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Michael Schumacher

Schumacher-Comeback im zweiten Anlauf

2008 Race of Champions Foto: Red Bull 86 Bilder

Michael Schumacher ist wieder zurück. Zumindest auf dem Papier. Erst Anfang Februar kann er in seinem MercedesGP-Cockpit Platz nehmen. Dann beginnt die Testsaison in Valencia. Die Formel 1-Experten streuen dem Heimkehrer jetzt schon Rosen. "Er wird wieder vorne mitfahren", ist Gerhard Berger überzeugt.

23.12.2009 Michael Schmidt

Michael Schumacher kann es nicht lassen. Es juckt ihn einfach wieder in den Fingern. Irgendwie braucht er die Droge Motorsport. Kartfahren ist ihm da zu wenig, obwohl er mit schöner Regelmäßigkeit an Rennen rund um den Globus teilnimmt. Motorradfahren war zwei Jahre lang eine Ersatzbefriedigung, wenn auch eine gefährliche. Dr. Johannes Peil, seinem behandelnden Arzt, ist es jedenfalls lieber, wenn sein Schützling wieder auf vier Räder zurückkehrt.

Bei der Pressekonferenz im Sommer, als Schumacher sein erstes Comeback wegen Nackenproblemen absagen musste, sagte Peil. "Wenn er schon wieder Rennen fahren will, dann besser in der Formel 1 als auf dem Motorrad. Das ist weniger gefährlich." Als Ferrari ihn im August dieses Jahres bat, den Ersatz für den verletzten Felipe Massa zu spielen, da musste Schumacher nur fünf Minuten lang nachdenken. Prompt steigerte er sich so in den Traum, das alte Leben zurückzuholen, dass er die Absage 19 Tage später als eine persönliche Katastrophe empfand. Schumacher stand der Frust ins Gesicht geschrieben, dass ausgerechnet ihm, dem fittesten aller Rennfahrer, die Gesundheit einen Streich spielte.

Comeback-Gedanke ging Schumi nichr mehr aus dem Kopf

Doch von da an ging ihm das Thema Comeback nicht mehr aus seinem Kopf. Ferrari wollte ihm mit dem Einsatz eines dritten Autos eine Brücke bauen, doch die FIA lehnte das Vorhaben ab. "Wir konnten Michael kein Auto anbieten", bedauerte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Da kam ihm der halboffizielle Frage von Ross Brawn gerade Recht, wie ernst er es mit einem Comeback nehme. Als dann Jenson Button zu McLaren überlief, da lag für den mittlerweile zum Mercedes-Werksteam mutierten Rennstall die Alternative Schumacher auf der Hand. Und der 91-fache GP-Sieger musste nicht zwei Mal gebeten werden, um sich die Sache durch den Kopf gehen zu lassen.

Viele offene Fragen waren zu klären

Die letzten vier Wochen seit den ersten ernsten Gesprächen standen im Zeichen von zwei Fragen. Wie sieht ein Vertrag mit dem teuersten Rennfahrer aller Zeiten aus? Wie lange dauert er, welche Leistungen umfasst er? Schumacher wird sich auch bei Mercedes für eine zweistellige Millionensumme verkaufen, doch dieses Geld ist schnell wieder eingespielt. Mit Schumacher im Cockpit stehen die Sponsoren Schlange.

Die zweite offene Frage betraf die Gesundheit. Wird der Nacken nach vier zusätzlichen Monaten Ausheilphase halten? Alle Tests im Labor beantworteten die Frage mit Ja. Die radiologische Untersuchung wurde auf Januar verschoben. Ihr Ergebnis wird nichts ändern, denn selbst bei einem Befund, der vor den Folgen eines weiteren Unfalls auf den Bereich zwischen Schädelbasis und Atlaswirbel warnt, könnte Schumacher immer noch auf eigenes Risiko fahren. Bei seinem Vermögen braucht man sich nicht gegen Unfallfolgen versichern.

Sicherheit bringen erst die Testfahrten im Februar

Hundertprozentige Sicherheit, ob Schumacher tatsächlich eine ganze Saison fahren kann, wird man erst haben, wenn Schumacher im Februar bei den Formel 1-Testfahrten im Februar in Valencia, Jerez und Barcelona antritt. Sollte er da noch zu einem Rückzieher gezwungen sein, dann wäre das eine ausgemachte Pleite nach dem fehlgeschlagenen Versuch im Sommer. Mercedes müsste dann hoffen, dass Nick Heidfeld zu dem Zeitpunkt noch auf dem Markt ist.
Davon geht jedoch niemand aus. Gerhard Berger ist überzeugt, "dass es der Michael packt." Auch vom sportlichen Erfolg: "Der Junge ist so gut, weil er so besessen ist. Wer hat schon mit 41 noch die Kraft, noch einmal durch die ganze Tretmühle zu gehen?" Nico Rosberg gibt Berger den Tipp, soviel wie möglich von dem siebenfachen Weltmeister zu lernen. "Wenn er nicht total untergeht, ist das für Nico schon gut. Schlägt er Schumacher, wäre er der Überflieger." Berger glaubt nicht, dass es so weit kommt. "Dazu hat Michael neben seinem Speed zu viel Erfahrung, zuviel politische Power, zuviel Ehrgeiz."

Schumacher wird wieder um Siege fahren

Auch ToroRosso-Teamchef Franz Tost sieht Schumacher wieder mit um Siege fahren. Der Österreicher, der den Heimkehrer sehr gut kennt, glaubt allerdings, dass Schumacher sich völlig neu einstellen muss, wenn er die Herausforderung durch die jungen Fahrer erwidern will. "In den letzten drei Jahren ist sehr viel passiert. Michael kommt in eine andere Formel 1 zurück als die, die er gewohnt war. Er kann nicht mehr Tag und Nacht testen wie früher. Er hat nicht mehr tausend verschiedene Reifenmischungen, durch die er sich durcharbeiten kann. Es gibt nicht mehr die schlauen elektronischen Fahrhilfen, die er wie kein anderer zu seinem Vorteil genutzt hat. Die Rennen ohne Tankstopps sind keine Sprints in drei Portionen mehr, sondern ein Ausdauerrennen, bei dem man auf das Material aufpassen muss. Doch Michael hat genug Rennintelligenz, sich an die neue Situation anzupassen. Er wird einer der ersten sein, die kapieren, in welcher Rennphase man sein Auto schonen muss, um es heil über die Distanz zu bringen."

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