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Michelin neben der Spur

Foto: Wolfgang Wilhelm 58 Bilder

In dieser Woche reist Michelin mit seinen Kunden nach Jerez, um schnellstens den Rückstand gegenüber Bridgestone abzuarbeiten. Sollte dies nicht gelingen, haben die Franzosen mit Partner Michelin schlechte Karten, denn danach macht das Testverbot die Bemühungen um technischen Fortschritt weitgehend zunichte.

17.07.2006 Markus Stier

Ab der kommenden Woche gilt das Sommertestverbot in der Formel 1. Erst nach dem Großen Preis der Türkei am 27. August wird es wieder aufgehoben. In dieser Zeit sind mit Hockenheim (30.7.), Budapest (6.8.) und Istanbul (27.8.) drei Grand Prix zu fahren.

Trotz der zweiten Niederlage in Folge hofft man im Renault-Michelin-Lager, dass es sich beim Rennen in Magny Cours um einen Einzelfall handelte. "Alle haben gesagt, nach Imola und Nürburgring macht Ferrari den Durchmarsch, und dann habe ich vier Rennen in Folge gewonnen", sagt Fernando Alonso gelassen. Was Alonso nicht sagt: Imola und Nürburgring kamen dem Ferrari-Chassis sehr entgegen, das gilt für Magny Cours nicht unbedingt.

"Die Streckentemperaturen von 50 Grad waren ein echter Härtetest und wir dachten, unsere Konstanz gäbe uns einen Vorteil gegenüber Ferrari, aber leider war das nicht der Fall". sagte Michelin-Rennchef Nick Shorrock. Bei Michelin gibt man vor, den Spieß in Hockenheim wieder umdrehen zu können, doch die Indizien sprechen gegen die Franzosen. Die Charakterisitk des Badener Motodroms ähnelt Magny Cours stark, zudem ist wie in Frankreich große Hitze zu erwarten, gleiches gilt für Budapest und Istanbul. Flavio Briatore sieht die Lage ernst: "Michelin muss langsam aufwachen", sagt der Renault-Teamchef.

Nick Shorrock: "Nicht konstant genug"

"Wir akzeptieren die Erkenntnis, dass wir unsere Schnelligkeit über eine Runde verbessern müssen", sagt Shorrock, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar hatte Fernando Alonso in der Qualifikation gegenüber Michael Schumacher einen Rückstand von drei Zehntelsekunden, doch im Rennen lag der Spanier mit seiner schnellsten Runde über sechs Zehntel hinter seinem Verfolger - übrigens das gleiche Resultat wie in Indianapolis.

Michelin hat durchaus noch ein paar Pfeile im Köcher. In Frankreich reiste man mit zehn verschiedenen Reifentypen an, darunter mit vier extrem weiche Gummis. "Gemeinsam mit unseren Partnern hatten wir das Gefühl, dass diese über die Renndistanz wegen der extrem hohen Temperaturen nicht konstant genug waren", sagt Nick Shorrock. Der Jerez-Test soll nun die Erkenntnis bringen, ob den aggressiveren Gummis auch die nötige Haltbarkeit anerzogen werden kann. Sollte der Test nicht die gewünschten Resultate bringen, drohen bis zum Ende des Testverbots gleich drei Niederlagen.

Magny Cours Gradmesser für Titelanwärter

Nebenbei gesagt: Magny-Cours ist als Gradmesser für das Kräfteverhältnis in der Königsklasse bestens geeignet. Wer auf dem Circuit de Nevers dominierte, hatte in den vergangenen Jahren auch meist auf den anderen Strecken die Nase vorn. Die späteren Weltmeister Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996), Jacques Villeneuve (1997) und Alonso (2005) gewannen jeweils auch den Großen Preis von Frankreich. Schumacher triumphierte hier bei seinen sieben Titeln fünf Mal.

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