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Michelin

Der große Bluff?

Foto: dpa

Die Ferrari-Spione wittern Hochstapelei bei McLaren und Renault. Bei der Saisonvorbereitung war niemand so schnell wie diese beiden Teams. Ferrari-Technik-Chef Ross Brawn glaubt, dass die Silbernen und Gelbblauen mit frischen Gummis ihre Zeiten frisiert haben.

01.03.2005

Bei den Testfahrten in Barcelona brummte Renaults Hoffnung Fernando Alonso den Platzhirschen von Ferrari in seiner besten Runde sechs Zehntel auf - in der Formel 1 ein Klassenunterschied. Juan Pablo Montoya wurde sogar einmal mit einer Zeit geführt, die noch weitere zwei Zehntel schneller war, doch nach einer Stunde verschwand die Superrunde ohne weitere Erklärung vom Zeitenmonitor. Egal, ob in Barcelona, Valencia oder Jerez, auf jeder der drei Strecken konnte kein Team die Bestzeiten von Renault unterbieten.

Bei Ferrari glaubt man nun eine Erklärung gefunden zu haben: Die Boxenspione der Roten, die jeden Stopp der Konkurrenz argwöhnisch beäugen wollen herausgefunden haben, dass die beiden vermeintlichen Top-Teams regelmäßig Reifen wechselten und somit nie eine komplette Renndistanz mit einem Reifensatz durchfuhren.

Neue Kräfteverhältnisse?

Sollte die Beobachtung der Spione zutreffen, wirft das ein neues Licht auf die Einschätzung der Kräfteverhältnisse. Ferrari und Williams-BMW konnten in diesem Winter nicht mit Rundenrekorden glänzen, beide Teams verwendeten ihre Reifen regelmäßig über lange Distanzen. Schließlich sind in diesem Jahr Reifenwechsel nur noch bei beschädigten Pneus erlaubt.

Bei Rennsimulationen in Barcelona relativiert sich dann auch manches Ergebnis. So war Ferrari bei Dauerläufen von mindestens zwölf Runden am Stückmit dem Übergangsauto F2004 M um zwei Zehntel schneller als der neue McLaren-Mercedes.

Bei Ferrari herrscht große Unsicherheit. Denn trotz der Beobachtungen in der Boxengasse hält niemand die Konkurrenz für so dumm, dass sie auf echte Rennsimulationen mit nur einem Reifensatz verzichteten, um die Öffentlichkeit mit Blender-Ergebnissen zu täuschen.

Michelin-Vorteil durch drittes Auto

Bei Michelin - Reifenausrüster aller Top-Teams außer Ferrari - glaubt man die Erklärung gefunden zu haben: die neuen Chassis von Renault und McLaren erzeugen mehr Abtrieb als die der Gegner. Abtrieb erzeugt mehr Reibung und Haftung, verursacht aber keinen höhreren Verschleiß. So lassen sich hohe Kurvengeschwindigkeiten und eine gute Traktion auch über viele Runden erzielen.

Ohnehin steht Ferrari mit Partner Bridgestone einer drückenden Übermacht gegenüber. 50 verschiedene Reifentypen konnten die Michelin-Kunden im Winter testen. Bridgestone hatte nur halb so viel zu bieten. Zudem verfügen einige Michelin-Partner wie McLaren über einen großen Vorteil: Wegen der mäßigen Platzierung 2004 dürfen die Silbernen im Freitagstraining ein drittes Auto einsetzen, mit dem Testfahrer Pedro de la Rosa nach Herzenslust Rennsimulationen mit unbegrentzter Reifenzahl abspulen kann, um Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya bei der Wahl des besten Gummis zu helfen. Michael Schumacher hat dagegen nur zwei Reifensätze zur Verfügung, um seine Wahl zu treffen.

Alles über die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 vor dem ersten Rennen in Melbourne (6.3.) erfahren Sie in der neuen Ausgabe von auto motor uns sport, Heft sechs, ab 2. März im Handel.

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