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Mit Monza-Flügel in Austin

Geht Vettels Setup-Poker auf?

Red Bull Heckflügel - Sebastian Vettel - Formel 1 - GP USA - 1. November 2014 Foto: ams 16 Bilder

Sebastian Vettel weiß schon seit drei Wochen, dass er beim GP USA aus der Boxengasse starten muss. Deshalb haben sich der Weltmeister und sein Team eine Risiko-Taktik ausgedacht. Vettel startet in Austin mit einem Monza-Flügel.

02.11.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel hatte ein überschaubares Programm in Austin. Er kannte seinen Startplatz schon vorher und konnte sich bei der Abstimmung deshalb voll auf das Rennen konzentrieren. Während seine Gegner den besten Kompromiss zwischen einer schnellen Runde im Training und den Longruns im Rennen suchten, gab es für Vettel nur eine Baustelle. Den Red Bull so abzustimmen, dass er im Rennen vom letzten Platz so schnell wie möglich an die Spitze kommt. Vettel weiß seit drei Wochen, dass er den GP USA aus der Boxengasse in Angriff nimmt. Als Strafe dafür, dass die sechste Antriebseinheit in das Auto eingebaut wurde.

Monza-Flügel in Austin

Vettel tritt bei dem Grand Prix, den er 2012 als Zweiter und im letzten Jahr als Sieger beendet hat, mit einem Monza-Flügel an. Um überholen zu können. Möglicherweise wird er damit im Rennen zum Top-Speed-König. Auch wenn es sich in der Qualifikation noch nicht angekündigt hat. Da war Vettel auf der Geraden nur zwei km/h schneller als Teamkollege Daniel Ricciardo, aber 9,4 km/h langsamer als Felipe Massa im Williams. Doch Vettel gab bei seinen drei Showrunden für das Publikum nur halbherzig Gas. Der Motor sollte nicht allzu stark gestresst werden.

Der Monza-Flügel gibt im Vergleich zu der Variante von Ricciardo deutlich weniger Abtrieb. Aber er erlaubt es Vettel zu überholen. Der erste Sektor mit seinen endlosen S-Kurven wird eine Rutschpartie. Die dort verlorene Zeit muss er auf den Geraden wieder aufholen. "Im Idealfall bin ich mit meinem Mini-Flügel so schnell wie Daniel. Wenn es blöd läuft, macht er sieben Zehntel auf mich gut."

Hat sich Vettel damit auch bei der Reifenabnutzung ein Eigentor geschossen? Der Weltmeister ist sich nicht sicher: "Bei diesen Reifen weißt du nie. Normalerweise heizt sich die Lauffläche stärker auf, wenn du viel rutschst. Aber wegen der tiefen Temperaturen kann alles anders sein."

Vettel fuhr auch im dritten Training Longruns

Vettel hat in jedes Training Dauerläufe gepackt. Sogar am Samstagmorgen. Da fuhr er 21 Runden am Stück. Mehr als zwei Drittel der Renndistanz. Und wurde im Vergleich zum Freitag schneller statt langsamer. Seine Ingenieure hatten offenbar ein gutes Händchen mit dem Setup. Mit einem Durchschnitt von 1.44,374 Minuten war er trotz der doppelten Laufzeit um sechs Zehntel schneller als am Vortag.

Daniel Ricciardo stellte den Red Bull hinter den beiden Mercedes und Williams auf Startplatz 5. Dabei fiel erneut auf, dass der Red Bull im ersten Streckensektor nicht mehr das Maß aller Dinge ist, obwohl das Geschlängel aus schnellen und mittelschnellen Kurven wie maßgescheidert für den RB10 sein sollten.

Mercedes hat Red Bull da den Rang abgelaufen. Auch Williams war schneller. Vettel hat zwei Erklärungen dafür: "Die haben einen Sprung nach vorne gemacht, wir nicht. Außerdem fahren wir generell mit weniger Flügel als die anderen, um unser Power-Defizit auszugleichen. Das straft uns gewissermaßen in den Kurven."

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