige interessante Aspekte. Abgesehen von der kurzen ersten Saison landete Michael Schumacher in jedem Jahr mindestens einen Sieg. Er war mindestens einmal Schnellster im Rennen und er lag in jedem dieser Jahre mindestens einmal in Führung.

Nur mit den Trainingsbestzeiten musste der Deutsche etwas länger warten. Seine erste Pole Position holte er erst beim GP Monaco 1994 - das erste Rennen nach dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna. Die Schmach der Nichtqualifikation ging am erfolgreichsten Formel 1-Piloten aller Zeiten vorbei. Nicht selbstverständlich, denn da erwischte es selbst einen Großmeister wie Senna. Der Brasilianer schaute beim GP San Marino 1984 zu.

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