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Mit Endspurt zum Titel?

Vettel bekommt zweite Luft

Sebastian Vettel GP Japan 2012 Foto: Red Bull 41 Bilder

Sebastian Vettel hat gute Chancen zum dritten Mal in Folge Weltmeister zu werden. Nicht nur sein Red Bull scheint erwacht. Auch Vettel bekommt die zweite Luft. Das ist eigentlich immer so. Nach der Sommerpause legt der Heppenheimer immer an Tempo zu.

10.10.2012 Michael Schmidt

Die Sommerpause tut Sebastian Vettel gut. Danach gewinnt der Heppenheimer im Verhältnis immer mehr Rennen als zuvor. Und er macht in der Weltmeisterschaft Boden gut. Nach einem fast aussichtslosen Rückstand hat er Fernando Alonso fast eingeholt. Vettel trennen nur noch vier Punkte von dem Ferrari-Fahrer. Und der Red Bull scheint derzeit das klar bessere Auto zu sein.

Sommerpause wirkt bei Vettel Wunder

2009 verabschiedete sich Vettel als Dritter in den rennfreien August. Am Ende hätte er fast die Weltmeisterschaft noch gewonnen. In den zehn Rennen davor sammelte er zwei Siege und 47 Punkte. In den sieben Rennen danach waren es auch zwei Siege und 37 Zähler. Der Schnitt von Punkten pro Rennen stieg von 4,7 auf 5,3.

Im Jahr 2010 lag Vettel vor der Sommerpause nur auf Rang drei. Sieben Rennen später war er Weltmeister. In den zwölf Rennen vor der vierwöchigen Zwangspause hatte er nur zwei Grand Prix gewonnen. In den sieben Läufen danach drei. Vettel war damals wegen diverser Fehler stark in die Kritik geraten. Vier Wochen Nachdenken wirkten Wunder. Er kehrte mit einer Jetzt-erst-recht-Einstellung zurück. "Und ich nahm mir vor, nicht alles immer so ernst zu nehmen, was geschrieben wurde."

Alonsos Vorsprung schmilzt dahin

2011 war für Vettel eigentlich ein Durchmarsch. Trotzdem schien vor den Ferien im Sommer irgendwie der Faden gerissen. Vettel hatte drei Mal in Folge nicht gewonnen. Man sprach bereits von einer Red Bull-Krise. Nach dem Urlaub kehrte Vettel wiedererstarkt zurück. Er gewann drei Grand Prix in Folge. Von den verbleibenden acht Rennen dominierte er fünf.

Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend fort. Nach dem GP Ungarn lag Vettel wie 2010 auf Platz drei. Mit 42 Punkten Rückstand auf Fernando Alonso, der bis dahin in jedem Grand Prix gepunktet hatte. Viele sahen den Spanier bereits als künftigen Weltmeister. Sein Ferrari war nicht das schnellste Auto, aber das ausgeglichenste. Und das spielte Alonso in einer Saison ohne Favoriten mit fünf verschiedenen Siegerteams einen Trumpf in die Hand.

Inzwischen hat Red Bull das Rätsel des RB8 entschlüsselt. Und Ferrari stagniert. Dazu kommt, dass Alonso zwei Nuller schrieb. Beide Male eliminierten ihn Startkollisionen. Vom Vorsprung ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Buchmacher sehen ihn längst nicht mehr als Favorit.

Vettel will nicht an Titel denken

Der Verlauf dieser Saison erinnert an 2010. Vor zwei Jahren führte Mark Webber mit zehn Zählern Vorsprung auf Vettel die WM-Wertung an. Der Australier schien damals bereits Richtung WM-Titel zu segeln, vor allem als er beim GP Belgien noch einmal 18 Punkte auf den Stallrivalen gutmachte.

Dann setzte sich Alonso mit einem Doppelschlag in Monza und Singapur an die WM-Spitze. Vettel aber hatte seinen inneren Frieden wiedergefunden. Und er drehte in den letzten vier Rennen groß auf, holte 68 von 100 möglichen Punkten und stieß Alonso und Webber noch vom Thron.

Noch nicht einmal der Motorschaden von Korea konnte Vettel stoppen. Eher im Gegenteil. Die vermeintliche Aussichtslosigkeit der Lage beflügelte ihn. Wer nichts mehr zu verlieren hat, ist psychologisch im Vorteil. Das Gesetz scheint auch in diesem Jahr zu gelten. Vettel verbot sich an den WM-Titel zu denken. "Ich nehme die Rennen, wie sie kommen." Rückschläge wie der Ausfall in Monza sind Motivation statt Resignation. "So etwas baut den Sebastian nur auf", bestätigt Teamberater Helmut Marko. "Wenn er in die Defensive gedrängt wird, ist er besonders gut."

Viele Faktoren sprechen für Red Bull

Unter Druck geht Vettels Fehlerquote gegen null. Die der Gegner wird größer. Fernando Alonso konnte zwar nicht direkt etwas dafür, dass er beim Start in Spa und Suzuka abgeräumt wurde, indirekt aber schon. Wer aus der dritten Reihe startet, läuft Gefahr in Unfälle verwickelt zu werden. Bei Ferrari ist die Nervosität greifbar. Red Bull hat einen Lauf. McLaren macht zu viele Fehler, und Lotus stagniert in der Weiterentwicklung.

Noch zwei Faktoren sprechen für den Titelverteidiger. Überraschungssiege wird es kaum mehr geben. Die Teams haben das Reifeneinmaleins gelernt. Damit passen sich die Rennstrategien an. Jetzt ist es ein Kampf Mann gegen Mann, Team gegen Team. Und da scheinen Red Bull und Vettel die besten Karten in der Hand zu halten.

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